Klein, aber fein: Gartenhaus selbst bauen mit diesen Tipps und Tricks

Ob nun für den Kaffeetratsch mit Freunden oder für den Urlaub im eigenen Garten: Kleine Holzhäuser sind wunderbare Rückzugsorte, die gerade im Sommer zum beliebten Treffpunkt werden. Heimwerker können die idyllische Sommeroase selber bauen.

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Mit den richtigen Tipps zum selbstgebauten Gartenhaus. Foto: thinkstockphotos.com

Gartenhäuschen gibt es als Fertigbausätze in allen Formen und Größen im Baumarkt - das ist auch die einfachste und schnellste Variante. "Wer keine Erfahrung mit Holz und Konstruktion hat, sollte immer auf einen Fertigbausatz zurückgreifen", rät Josef Plößl vom Gesamtverband Deutscher Holzhandel in Berlin. "Auch wenn es nur eine kleine Hütte ist, die Statik muss stimmen."

Gut durchdacht

Heimwerker sollten sich vor dem Kauf überlegen, welche Anforderungen sie an ihr Häuschen haben. "Will ich einen besseren Geräteschuppen oder ein kleines Wochenend- oder Ferienhäuschen?", fragt Plößl. "Und wie viel Geld möchte ich ausgeben?" Eine einfache Holzhütte gibt es schon für ein paar hundert Euro. Je höher die Ansprüche an Größe und Komfort sind, desto höher ist der Preis: "Da kann man gut und gerne schon mal 8.000 bis 10.000 Euro ausgeben."

Bei der Standortauswahl müssen Heimwerker nicht nur beachten, dass die Hütte gut zur Geltung kommt im Garten. Sie muss auch vor anhaltender Feuchtigkeit geschützt werden, da sie das Holz angreift. Ein Platz in der Sonne ist also besser als ein schattiges Örtchen mit großem Baumbestand. Wichtig ist, das örtliche Bauamt nicht zu vergessen: "Dort erfahren Heimwerker, ob sie eine Genehmigung für ihr Häuschen brauchen", erklärt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin. Und es kann Vorgaben geben, etwa den Nachbarn vorher zu fragen oder dass ein bestimmter Abstand zur Grundstücksgrenze eingehalten werden muss. "Lieber Geld und Nerven sparen und diese Dinge vorher abklären", rät Reinhold-Postina.

Schritt für Schritt

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Solche Gartenhäuschen gibt es als Fertigbausatz. Foto: APA (dpa)
Der erste Bauschritt ist das Fundament. In der Regel ist hier ein entsprechender Plan bereits in der Bauanleitung des Fertigbausatzes enthalten. Abhängig von der Boden- und Geländebeschaffenheit sowie der Grundfläche des Gartenhauses kann die Gründung mit einer Betonplatte, einem Streifenfundament oder auf Gehwegplatten erfolgen. Wichtig ist, dass die unterste Holzschwelle oder die Pfosten sich nicht im Erdreich befinden und gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden abgesichert sind. Ein Streifen Teerpappe als Sperrschicht kann abdichten.

Um sicherzustellen, dass der Boden des Häuschens dauerhaft trocken bleibt, sollte laut Plößl Rasen vorher entfernt, das Erdreich mit einer Kunststofffolie abgedeckt und schließlich für eine gute Belüftung des Raums zwischen Erdreich und Boden des Gartenhauses gesorgt werden. Hier lautet die Faustregel: Baue nie ein Haus, das auf feuchtem Untergrund steht, sagt Michael Pommer von der Heimwerkerschule DIY-Academy in Köln.

Gute Qualität

Für die eigentliche Konstruktion, also die Blockbohlen oder die Pfosten des Häuschens, eignet sich besonders Fichte als preiswertes Holz. Bei der Außenbekleidung hingegen gibt es eine Palette an möglichen Holzarten - von Lärche über Kiefer bis hin zu Douglasie. Bei den meisten Fertigbausätzen handelt es sich um Blockbohlenhäuser. "Das ist im Prinzip wie beim Lego", erläutert Plößl. "Die einzelnen Holzbretter werden ganz einfach ineinandergesteckt." Hier sollten Heimwerker sich noch einmal über den Zweck der Hütte bewusstwerden. "Mit 18 bis 19 Millimetern starken Nut- und Federbrettern kann ich einen Geräteschuppen bauen", sagt der Fachmann. Dient das Häuschen als Rückzugsort für Familie und Freunde, sollte auf dickere Wandstärken ab 40 Millimeter zurückgegriffen werden.

Gute Qualität lässt sich bei Fertigbausätzen auch an Details erkennen: der eigentlichen Holzqualität, der Passgenauigkeit der Holzverbindungen, der Qualität der Beschläge an den Türen und Fenstern oder einer einbruchhemmenden Verglasung. Ein Problem bei Holzhäusern sind Setzungserscheinungen. Durch Temperaturschwankungen und das Eindringen von Feuchtigkeit schwindet das Material oder es quillt auf. Damit Tür und Fenster nicht irgendwann klemmen, sollten bei den übereinandergeschichteten Blockbohlen oben einige Zentimeter Luft gelassen werden.

Walter Bücher vom Bundesverband Farbe, Gestaltung, Bautenschutz in Frankfurt am Main rät zu einem ausreichend großen Dachüberstand. Der Vorteil: Je größer der Dachüberstand ist, umso mehr ist das darunterliegende Wandbauteil vor Witterungseinflüssen geschützt.Wer in seinem Gartenhäuschen übernachten oder auch mal eine Party schmeißen möchte, braucht Wasser- und Stromanschluss. Zwar gibt es entsprechende Erdkabel für den Stromanschluss im Außenbereich im Baumarkt, Michael Pommer von der DIY-Academy warnt allerdings: "Anschluss und Absicherung sollten immer in die Hände eines Fachmanns gegeben werden. Hier ist für den Heimwerker Schluss."

Richtige Pflege

Ein Gartenhäuschen, das dauerhaft als Rückzugsort dienen soll, braucht regelmäßig Pflege. Pommer rät, das Holz mit pigmentierten Ölen vor der Witterung zu schützen. "Die Öle sollten außerdem einen UV-Schutz enthalten, der ist leicht am UV-Zeichen auf der Verpackung zu erkennen." Mit einem Pinsel oder einer Rolle, aber nicht mit einer Spritzpistole, sollte das Öl auf das Holz aufgetragen werden. Da das Pflegeprodukt dann seine Wirkung verliert, muss ein solcher Anstrich alle zwei bis drei Jahre wiederholt werden. Wer sein Gartenhäuschen auch innen optisch verschönern möchte, muss aufpassen. "Es gibt Beschichtungen, die sind speziell nur für den Außenanstrich geeignet", sagt Bücher. "Die darf ich natürlich drinnen nicht verwenden."

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