Laub im Garten: Was Hobbygärtner wissen sollten

Laub im Garten muss nicht komplett entsorgt werden. Es kann Pflanzen im Winter vor Frost schützen. Und sogar wenn es verrottet, ist es noch gut für den Boden. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema findet ihr hier.

Gartenlaub sollte regelmäßig entfernt werden - Cover
Gartenlaub sollte regelmäßig entfernt werden Foto: thinkstockphotos.com

Laub nervt: Der Hobbygärtner muss immer wieder den Rasen rechen, die Straßen fegen und den Laubsauger anwerfen. Dabei sind die fallenden Blätter ihm ein wertvoller Rohstoff und Schützenhilfe im Garten im Winter. Das muss der Hobbygärtner wissen:

Jedes Blatt aus dem Garten entfernen?

Nein und ja. Wer nur eine Rasenfläche hat, sollte davon Laub bis auf das letzte Blatt wegräumen. Denn unter den sich zersetzenden, feuchten Blättern, vergilben oder faulen die Grashalme, erklärt der Rasenexperte Klaus Müller-Beck. Er hat einen Tipp: Liegt nur wenig Laub auf dem Rasen, können die Blätter mitgemäht und mit dem Rasenschnitt kompostiert werden. Auch sollten keine Blätter noch grüne oder gar blühende Stauden bedecken. Aber: Unter sonstigen Gehölzen und Hecken kann das Laub einfach liegen bleiben. Hier schützt es die Pflanzen an bitterkalten Wintertagen. Und das Laub versorgt durch seine Zersetzung den Boden um die Gehölze nachhaltig mit allen Nährstoffen, die er im kommenden Jahr braucht. Das Gleiche geschieht, wenn Laub kompostiert wird - der neue Boden düngt in ein paar Monaten Pflanzen.

Gartenlaub sollte regelmäßig entfernt werden
Gartenlaub sollte regelmäßig entfernt werden Foto: thinkstockphotos.com

Wie lege ich Kompost richtig an?

Nur ein Haufen aus Laub verrottet nicht gut. Der Anteil am Kompost sollte nicht mehr als etwa 20 Prozent betragen. Hobbygärtner sollten die Blätter zerkleinern und mit bereits gesammelten Resten aus dem Sommer mischen. Anteilig am Haufen kommt drei Prozent fertiger Kompost hinzu. Er enthält alle wichtigen Organismen zur Zersetzung und bringt die Verrottung in Gang. Außerdem sollten je Kubikmeter etwa zehn Kilogramm Gesteinsmehl und fünf Kilogramm Algenkalk (Algomin) oder Hüttenkalk beigemischt werden. Das Gesteinsmehl unterbindet die Geruchsbildung und gibt dem Kompost Mineralien. Kalk bindet bei der Umsetzung organische Säuren. Die Größe der Blätter, aber auch ihre Zusammensetzung bestimmen, wie schnell sie verrotten und damit auch Platz für weitere Gartenabfälle machen. Walnuss-, Eichen-, Kastanien- oder Pappelblätter zersetzen sich nur langsam, sie werden daher am besten geschreddert auf den Kompost gegeben.

Gartenlaub sollte regelmäßig entfernt werden
Gartenlaub sollte regelmäßig entfernt werden Foto: thinkstockphotos.com

Zu viel Laub - wohin damit?

In weitläufigen Gärten mit vielen Gehölzen kommen durchaus größere Mengen zusammen. Nur ein Teil kann der Hobbygärtner selbst kompostieren. Wenn zu viel Laub und eventuell noch Rasenschnitt auf dem Kompost angehäuft wird, kommt keine Luft dazwischen und die Gartenabfälle können nicht verrotten. Dann bringen Hobbygärtner ihre Abfälle am besten zu einer kommunalen Kompostieranlage. Oder sie lagern die Blätter in Jutesäcken zwischen. Im Frühjahr lässt sich dieser Rest gut unter den ersten Rasenschnitt im Kompost mischen.

Gartenlaub sollte regelmäßig entfernt werden
Gartenlaub sollte regelmäßig entfernt werden Foto: thinkstockphotos.com

Tiere mit Blättern füttern?

Ja, in getrockneter Form ist das sogenannte Laubheu vor allem für Meerschweinchen und Kaninchen geeignet, sagt Martina Hasselberg von der Organisation Vier Pfoten. Beim Sammeln des Futters sollten Halter darauf achten, vollkommen trockene Blätter zu verwenden. Denn sonst könnte sich Schimmel bilden. Außerdem ist heruntergefallenes Laub ungeeignet, da die Blätter häufig verschmutzt sind. Besser ist es, sie direkt vom Ast zu pflücken und anschließend zu trocknen. Ideale Bäume für das Sammeln von Laubheu sind etwa Buche, Linde und Birke.

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