Don't Stop The Music: Diese Jazz-Titel sollten Sie kennen

Am 30. April wird der Internationale Welttag des Jazz von Plattenfirmen, Musikern und Fans zelebriert. Sie meinen, Jazz liegt Ihnen nicht im Blut? Nun, das könnte sich mit Hilfe der folgenden Musiktitel und Alben ändern.

Kopie von Jazz
Lang lebe der Jazz! Foto: thinkstockphotos.com

Fans wissen es längst: Früher oder später wird jeder reif für Jazz. Denn gerade, weil diese Musikrichtung so vielschichtig ist, findet sich nahezu für jeden Geschmack etwas. Und: Viele Interpreten und Musiker entfalten ihre Tiefe und Strahlkraft erst mit fortgeschrittenem Alter. Älter zu werden, ohne an Würde zu verlieren ist in diesem Genre - im Vergleich zu kurzlebigeren Branchen - noch möglich! Das gilt nicht zuletzt für die Plattenfirmen, allen voran das in New York ansässige Kult-Label Blue Note, das Anfang des Jahres seinen 75. Geburtstag feierte. Mit unserer Playlist für (Quer-) Einsteiger wollen wir Ihnen Lust auf mehr machen. In diesem Sinne: Let's Jazz!

Gregory Porter: Be Good

Denn das Beste kommt erst: Mit knapp 40 Jahren legte der amerikanische Sänger und Komponist Gregory Porter einen Blitzstart hin und begeistert seitdem mit seinen einnehmenden Songs weltweit die Fans. Gar nicht so einfach, sich da für einen Titel zu entscheiden. So viel sei gesagt: Wer "Be Good" mag, wird seine restlichen Songs lieben!

Zu finden auf dem Album: Be Good (Motema)

Paul Desmond: When Joanna Loved Me

Der Cool-Jazz-Saxophonist, der das Dave Brubeck Quartet wesentlich bereicherte, ist für viele Jazz-Liebhaber die musikalische Liebe des Lebens. Wer seine Interpretationen beliebter Klassiker hört, dem wird schnell klar, warum. Wer Entspannung auf hohem Niveau sucht, kommt an dem Musiker nicht vorbei.

Zu finden auf dem Album: The Very Best Of (Stereo Magic Records)

Horace Parlan: Wadin'

Dass der 1931 geborene Amerikaner ein stilprägender Jazz-Pianist wurde, grenzt an ein kleines Wunder. Denn infolge einer Kinderlähmung ist seine rechte Hand verkrüppelt. Mit einer besonderen Spieltechnik gelang ihm der Aufstieg in die höchste Spielklasse. "Wadin'" ist wie geschaffen für die kultivierte Abendunterhaltung in den eigenen vier Wänden, wie übrigens auch in der Eröffnungsszene der französischen Komödie "Drei Männer und ein Baby" zu sehen ist, für die der Song verwendet wurde.

Zu finden auf dem Album: The Complete Horace Parlan Blue Note Sessions (Blue Note)

Viktoria Tolstoy: Lessons in Love

In ihrer Cover-Version des Level 42-Hits spielt die schwedische Sängerin mit russischen Wurzeln alle Trümpfe aus: Mit viel Gefühl, einer unverwechselbaren Stimme und starker Präsenz präsentiert sie den Klassiker der 1980er-Jahre in völlig neuem Licht.

Zu finden auf dem Album: A Moment Of Now (Act)

Viktoria Tolstoy
Die schwedische Jazz-Sängerin Viktoria Tolstoy Foto: Joerg Grosse Geldermann

Diana Krall: I've Got You Under My Skin

Einen Hauch von großer Welt selbst in den kleinsten Raum zu bringen gelingt der Pianistin Diana Krall vor allem mit diesem Titel, der zu den Höhepunkten auf ihrem 2002 erschienenen Live-Album zählt.

Zu finden auf dem Album: Live in Paris (Verve)

Tingvall Trio: Vägen

Der schwedische Pianist Martin Tingvall zaubert mit Hilfe des kubanischen Kontrabassisten Omar Rodriguez Calvo und des deutschen Schlagzeugers Jürgen Spiegel einnehmende Klänge. Zu den Klassikern der noch jungen Band zählt unbestritten das Stück "Vägen", das zum Entspannen und Nachdenken einlädt.

Zu finden auf dem Album: Vägen (Skip)

Nina Simone: He Needs Me

Die Grande Dame des Jazz braucht man nicht mehr vorzustellen. Spätestens durch den Chanel No.5-Spot aus dem Jahr 1987, für den auf ihren Song "My Baby Just Cares For Me" zurückgegriffen wurde, ist sie weit über ihre Kreise hinaus berühmt. Markant ihre Stimme, stilbildend ihr Klavierspiel, wie ihre Ballade "He Needs Me" beweist.

Zu finden auf: The Essential (Union Square Music)

Manu Katché: Springtime Dancing

Der französische Schlagzeuger, der sich als Studiomusiker einen klingenden Namen gemacht hat, spielt mit seiner Begleitband seit einigen Jahren stilvolle Instrumentalstücke ein, die sich zwischen entspannt und rhythmisch bewegen. Dafür ist der Titel "Springtime Dancing" ein gelungenes Beispiel.

Zu finden auf dem Album: Third Round (Universal)

Lizz Wright: Another Angel

Seit ihrem Debüt im Jahr 2003 ist die sympathische amerikanische Sängerin aus der Jazz-Szene nicht mehr wegzudenken. Ihre einfühlsamen Darbietungen und ihre weiche Stimme gehen gleich ins Ohr. "Another Angel" gibt einen guten Vorgeschmack.

Zu finden auf: The Orchard (Verve)

Jamie Cullum: Don't Stop The Music

In einer spannenden Jazz-Interpretation legt der britische Pianist die Schönheit des durch Beats überlagerten Rihanna-Songs erst frei. Nicht die erste beeindruckende Cover-Version des Briten, der bereits Jahre zuvor dem Radiohead-Hit "High And Dry" neues Leben einhauchte.

Zu finden auf: The Pursuit (Decca)

Esbjörn Svensson Trio: Calling Home

Der charismatische Namensgeber dieser über Jahre erfolgreichen schwedischen Formation starb 2008 im Alter von 44 Jahren unter tragischen Umständen. Gemeinsam mit seinen musikalischen Mitstreitern Dan Berglund (Bass) und Magnus Öström (Schlagzeug) hinterließ er ein ebenso umfassendes wie beeindruckendes Gesamtwerk. "Calling Home" ist modern und klassisch zugleich und stimmt perfekt auf ein Wochenende auf der Couch ein.

Zu finden auf dem Album: Winter in Venice (Act)

Alle Infos zum Jazz Fest Wien 2014 finden Sie hier.

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