Hilfe, mein Kind hat Kopfläuse!

Die Kindergarten- und Schulzeit ohne Kopfläuse überlebt? Geht kaum! Auch heute. Und das hat nichts mit schlechter Hygiene zu tun. Die kleinen Schmarotzer mögen nämlich auch die saubersten Köpfe. Glücklicherweise sind sie ungefährlich und übertragen keine Krankheiten. Lästig sind sie allerdings. Daher: Unbedingt handeln wenn es heißt "Laus-Alarm"!

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Dr. Judith Glazer ist die Präsidentin der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs und kennt das Problem. Besonders zum Schulanfang und im Frühling hätten die Läuse Hochsaison. Sobald man als Eltern Kopfläuse, bzw. ihre Eier, so genannte Nissen entdeckt, müssen man sofort handeln und nicht aus falscher Scham verschweigen. "Ihr Auftreten hat nichts mit mangelnder Hygiene oder dem sozialen Umfeld zu tun. Daran, dass sie immer wieder auftauchen und sich schnell von Kopf zu Kopf verbreiten, können leider auch hohe hygienische Standards nichts ändern", so die Expertin.

Das sind die Anzeichen 

Wenn sich das Kind am Kopf verdächtig kratzt, die Kopfhaut juckt, sollte man auf alle Fälle das Haar nach den kleinen Plagegeistern absuchen. Die Insekten sind maximal 3 mm groß und auch mit freiem Auge zu erkennen. Kleinere Larven, bzw. Nissen (Eier) erkennt man mit einer Lupe, bzw. bietet eine Nissenkamm (erhältlich in Drogerien oder Apotheken) eine einfach Möglichkeit, um den Befall festzustellen. 

Das ist zu tun

Zunächst mal: Kein Panik! Kopfläuse sind weder gefährlich, noch können sie Krankheiten übertragen. Sobald Kopfläuse entdeckt werden, mit einem Anti-Laus-Präparat unschädlich machen. Gab es früher nur sehr starke Präparate mit Insektengift, gibt es heute eine Viezahl (für Kinder) schonende Shampoos, die man rezeptfrei in der Apotheke bekommen. Empfehlenswert sind auch physikalisch wirkenden Alternativen. Diese öligen Substanzen dringen in die Atemwege und Poren der Larven und Läuse ein, die die Atmung blockieren. Die Mittel müssen im Normalfall nur einmal angewendet werden. 

Lausige Fakten

Unbedingt in Schule und Kindergarten Bescheid geben, um eine Wieder-Ansteckung zu vermeiden. Alle anderen Familienmitglieder ebenfalls auf Lausbefall untersuchen und im Bedarf mitbehandelt. Auch nach einer erfolgreichen Behandlung sollte die Kopfhaut regelmäßig auf Parasiten kontrolliert werden. Läuse sind zwar Insekten, können aber weder fliegen, noch springen. Kopfläuse entwickeln sich über mehrere Stadien vom Ei über die Larve bis zu erwachsenen Laus, dafür brauchen sie etwa zehn Tage. Unter optimalen Bedingungen überlebt eine Lause max. 30 Tage. Abseits des Kopfes vertrocknen sie nach wenigen Stunden. Das heißt: Polster, Bettwäsche, Kopfbedeckungen oder Haarbürsten brauchen nur gut gereinigt, aber nicht entsorgt werden.