Der Spieletester: Arno Miller – mit Gewinnspiel!

Das schönste aus rund 1000 Brett- und Kartenspielen herauszufinden, die jedes Jahr auf den Markt kommen, ist keine leichte Aufgabe. Es wird mit dem „Graf Ludo“ prämiert. Der Preis wird seit 2009 in Deutschland vergeben. Der Bregenzer Journalist Arno Miller ist Gründungsmitglied und Sprecher der Jury.

Arno Miller
„Spielen ist nie langweilig, weil es immer gemeinsame Sache ist, mit Lachen und Ärgern.“ Arno Miller. Foto: Udo Mittelberger

Weekend: Wie wird ausgerechnet ein Vorarlberger Sprecher einer deutschen Jury?
Arno Miller:
Die Spielebranche ist ein relativ kleine Familie, da kennt jeder jeden. 1988 hatte ich die erste österreichische Spielezeitschrift (www.spielwiese.at) gegründet und nun bin ich bereits einer der dienstältesten Spielekritiker im deutschsprachigen Raum. Neben dem Spielreiz habe ich immer großes Augenmerk auf die ansprechende Gestaltung gelegt, das Auge spielt schließlich mit. So wurde ich gefragt, ob ich die Jury für den „Graf Ludo“ mitgründen will.

Weekend: Was ist der Unterschied zu „Spiel des Jahres“?
Arno Miller:
„Spiel des Jahres“, aber auch zahlreiche andere Preise zeichnen die gute Spieleidee aus. Der „Graf Ludo“ setzt da an, wo die Optik und das Material buchstäblich ins Spiel kommen: Haben die Grafiker und Illustratoren ein herausragendes Artwork abgeliefert? Dabei geht es nicht allein um den schwierigen Begriff Schönheit, sondern darum, ob Grafik, Illustration und Symbole die Spieler bei ihrem Vergnügen unterstützen oder nicht.

Weekend: Wie stellen Sie das fest?
Arno Miller:
Jedes Brett- und Kartenspiel hat unterschiedliche Phasen und Stationen. Je komplexer das Spiel, umso mehr spielt eine Rolle, seine Funktionalitäten möglichst leicht zu erfassen. Das ist eine wesentliche Aufgabe der Spielegrafik. Erst wenn das Gesamtpaket Idee–Umsetzung–Gestaltung passt, macht ein Spiel richtig Spaß. Der „Graf Ludo“ hilft Konsumenten, beim Kauf eine gute Wahl zu treffen (siehe Kasten).

Weekend: Wie schwierig ist es, preiswürdige Spiele zu finden?
Arno Miller:
Die gestalterische Niveau ist heute allgemein viel, viel höher als noch vor 10, 20 Jahren. Daran hat auch unser Preis Anteil, er ist für die Künstler Ansporn. Das Sichten beginnt auf den Spielemessen, zusammen mit meinen Jury-Kollegen wird danach in mehreren Runden aussortiert und heftig diskutiert. 

Weekend: Wie viele neue Spiele testen Sie denn pro Jahr?
Arno Miller:
Das sind zwischen 120 und 150.    

Weekend: Macht da das Spielen denn noch Spaß?
Arno Miller:
Natürlich enttäuscht das eine oder andere Spiel. Aber es fasziniert immer noch, wie viele gute Ideen von den Spieleautoren kommen. Und ganz entscheidend: Spielen ist nie langweilig, weil es immer gemeinsame Sache ist, mit Lachen und Ärgern, mit unmittelbarer menschlicher Reaktion. Wechselnde Mitspieler – und schon kann ein Spiel in eine ganz andere Richtung laufen. Deshalb freue ich mich über jeden neuen Spielinteressierten, der zur Runde stößt.

Weekend: Haben Sie ein Lieblingsspiel?
Arno Miller:
Nein, dazu gibt es zu viele gute Spiele. Was auf den Tisch kommt hängt deshalb von der Stimmung und Spielrunde ab. 

Graf Ludo
Die fachkundige „Graf Ludo“-Jury mit den beiden Preisträgern bei der Verleihung in Leipzig. Foto: Arno Miller

Graf Ludo 2016

Beste Familienspielgrafik:
Mysterium (Verlag Libellud, 2–7 Spieler ab 10 Jahre). Kooperativ, ein Spieler gibt den Mitspielern mittels Bildern Hinweise zur Lösung eines Geheimnisses.
Beste Kinderspielgrafik:
Spookies
(Verlag Haba, 2–5 Spieler ab 8 Jahre). Aufregende Würfelzockerei in einem Spukschloss.
www.graf-ludo.de

Mitspieler gesucht

Arno Miller testet und schreibt über Spiele. Wenn auch Sie neue Familien- und Erwachsenenspiele kennenlernen und ausprobieren wollen, nehmen Sie Kontakt mit ihm auf: info@spielwiese.at oder 05574/61429.

Graf Ludo
Melden sie sich bei Arno Miller und lernen die neuesten Spiele kennen. Foto: Leipziger Messe/Tom Schulze

Gewinnspiel

Diese zwei ausgezeichneten Spiel gibt es zu gewinnen!

Arno Miller
Foto: Leipziger Messe

„Mysterium“ und „Spookies“ – 2 x 2 Spiele zu gewinnen!

  • Wie heißt der Spielepreis der seit 2009 in Deutschland vergeben wird?