Wenn Jugendliche die Motivation verlieren

Wenn Jugendliche plötzlich eine „alles egal Einstellung“ entwickeln, der früher intensiv ausgeprägte Ehrgeiz komplett verschwunden und durch Trägheit ersetzt worden ist, sehen sich Eltern meist vor eine schwierige Aufgabe gestellt.

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Wenn Teenager plötzlich die Motivation verlieren Foto: Mike Watson Images/iStock/Thinkstock

Jugendliche stecken mitten im Hormonchaos, sind ständig auf der Suche nach ihrer eigenen Identität, wollen sich von den Eltern abgrenzen, begegnen in dieser Zeit der ersten großen Liebe und sollen sich auch um die Schule kümmern und an die Zukunft denken. In dieser emotionalen und gedanklich auch sehr intensiven Phase, bleibt häufig kaum Zeit oder Energie um sich mit all diesen Dingen gleichzeitig auseinander zu setzen. Da ist es kaum verwunderlich, dass irgendetwas - und das ist zum Leidwesen von Eltern und Lehrern meist die Schule - auf der Strecke bleibt.

Geduld und Grenzen

Geduld und Verständnis sind zwei entscheidende Attribute über die Eltern verfügen sollten, sobald die Kinder das Stadion der Pubertät erreicht haben. Denn wenn die eigenen Sprösslinge plötzlich trotzig, rebellisch und frech reagieren, müssen Eltern immer im Hinterkopf behalten, dass Jugendliche sehr unsicher sind und viel Liebe, Fürsorge und Verständnis brauchen. Ein funktionierendes Miteinander setzt allerdings auch gewisse Grenzen und Regeln voraus, die am besten gemeinsam mit den Jugendlichen vereinbart werden. Um Missverständnissen und Streitereien vorzubeugen, empfehlen Experten besonders darauf zu achten, wie miteinander gesprochen wird. Die richtige Wortwahl und der Tonfall sind notwendig, um Kompromisse zwischen Eltern und Jugendlichen zu finden.

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Kommunikation zwischen Eltern und Kind ist der Schlüssel Foto: Kikovic/iStock/Thinkstock

Ohne Fleiß kein Preis

Jugendliche brauchen viel Zeit zum Nichtstun und die sollte ihnen auch unbedingt eingeräumt werden. Nach der Ruhephase können dann Aufgaben für die Schule und den familiären Haushalt erledigt werden. „Ich mache das später“, ist lediglich eine Aufschiebetaktik der Teenager und sollte von Eltern nicht akzeptiert werden. Pädagogen zufolge ist es essentiell, dass Jugendliche lernen, dass gewisse Dinge in ihren Aufgabenbereich fallen und erledigt werden müssen. Umso schneller die Jugendlichen begreifen, dass durch ständiges Aufschieben alles nur schlimmer wird, desto eher erledigen sie die aufgetragene Hausarbeit oder die lästige Hausübung. Die größte Belohnung ist ohnehin, dass das schlechte Gefühl des Unerledigten der Erleichterung weicht und Eltern nicht mehr „nerven“. Auch wenn es für Mütter und Väter am Anfang schwierig ist, empfehlen Pädagogen, den Kindern die aufgetragene Arbeit nicht abzunehmen. Ansonsten verstehen sie nie, dass Erfolg nur durch Fleiß erarbeitet werden kann.

Motivation durch Lob

Festgelegte Ziele können den Jugendlichen zu neuer Motivation verhelfen. Dies kann ein bestimmter Berufswunsch sein, auf den in Etappen hingearbeitet wird, denn kleine Erfolge bringen große Motivation und stärken das Durchhaltevermögen. Auch Hobbys können sich positiv auf Ausdauer und Motivation der Jugendlichen auswirken. Wenn ein Interesse gefunden wurde, ist es die Aufgabe der Eltern das Kind zu motivieren auch weiterhin durchzuhalten.

Die wichtigsten Tipps für Eltern:

  • Eltern und Jugendliche vereinbaren gemeinsam welche Haushaltsarbeiten von wem und bis zu welchem Zeitpunkt erledigt sein müssen
  • Die Teenager werden von den Eltern an die noch unerledigten Aufgaben erinnert, sie werden aber keinesfalls von den Eltern übernommen
  • Jugendliche müssen lernen, dass Dinge immer schlimmer werden, je länger sie aufgeschoben werden
  • Die größte Belohnung ist die Erleichterung nach getaner Arbeit. Das Kind kann die freie Zeit genießen und sie nach eigenen Wünschen gestalten
  • Ohne Fleiß kein Preis: Teenager lernen, dass Erfolg nur durch Arbeit möglich ist
  • Kleine Schritte: Niemand kann sein Verhalten von einer Sekunde auf die andere ändern. Daher sollte jeden Tag ein kleines Ziel erreicht werden. Beispiel: Jeden Tag rund 20 Minuten lernen
  • Gründe gegen statt für das Aufschieben finden. Fragen Sie Ihr Kind gezielt, was dafür spricht eine Aufgabe hinauszuzögern und lassen Sie es die Antworten selbst formulieren

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