Der Kampf mit den Elementen: In drei Tagen zum Katamaran-Segler

Als Urlaubsland ist Griechenland in dieser Saison gefragt wie schon lange nicht mehr. Wer nach neuen sportlichen Herausforderungen sucht, ist dort genau richtig. Denn die Windverhältnisse sind optimal für alles, was schnell gehen soll.

Segellehrer Christian (l) gibt den Anfängern Tipps - Titel
Foto: APA (dpa/tmn)

Wild zerrt der Meltemi an den Palmen, rund 100 Meter vom Sandstrand entfernt kräuseln Windböen kleine weiße Schaumkronen auf das tiefblaue Meer der östlichen Ägäis. Windsurfer jagen über die kleinen Wellen hinweg. Auf einem majestätisch dahingleitenden Katamaran sitzen zwei Segler. Gemeinsam kämpfen sie mit den Elementen, als sich in rasanter Fahrt eine Kufe des Zweirumpf-Boots aus dem Wasser hebt. Schon vom Strand sieht das spektakulär aus.

Perfekte Bedingungen für Wassersport

Franky ist seit acht Jahren auf Kos, wo er die Wassersport-Basis des "Robinson Clubs Daidalos" ausgebaut hat. Der Meltemi bläst am Vormittag ablandig mit knapp vier Windstärken - perfekte Bedingungen für die Könner, die sich beeilen, um schnellstmöglich aufs Wasser zu kommen. Zurück bleiben nur ein gutes Dutzend Segelschüler. Für den Katamaran-Anfängerkurs hat Franky Segellehrer Christian eingeteilt.

Paare - am besten getrennt

Im Kurs sind unter anderem zwei 10-jährige Buben, ein 55-jähriger Geschäftsmann und die Mittvierzigerin, die sich immer noch nicht sicher ist, ob Segeln so eine gute Idee ist. Drei Tage mit insgesamt zehn bis zwölf Stunden dauert der Kurs. Am ersten Tag erklärt Christian, wie das Kat-Segeln funktioniert. Der Theorie unter Palmen, folgt die Einweisung an den Katamaranen und schon geht's im wärmenden Neopren-Anzug zum ersten Versuch auf das Wasser. Drei Katamarane mit je drei Schülern drauf schickt Christian aufs Wasser. "Paare möglichst getrennt", erklärt Christian. Sonst spielten die Männer gern den Kapitän, und es gibt Familienkrach.

Katamaran
Foto: thinkstockphotos.com

Herren der Gezeiten

Am Morgen flattert hoch über der Bar der Wassersport-Basis eine rote Warnfahne im Wind, der in Böen Sturmstärke erreicht. "Fünf bis sechs Windstärken am Nachmittag haben wir hier oft, aber sieben am Morgen ist eine Seltenheit", erklärt Franky. Bei Wind von 60 km/h und mehr ist an einen sicheren Schulungsbetrieb nicht mehr zu denken. Für die Segelschüler gibt es am Sturmtag nur Theorie.

Bei Wind und Wetter

Am nächsten Tag hat sich der Wind etwas gelegt und siehe da - das Lesen im Lehrbuch zeigt Früchte. Alle sind auf dem Wasser auf ihren Cats schon viel sicherer, immer öfter stimmen die Positionen von Großsegel und dem kleineren Vorsegel, zum Wind. Die Fahrt wird immer schneller, der Kurs immer gerader - bis eine unerwartete Böe den Cat wie ein Papierschiffchen umkippt. Kreuz und quer fliegen die Skipper auf dem zwischen den Rümpfen gespannten Trampolin umher.

Leicht erlernt

Das Aufrichten geht leichter als erwartet. Bis auf ein paar blaue Flecken sind alle unverletzt und schnell wieder auf Kurs Richtung Strand. Mittlerweile fährt Segellehrer Christian im Schlauchboot nur noch entspannt nebenher. Am dritten Tag gleiten alle schon so gut, dass sich die eine Kufe leicht aus dem Wasser hebt.

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www.robinsom.com

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