Erste Hilfe bei Badeunfällen: Mut zum Handeln

Reagieren: 80 Personen ertrinken pro Jahr in Österreich. Kinder sind besonders gefährdet. Im Ernstfall können Ersthelfer nur einen Fehler machen – nämlich nichts zu tun. Wir verraten, wie Sie sich im Falle eines Notfalls am besten verhalten.

Kind Schwimmbad
Für ungeübte Kinder bieten Schwimmflügel einen besseren Schutz, als Schwimmreifen, Luftmatrazen oder Schwimmtiere. Foto: Thinkstock

Es ist ein Horrorszenario für Badegäste und vor allem für Eltern: Ein Mensch treibt leblos auf der Wasseroberfläche. Ist der Körper geborgen, zögern viele aus Angst beim Wiederbelebungsversuch etwas falsch zu machen. Dabei ist nur falsch, nichts zu machen, appellieren Ärzte und Sanitäter. Wichtig ist, sofort zu reagieren, Hilfe zu rufen und bei Kreislaufstillstand mit den Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen. Denn bereits drei Minuten ohne Sauerstoffversorgung können zu einer dauerhaften Hirnschädigung führen. Pro Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen sinkt bei einem Patienten mit Kreislaufstillstand die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa zehn Prozent. Bei einer Herzmassage mit Druck auf die Brustmitte kann man nichts falsch machen.

Erste Hilfe
Hilfe holen. Bleiben Sie beim Opfer. Rufen Sie andere Personen um Hilfe bzw. Notrufnummer 144 wählen. Überprüfen Sie reglemäßig Puls und Atmung. Versorgen Sie Wunden. Foto: ÖRK/Markus Hehenberger

Gefahren erkennen

Kleinkinder stellen die größte Risikogruppe dar. "Schon eine geringe Wasserhöhe von wenigen Zentimetern kann für kleine Kinder lebensgefährlich sein. Der Schock beim Eintauchen blockiert die Atemwege und führt zum Ersticken. Zudem haben Kinder einen schweren Kopf und eine ungeübte Muskulatur“, weiß Clemens Kaltenberger, Lehrsanitäter beim Roten Kreuz. Sollten Sie Ihr Kind im Freibad oder an einem See aus den Augen verlieren, suchen Sie zuerst am Wasser“, rät der Experte.

Erste Hilfe
Reanimieren. Keine Atmung und kein Puls = Kreislaufstillstand. Sofort reanimieren: Jeweils 30 Herzdruckmassagen und zwei Beatmungen (Mund zu Mund oder Mund zu Nase). Foto: ÖRK/Markus Hehenberger

Mit einigen Sicherheitsmaßnahmen kann im Privatbereich vorgebeugt werden. Swimmingpools, Planschbecken und Gartenteiche können durch Zäune, Regentonnen mit einem Deckel gesichert werden. In einer australischen Provinz, in der alle privaten Pools eingezäunt wurden, konnten die Todesfälle bei Kindern durch Ertrinken auf ein Fünfzigstel reduziert werden. Das oberösterreichische Unternehmen Delfin Wellness hat in Kooperation mit dem Roten Kreuz das mobile Wasseralarmsystem "Moby Kid" entwickelt: Kommt das Armband, das die Kinder tragen, mit Wasser in Berührung, so löst die Basisstation lauten Alarm aus.

Selbst schützen

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Reanimieren. Keine Atmung und kein Puls = Kreislaufstillstand. Sofort reanimieren: Jeweils 30 Herzdruckmassagen und zwei Beatmungen (Mund zu Mund oder Mund zu Nase). Foto: ÖRK/Markus Hehenberger
Bei der Rettung eines Ertrinkenden, gilt es auch sich selbst zu schützen: Wenn möglich Rettungsring oder Leine zuwerfen, Hilfe rufen, dann die Person mit tragfähigen Hilfsmittel wie einer Luftmatratze anschwimmen. Wenn sich der Ertrinkende panisch an den Helfer festklammert, zählt in erster Linie der Selbstschutz: Rechtzeitig abtauchen oder sich rücksichtslos befreien. Sonst droht dem Retter die Gefahr selbst unterzugehen.

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