Warum auch gute Menschen immer wieder fremdgehen!

Forschern zufolge leiden wir alle an einer „unethischen Amnesie“. Unabhängig unserer Missetaten tendieren wir Menschen dazu, diese selektiv zu vergessen und uns von unseren verwerflichen Handlungen zu distanzieren.

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Negative Erinnerungen nur schwammig abrufbar Foto: lolostock/iStock/Thinkstock

Eine „unethische Amnesie“ tritt immer dann auf, wenn wir uns an Handlungen aus der Vergangenheit abrufen, über die wir nicht stolz sind. Sie werden im Laufe der Zeit verschwommene oder schwinden gänzlich aus unserem Gedächtnis. Wenn es allerdings um Vergehen oder Überschreitungen anderer geht, können wir sie überaus lebhaft und detailliert wiedergeben.

Erinnerungen werden schwammig

Diese Ergebnisse gehen aus einer aktuellen Studie der Northwestern sowie der Harvard University hervor, für die neun Experimente durchgeführt wurden. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, wie gut sich die 2.100 Probanden an bestimmte Handlungen –positive oder negative – erinnern können. Jene Teilnehmer, die eher unethisch handeln, haben eine schwammigere Erinnerung an ihre Fehler als jene, die ethisch handeln.

Amnesie schafft Linderung

Eine Amnesie hat für den Menschen die Funktion einer Linderung, denn das psychische Leid und das generelle Unbehagen sind nach einer Fehlhandlung zu groß. Diese Linderung führt jedoch zu noch mehr Unehrlichkeit.

Positives Selbstbild erhalten

Doch warum verzerren sich unsere negativen Erinnerungen? Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass wir so unser positives Selbstbild zu erhalten versuchen. Dies soll auch der Grund sein, warum gewöhnliche, gute Menschen immer wieder unethisch handeln und beispielsweise immer wieder fremdgehen .