Im Cocktailfieber: Die Hausbar liegt nach Jahrzehnten wieder im Trend

Eine Theke im 60er-Style, Spirituosen auf LED-beleuchteten Glasregalen und der Hausherr beim Mixen von Margarita, Piña Colada und Co. – die Hausbar liegt wieder im Trend.

Hausbar
Die Hausbar ist zurück Foto: Thinkstock

Kaum ein Film aus der in den 1960ern spielt kommt ohne sie aus: die Hausbar. Johnny Depp lässt in „Blow“ bei seinen Hauspartys reichlich Alkohol und Drogen fließen, Bing Crosby und Frank Sinatra schlürfen in „Die oberen Zehntausend“ genüsslich Champagner an der Hausbar. War die Hausbar anfangs in Partykellern versteckt, fand sie in den 50er- und 60er-Jahren vermehrt ihren Weg in die Wohnräume. Sie wurde zum Aushängeschild des kosmopolitischen Menschen, der Geld, Geschmack, Erfolg hat.

Stilikone

Nachdem es in den letzten Jahrzehnten ruhig um die Hausbar war, feiert sie seit einiger Zeit ein Comeback, wie Andy Pietrasch, Gesellschafter und Prokurist des Wohnspezialisten Kare Design in Österreich, bestätigt: „Seit ungefähr zehn Jahren ist die Hausbar bei uns wieder ein Segment, das sich stark entwickelt. Heute ist sie wieder voll im Trend, was auch mit der Entwicklung zu tun hat, dass man verstärkt Zeit zu Hause verbringt und Freunde einlädt – auch der Cocooning-Trend hat dazu beigetragen.“ Den besten Platz für die Hausbar sieht Pietrasch im Wohnzimmer, „wo zusammengesessen und sich unterhalten wird. Es ist ein Lebensraum, der durch die Bar um den Partyfaktor erweitert wird“.

Barglobus von Zoffoli
Der Barglobus von Zoffoli ist ein Klassiker unter den Hausbars. Foto: Zoffoli

Klassiker

Fast schon ein Klassiker ist der Barglobus der italienischen Firma Zoffoli. Spezialisiert auf Kartografie und Globen brachte das ­Familienunternehmen in den 1950ern einen aufklappbaren Globus auf den Markt, in dem sich Spirituosen und Gläser verstauen ließen. Noch heute ist er der Hingucker in eleganten Wohnzimmern und Salons, ob als edle Ausführung in dunklem Holz, als moderne in weißem oder schwarzem Lack, mit Cocktailtisch, Kühler oder mobil auf Rollen.

Designfrage

Grundsätzlich ist bei der Hausbar erlaubt, was gefällt: Ob rustikal aus Massivholz, puristisch aus schnörkelfreiem Sicht­beton, modern mit lackierten Oberflächen oder edel mit schweren Textilien – Hauptsache, die Hausbar harmoniert mit dem restlichen Interieur. Sehr gut machen sich gläserne Vitrinen mit indirekter LED-Beleuchtung, wodurch die ­edlen Spirituosen ins rechte Licht gerückt werden. „Besonders im Trend liegt derzeit der Vintage-Look“, schwärmt ­Pietrasch von der Theke im schrillen 60er-Retro-Look.

Outdoor-Bar von Tchibo
Wetterfest und zusammenklappbar ist die Outdoor-Bar bei jeder Gartenparty der Hit (Tchibo). Foto: Tschibo

Barschränke

Und wer Bedenken hat, sich aus Platzgründen keine eigene Hausbar zulegen zu können, dem sei z. B. die Magic Cube Bar von Yomei ans Herz gelegt: Nur 60 cm breit findet der schlichte „Barschrank“ überall Platz – in geöffnetem Zustand offenbart sich die bestens ausgestattete Bar. Mobil hingegen ist die Bar Lodge von Kare Design: Der knapp einen Meter hohe Schrank lässt sich dank Rollen beliebig platzieren. Auch muss keine Gartenparty ohne Bar auskommen: Die Garten-Bar von Tchibo etwa besteht aus wetterfestem Akazienholz und ist praktisch zusammenklappbar.

Eiszeit

Kaum ein Cocktail oder Longdrink kommt ohne Eiswürfel aus. Allerdings spielt die Temperatur des Eises eine wichtige Rolle, damit der Drink nicht verwässert. Die optimale Eistemperatur liegt bei minus 15 Grad, eigene Eiswürfelmaschinen lassen sich exakt einstellen. Für Klassiker wie Erdbeer-Daiquiri braucht es einen leistungsstarken Mixer, der auch bei Crushed Ice nicht schlapp macht. Für die Herstellung von Letzterem, also klein gehacktem Eis, gibt es ebenfalls Maschinen für den Hausgebrauch, zum Kurbeln oder als Komfortvariante per Knopfdruck.

„Magic Cube“ von Yomei
Findet überall Platz: Der verschließbare Barschrank „Magic Cube“ von Yomei. Foto: Yomei

Top-Ausstattung

Natürlich darf auch das nötige Equipment für den gelungen Cocktail nicht fehlen, allem voran der Jigger (Messglas), Shaker, Strainer (Barsieb) und Stößel. In puncto Spirituosen wird die Hausbar nach eigenen Vorlieben bestückt. Zu den Basics zählen aber Standardspirituosen wie Campari, Gin, Martini, Tequila, dunkler und weißer Rum, Wodka, Scotch, ein Bourbon, Single Malt Whiskey und Cognac. Dazu noch Orangenlikör (Triple Sec), ein paar Sirupe sowie Orangen- und Ananassaft –und schon lassen sich leckere Cocktails, Longdrinks oder Aperitifs zaubern. Auch Bier- und Weinfreunde kommen zu Hause voll auf ihre Kosten: Dank BeerTender ist der Hopfensaft stets frisch gezapft. Für die perfekte Temperatur von Weiß-, Rot- und Schaumwein sorgen die unterschiedlich temperierten Fächer moderner Weinschränke.

Klassische Gläserkunde

Das richtige Glas für den richtigen Drink:
Martiniglas: Kelchförmig, z. B. für Martini (pur, mit Olive), ­Cosmopolitan (Vodka, Cointreau, Limetten- und Cranberrysaft)
Margaritaglas: Geschwungener Kelch, z. B. für Margarita (Tequila, Triple Sec, Limettensaft – Salzrand am Glas), ­Erdbeer-Daiquiri (Rum, Zuckersirup, Erdbeeren)
Kleiner Tumbler: z. B. für Whiskey, Scotch
Großer Tumbler/Highballglas: z. B. für Caipirinha ­(Cachaca, Limettensaft, Rohrzucker), Gin Tonic
Hurricane Glas: Hoch und bauchig, z. B. für Piña Colada (Rum, Kokosnusscreme, Ananassaft)

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Weekend Magazin Nr. 11 13./14.Juni 2014 Foto: Weekend Verlag

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