Anbandeln per Handy: Beliebte Flirt-Apps zum Mobile-Dating im Test

Durch kostenlose Verkupplungs-Apps wie Tinder, Twine oder Charm soll man unkompliziert neue Bekanntschaften übers Smartphone machen. Weekend Magazin hat die beliebten Dating-Apps für Sie auf Herz und Nieren getestet.

Flirten
Dank neuer Apps wird Flirten leicht gemacht Foto: Thinkstock

Ein Blick aufs Smart-phone – und das Flirten kann beginnen: Michael (30), schwarze Lederjacke, süßes Lächeln, aber ein Selfie auf der Disco-Toilette? Muss nicht sein – der Nächste, bitte! Kurz darauf zeigt sich das Profil von Klaus (29). Ein Foto auf der Jacht, er prostet mit einem Glas Champagner der Ka-mera zu – ganz schön angeberisch. Aber vielleicht Peter (30): Verschmitzter Blick, ein Foto beim Wandern auf dem Berg – ein Typ zum Pferde-stehlen?

Tinder

So heißt die neue App der Generation „Smartphone“, mit der man per Handy flirtet. Singles melden sich mit ihrem Facebook-Account an, stellen ein, wieweit der Flirt-Partner entfernt sein darf (in Kilometer-Anzahl) und welche Alters-Spanne infrage kommt – und schon geht’s los. Tinder lässt einen durch scheinbar endlos viele Profile blättern. Angezeigt wird der Vorname, das Alter und ein paar Fotos. Wer das Display nach rechts wischt, vergibt einen virtuellen Korb, nach links wischen zeigt Interesse. Die App macht zwei Personen nur miteinander bekannt, wenn sie sich gegenseitig ein „Herzchen“ geben, in Tinder-Sprache heißt das „matchen“. Erst dann können sich die beiden in einem extra eingerichteten Chat schreiben. Die Anmeldung dauert nur wenige Sekunden. Bis zum ersten Match dauert es nicht lange – und schon ist eine Nachricht im Postfach. Damit der Tinder-Chat nicht überfüllt ist, sollte man also nicht zu viele „Herzchen“ verteilen. „Hallo, ich sehe, du bist nur einen Kilometer von mir entfernt. Wohnst du auch hier in der Nähe?“, steht in einer Nachricht. Tinder ortet per GPS, in welchem Umkreis sich die Flirtpartner gerade befinden. Wem seine Privatsphäre heilig ist, sollte auf die App lieber verzichten. Ein Gerücht, das sich hartnäckig hält, ist, dass Männer auf Tinder sowieso nur auf „das Eine“ aus sind. Die Erfahrungswerte zeigen aber das Gegenteil: „Ich bin auf keinen Fall auf schnellen Sex aus“, „warnt“ etwa Rafael (33) gleich in der dritten Nachricht. Er sei auf der Suche nach etwas Festem. Mit 33 wolle er jetzt langsam ein Nest bauen. Von zehn Kontakten gab es keine einzige blöde Anmache. Nur Massimo (27) schrieb um halb zwei Uhr nachts: „Na, noch unterwegs und allein?“ Der ist aber auch ein italienischer Austauschstudent und nur für zwei Semester in Wien. Für solche Fälle gibt es die Blockier-Funktion.

Tinder
"Tinder" Foto: Hersteller

Twine

Ähnlich wie Tinder funktioniert auch die Flirt-App Twine. Die App bewirbt sich als Plattform der Intellektuellen. Sie will Singles mit ähnlichen Interessen zusammenbringen und schlägt für den Chat „interessante Gesprächsthemen“ vor. „Break the Ice“, heißt der Service, der Fragen wie diese anbietet: „Welchen Batman-Film magst du am liebsten?“ Wahnsinnig intellektuell ist diese Frage nicht. Ein weiteres Manko: Twine hat nur wenige Benutzer aus Österreich. Vorgeschlagen werden Flirt-Partner aus Indien, Bangladesch und Südafrika. Auf einen schnellen Kaffee – eher schwierig!

Charm

Bei „Charm“ gibt es statt Fotos einen Kurzfilm zu sehen. Die Filmchendauern nur kurze Zeit – das klingt ganz einfach: Wer aber probiert in zehn Sekunden ein möglichst attraktives und interessantes Gesamtbild per Video zu präsentieren, merkt, dass das gar nicht so leicht ist.

KillSwitch

Auch für gebrochene Herzen hält der App-Store etwas bereit: KillSwitch heißt die App, die verspricht „Nie wieder auf sein oder ihr dummes Gesicht starren.“ Die App löscht die Spuren der letzten Partnerschaft aus der Facebook-Chronik. Alle Markierungen, Fotos und Videos des Ex/der Ex werden unsichtbar gemacht. Aus den Augen, aus dem Sinn.

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Weekend Magazin Cover
Weekend Magazin Ausgabe 12/2014 Foto: Weekend Magazin

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