Das schwarze Herz Brasiliens: Die Küstenmetropole Salvador de Bahia

Die brasilianische Küstenmetropole Salvador de Bahia ist mit ihren prachtvollen Kolonialbauten nicht nur Unesco-Weltkulturerbe, sondern auch eine der exotischsten Städte des ganzen Landes. Viel dreht sich in Salvador um Musik.

Salvador de Bahia
Karneval in Salvador de Bahia. Foto: Getty Images

Salvador ist nicht nur ein Spielort der diesjährigen Fußball-WM. Die Küstenmetropole gilt landesweit als eine der fröhlichsten, exotischsten und feierfreudigsten Städte Brasiliens. Nach Rio de Janeiro findet hier Brasiliens buntestes Karnevalsfest statt. Auch über die Stadtgrenzen hinaus wird Salvador "Stadt der Glückseligkeit" genannt. Neben dem stets sonnigen und warmen Wetter ist vor allem die Musik ein Grund dafür.

Die Stadt der Musik

Salvador de Bahia
Der "Pelourinho" mit seinen bunten Häusern liegt oberhalb Salvadors pittoresker Altstadt, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Foto: Getty Images
In Restaurants, auf den Straßen und an den zahlreichen Stadtstränden ist ständig Musik zu hören, tanzen Pärchen in T-Shirts und Flip Flops zu heißen Samba- und Forró-Rhythmen. Vor allem abends, wenn sich die Bars und Straßencafés im Pelourinho-Altstadtviertel füllen, spielen an jeder Ecke Musikbands.

Brasilianische Musiker kommen meist aus Salvador: Da wäre z.B. Gilberto Gil, Caetano Veloso, Carlinhos Brown und natürlich Olodum, die international renommierte Trommel- und Percussiongruppe, die jeden Donnerstag durch die Straßen von Salvadors Altstadt zieht, wenn sie nicht gerade irgendwo anders auf dem Globus spielt. Wer tagsüber auf der Praça da Sé oder dem beliebten Terreiro de Jesus Platz einer der zahlreichen Capoeira-Gruppen zuschaut, dem wird schnell klar, dass Musik aus Salvador vor allem auch afrikanische Musik ist.

"Schwarzes Herz"

Salvador de Bahia
Von der Oberstadt führt ein Lift in die Unterstadt. Foto: APA (dpa-tmn)

In keiner brasilianischen Stadt ist die afrikanische Kultur so präsent wie in Salvador. Salvador de Bahia de Todos los Santos, so der vollständige Name, war unter den portugiesischen Kolonialherren bis 1763 Brasiliens erste Hauptstadt. Über 200 Jahre machten die Portugiesen die Stadt zum Hauptumschlagsplatz afrikanischer Sklaven, dessen Nachfahren noch heute rund zwei Drittel der 2,7 Millionen Einwohner ausmachen. Sogar der Name der Altstadt zeugt von der Vergangenheit Salvadors. "Pelourinho" ist die Bezeichnung des Schandpfahls auf dem Sklavenmarkt, an dem die Sklaven öffentlich ausgepeitscht wurden.

Fast fünf Millionen afrikanische Sklaven wurden nach Salvador verschleppt, und hier schlägt immer noch das "schwarze Herz" Brasiliens. Das wird jedem Besucher bereits nach kurzer Zeit klar. Ein Gang durch den Mercado Modelo, den Markt für Kunsthandwerk am Hafen, führt anschaulich vor Augen, wie stark die afrikanischen Wurzeln Salvadors sind. Auch die brasilianische Küche wurde von Afrika beeinflusst. Wie süß, scharf, farbig und bunt Salvadors Regionalküche ist, kann man im Restaurant "Casa de Tereza" erfahren. Die Spezialität: Moquecas, ein Fisch- oder Meeresfrüchteeintopf mit Tomaten, Paprika und Koriander, der in Kokosmilch und Palmöl gekocht wird.

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