Neuster Bio-Trend: Urban Farming in Linz

Mitten in der Stadt Tomaten, Karotten und Sellerie ernten? Mit Urban Farming ist ein Stadtgarten in Linz keine Utopie mehr.

Kopie von Von der Erde auf den Teller. Bio-Gemüse schmeckt.
Foto: APA/DPA

Ein kleines Stück Land, auf dem man Gemüse anbauen und Blumen gedeihen lassen kann. Zurück zur Natur, das wollen viele Linzer. Und das nicht erst, seit die UNO das Jahr 2015 zum „Jahr des Bodens“ erklärt hat. Ein Garten mitten in der Stadt muss kein Wunschtraum sein, dank Urban Farming. In den letzten Jahren sprießen die Stadtgarten-Projekte wie Schösslinge aus dem Boden.

Morgentaugärten

Hinter dem Projekt steht Christian Stadler, Biolandwirt aus Hofkirchen. Er möchte es den Stahlstädtern ermöglichen ihr eigenes Biogemüse, auf ehemaligen Feldern oder Wiesen, zu ziehen. Wichtig ist ihm dabei, dass die Beete in unmittelbarer Nähe zu ihren Gärtnern liegen. Sie sollen zu Fuß oder öffentlich gut erreichbar sein – schließlich möchte man nicht für den Mittagssalat durch die halbe Stadt gondeln müssen. Derzeit gibt es fünf biologische Gärten zum Selberpflanzen in Linz (Auhof, Bindermichl, Freinberg, Froschberg und in der solarCity). Es ist angedacht weitere Gärten in Wels, Steyr und anderen Städten einzurichten.

Wie kommt der Hobbygärtner jetzt zu seinem Gemüse? Das Feld wird im Frühling professionell vorbereitet, Anfang April werden von Exprten ein Drittel der Gemüsekulturen bereits eingepflanzt. Der Neo-Gärtner übernimmt ab April das teilweise vorbepflanzte Beet und bekommt vor Ort die restlichen Samen, die er dann mit Hilfe der Profis in die Erde einbringt. Dann heißt es selbst gießen, jäten und mit viel Glück auch ernten. Die nötigen Gartengeräte können vor Ort ausgeliehen werden. Bestehende Mieter haben das Vormietrecht auf die nächste Saison – eine Saison geht von April bis November). Anfänger starten am besten mit 40 m² (das entspricht rund 100 Kilogramm Biogemüse) und diese kosten 16.60 Euro im Monat.

Kopie von Saison-Obst und -Gemüse für den Herbst
Saison-Obst und -Gemüse für den Herbst Foto: thinkstockphotos.com

Donaugarten Alt-Urfahr

Beim Projekt „Garten für alle“ geht es auch ums Gärtnern, im Vordergrund steht hier aber das Gemeinschaftserlebnis. Eingerichtet wurde die Anlage für die Bewohner der Oberen Donaustraße und Schiffgasse, mitmachen kann aber grundsätzlich jeder.  Initiator des Donaugartens ist die Stadt Linz, die 2013 das 1200 m² große Grundstück zu Verfügung stellte. Wenig später gründete sich die „Initiative Garten für Alle – Donaugarten Alt-Urfahr“, die interessierte Gärtner erstmals zusammenführte. Derzeit werden vier Hochbeete bepflanzt, einige Obstbäume gepflegt und die Anlage in Schuss gehalten. Anmeldung ist keine erforderlich. Wer interessiert ist, kann jeden Mittwoch beim offenen Treffen im Donaugarten vorbeischauen.

Der Hafengarten

Hätten Sie's gewusst? Mitten im industriellen Herzen der Stadt Linz – nämlich im Hafen – gedeihen köstliche Gemüse und Kräuter. Die grüne Oase inmitten von Frachtcontainern und Lagerhallen nennt sich „Hafengarten“ und ist eine Initiative des Vereins Schwemmland. Diser hat sich zum Ziel gesetzt urbane Freiflächen und Nischen für die Bewohner wieder zur Verfügung zu stellen. Wer sich den Garten ansehen will, dem sei als Anlass eine Wildkräuterwanderung am 12. Juni unter der Führung von Wildkräuterpädagogin Gabriele Peham ans Herz gelegt. Genauere Informationen über das Event gibt es bei Schwemmland.

Kopie von Gemüse
Foto: iStock/Kesu01/Thinkstock

Leisenhofgärtnerei

In früheren Zeiten diente diese streng biologisch geführte Gärtnerei der Belieferung des Petrinums mit köstlichem Obst und Gemüse. Heute sind Gartenfreunde an den Fuße des Pöstlingbergs eingeladen, um selbst Hand an die Bäume, Sträuche, Pflanzen und Kräuter anzulegen. Bei Aussaat, Pflege und Ernte von Spinat, Kräutern, Tomaten & Co sind am Leisenhof helfende Hände immer willkommen. Als Gegenleistung dürfen Gemüse und Früchte mitgenommen werden. Fragen sind willkommen, man kann sich auf diese Weise also auch eine große Menge an Wissen über Pflanzen, Obst, Gemüse & Co erarbeiten.

Garten Labor Leonding

Gartln liegt in Leonding im Trend. Seit mehreren Jahren betreut der Verein urbanfarm das Projekt Garten Labor, das insgesamt zwei öffentliche Gärten umfasst. Dort dürfen ausgewählte Grünfreunde insgesamt zwei Jahre Lang die Beete versorgen, dann wird der Platz neu unter allen Interessenten ausgelost. Entstanden sind die Stadtgärten 2011 im Rahmen des Kunst- und Kulturfestivals Leonart. Ein Jahr später stellte die Gemeinde Leonding einen (und wenig später einen zweiten) öffentlichen Garten zur Verfügung.  Und das städtische Gärtnern ist ein Erfolg: Neben dem Garten Labor Stadtpark an der Richterstraße, darf nun auch gegenüber des Freibades in der Limesstraße gegärtnert werden.  Als Einstieg besucht man am besten ein Infotreffen: Samstag 30. Mai um 14 Uhr im Garten Labor Limesstraße, am 6. Juni im Garten Labor Stadtpark.

 

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