Zeckensaison 2014: Wie Sie sich vor den Parasiten schützen können

Nicht nur im Wald droht die Gefahr von Zeckenbissen, auch in städtischen Parks und kühlen Hinterhöfen sind die Plagegeister zu finden. Eine Parasitologin verrät, welche Krankheiten Zecken übertragen können und wie man sich vor ihnen schützen kann.

Zecken Tipps
Zecken sollten nicht unterschätzt werden Foto: Thinkstock

Sommerzeit ist Zeckenzeit. Und weil die blutsaugenden Parasiten immer öfter auch in städtischen Gebieten vorkommen, haben wir mit Experten die wichtigsten Fragen rund um Zecken geklärt.

Die Parasiten schätzen Waldränder, feuchtes Unterholz und schattige Wiesen. "In den Städten machen sich die Spinnentiere in Parks, Hinterhöfen und Gärten, sowie auf Spielplätzen, ehemaligen Rieselfeldern und an Mauerstreifen breit", sagt die auf Zecken spezialisierte Parasitologin Dania Richter. Meist warteten die Spinnentiere in einer Höhe von bis zu einem Meter über dem Boden auf ihre Opfer, an denen sie sich dann in Sekundenbruchteilen festklammern.

Welche Wirtstiere verbreiten die Zecken und damit die Erreger?

"Vor allem Nagetiere wie Mäuse oder Ratten aber auch Vögel wie Amseln oder Rotkehlchen tragen zum Übertragungszyklus bei", sagt Parasiten-Experte Franz-Rainer Matuschka. "Auf Katzen, Füchsen und Igeln treffen sich die Zecken in der Stadt zur Paarung."

Durch Zeckenstiche können viele verschiedene Krankheiten werden. Am häufigsten ist die Lyme-Borreliose. Als gefährlicher gilt aber die Hirnerkrankung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Doch manchmal haben die Zecken noch mehr Erreger im Gepäck. "In den vergangenen Jahren gab es einige Fälle in Europa von durch Zecken übertragene Neoehrlichiose. Der Erreger kann zu Schlaganfällen und vermutlich auch Herzinfarkt führen", sagt Matuschka. Der Keim sei erst vor wenigen Jahren entdeckt worden.

Wie kann man sich vor Zecken schützen?

Die Experten raten, Gebiete mit Unterholz oder hohem Gras zu meiden. Wichtig ist es, Kleidung und Haut nach einem Aufenthalt im Grünen abzusuchen. Spaziergänger können sich die Hosenbeine in die Socken stecken und Abwehrmittel verwenden. Für die Behandlung der FSME gibt es keine Medikamente. Daher raten Ärzte zur Schutzimpfung. Gegen Borreliose gibt es keine vorbeugende Impfung. Nicht-infizierte Zecken sind lästig, aber harmlos.

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Vor allem hohes Gras sollte gemieden werden Foto: Thinkstock

Wie entferne ich Zecken richtig?

Hilfreich ist eine spezielle Zeckenzange oder sogenannte Zeckenkarte. Die Parasiten dürfen nicht gequetscht werden, sonst gelangen die Viren und Bakterien in den Körper des Wirts. Anschließend sollte der Stich desinfiziert werden.

Welche Rolle spielen Wiederkäuer?

"Bei der Beweidung durch Wiederkäuer kann das Risiko, einer infizierten Zecke zu begegnen, um mehr als das Fünfzigfache sinken", sagt Richter. Nutztiere wie Rinder, Schafe oder Ziegen, aber auch Wild, etwa , würden die Borrelien nicht aufnehmen. "Infizierte Tiere werden beim Saugen sogar von diesen Erregern befreit", betont Matuschka.

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