Warum Sauerkraut gerade jetzt so wichtig ist

Wer Sauerkraut isst, tut sich selbst viel Gutes, denn das Kohlgemüse liefert große Mengen an Vitaminen und wird für Magen- und Darmkranke sogar als Heilnahrung eingesetzt. Vor allem in der kalten Zeit stärkt es das Immunsystem.

Sauerkraut liefert Vitamine und Nährstoffe in der Winterzeit - Cover
Sauerkraut liefert Vitamine und Nährstoffe in der Winterzeit Foto: thinkstockphotos.com

Die inhaltlichen Werte des Krautes kommen am besten zur Geltung, wenn es roh verzehrt wird. Neben herausragend viel Vitamin C enthält es Vitamin A, B und K sowie Mineralstoffe. "Sauerkraut ist extrem kalorienarm, ballaststoffarm und stoffwechselanregend", zählt die Lebensmittelexpertin Ulrike Birmoser auf. Besonders interessant ist die Milchsäure. "Sie ist in der Lage, Keime abzutöten und hält damit die Darmflora gesund."

Gärfrisch soll es sein

In der Sauerkraut-Küche kommen heute vorrangig Produkte aus dem Glas, der Dose oder dem Beutel aus Verbundfolie zum Einsatz. Das abgepackte Kraut ist pasteurisiert und damit sehr gut haltbar. "Dabei hat die Hitze die schöne Milchsäure und einen Großteil der wertvollen Inhaltsstoffe zerstört", erläutert der Krautmeister Hubert Nickels. Er setzt daher auf frisches Sauerkraut aus dem Fass. Das ist auf vielen Wochenmärkten und manchmal im Supermarkt erhältlich. "Beim Kauf muss man allerdings darauf achten, dass der Bottich mit dem Stichwort "gärfrisch" versehen ist", rät er. Sonst könne es sein, dass pasteurisiertes Kraut aus einem Bottich verkauft werde.

Sauerkraut liefert Vitamine und Nährstoffe in der Winterzeit
Sauerkraut liefert Vitamine und Nährstoffe in der Winterzeit Foto: thinkstockphotos.com

Am besten roh verzehren

Die Experten empfehlen daher, das Kraut nach Möglichkeit roh zu essen. So bleiben die gesunden Inhaltsstoffe am besten erhalten. Gekocht lässt sich Sauerkraut allerdings leichter verdauen. Und die Beigabe von etwas Kümmel macht es noch bekömmlicher.

Die beste Zeit für Sauerkraut

Von Ende August bis Februar gibt es knackig-frisches Weißkraut aus heimischem Anbau. "Die Sorte macht geschmacklich kaum einen Unterschied", sagt die Landfrau Brigitte Steinwender. "Im Privathaushalt kann man allerdings die feinen, locker sitzenden Blätter von Spitzkohl besser raspeln als die von kompaktem Rundkohl."

Sauerkraut fördert die Darmgesundheit
Sauerkraut fördert die Darmgesundheit Foto: thinkstockphotos.com

Sauerkraut selbst gemacht

Die Kohlstreifen werden mit Salz bestreut in einen Gärbehälter gefüllt und dort kräftig unter Druck gesetzt. Druck und Salz lassen die Zellwände platzen, so dass viel Saft austritt. Wasser und Luft entweichen. In der Luft vorhandene und am Weißkohl haftende Milchsäurebakterien beginnen ihre Arbeit. Sie verbrauchen den restlichen Sauerstoff und produzieren Milchsäure. Bis das Kraut in der Salzlake vergoren ist, dauert es mehrere Wochen. "Hochwertiges Sauerkraut darf keinen Beigeschmack haben und sollte sich auch nicht braun verfärben", sagt der Krautmeister.

Lesetipp:

Hubert Nickels: "Vom Weißkohl zum Sauerkraut. Wissenswertes aus der Wesselburener Krautwerkstatt" (Verlagsgruppe Husum)

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