Revolutionäre Erfindung könnte Smartphone-Nutzer vor HIV schützen

Künftig könnten HIV- und Syphillis-Tests ganz einfach mit dem Smartphone erledigt werden. Forscher haben einen Handy-Aufstecker entwickelt, der einen Schnell-Test möglich machen soll. Die Technik soll in Entwicklungsländern zum Einsatz kommen.

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Infektionskrankheiten wie Tripper, Chlamydien oder Syphilis nehmen in Europa zu. Foto: Thinkstock

In Europa infizieren sich immer mehr Menschen mit Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien, Tripper oder Syphilis. Auch HIV ist nach wie vor eine Gefahr. Künftig könnten zuverlässige HIV- und Syphillis-Tests jedoch ganz bequem mit dem Smartphone erledigt werden. US-Wissenschaftern ist es nämlich gelungen, einen Handy-Aufstecker zu entwickeln, der eine Untersuchung möglich machen soll.

HIV-Test am Handy 

Die medizinische Innovation wurde im Magazin "Science Translational Medicine" von der New Yorker Columbia Universität vorgestellt. Das Gerät funktioniert wie folgt: Dem User wird durch Auflegen des Fingers auf eine Einweg-Kassette ein Tropfen Blut abgenommen, welches anschließend analysiert wird. Die Prozedur dauert lediglich 15 Minuten. Die benötigte Energie liefert der Akku des Smartphones. Das Gerät wurde bereits erfolgreich in Afrika getestet. Und als wäre die Erfindung an sich nicht schon eine medizinische Revolution, beeindrucken auch die Herstellungskosten, die gerade mal bei 34 Dollar liegen. (Im Vergleich dazu kostet die Standardausrüstung eines herkömmlichen Bluttests derzeit über 18.000 Dollar.)

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HIV-Test am Smartphone? Bald vielleicht keine Utopie mehr. Foto: Thinkstock

Der Medizintechniker Samuel Sia von der Columbia University und seine Kollegen hoffen nun, dass große Gesundheits-Organisationen ihr Produkt kaufen und damit Regionen versorgen, in denen HIV und Syphillis weit verbreitet sind. Das Gerät sei speziell für Gegenden auf der Welt entwickelt worden, in denen nicht rund um die Uhr Elektrizität verfügbar sei, berichtet Sia. Für den gesamten Test verbraucht das Gerät den Forschern zufolge nämlich nur 2,4 Prozent der Ladung eines modernen Smartphone-Akkus.

An der Genauigkeit hapert es noch

Zwar soll es einige falsche HIV- und Syphilis-Positivdiagnosen gegeben haben, die Anzahl der Fehlbeurteilungen sei jedoch nicht dramatisch. Jede positive Diagnose würde außerdem in einem speziellen Test noch einmal überprüft werden. "Unsere Arbeit zeigt, dass es möglich ist, eine immunologische Untersuchung in Laborqualität mit einem Smartphone-Zubehörteil durchzuführen", so Sia. Auch bei den Patienten in Ruanda kam die Erfindung gut an: Laut der Studie befürworten die Probanden den Test vor allem deshalb, weil kein Blut mit der Nadel abgenommen werden muss und mit dem Gerät gleich zwei Krankheiten nachgewiesen werden können. Auch die Tatsache, dass das Ergebnis schnell verfügbar ist, wurde positiv bewertet.

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