Schlechtes Zeugnis? So reagieren Eltern richtig

Die Sommerferien stehen kurz vor der Tür und damit auch die Übergabe der Zeugnisse. Während die einen auf ein erfolgreiches Schuljahr zurückblicken, müssen andere auch im Sommer lernen, um den Aufstieg in die nächste Schulstufe zu schaffen.

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Schlechte Noten belasten Kinder und Eltern Foto: Tomwang112/iStock/Thinkstock

Der letzte Schultag löst nicht nur Erleichterung und den Startschuss in einen langen Sommer aus. Für manche Eltern bringt er auch einen Schrecken, wenn die bereits erahnten negativen Noten der Kinder plötzlich schwarz auf weiß und mit offiziell beglaubigtem Stempel auf dem Schulzeugnis zu sehen sind. Damit schlechte Schulnoten nicht zur Belastung für die ganze Familie werden, sollten Eltern gewisse Dinge beachten.

Auswirkungen negativer Noten

Kinder müssen lernen mit Niederlagen umzugehen. Das beginnt beim Völkerball im Turnsaal und endet mit dem Akzeptieren einer schlechten Leistung bei Schularbeiten oder Tests und der damit einhergehenden (meist negativen) Beurteilung. Besonders wichtig ist hierbei, dass Kinder immer das Gefühl haben, dass Mama und Papa den Rücken stärken, an sie glauben und immer unterstützen, egal was geschieht. Eltern sollten dies auch verbal zum Ausdruck bringen und den Kindern Trost spenden, wenn schlechte Noten belastend sind. Werden Kinder mit Schulproblemen allein gelassen, können diese zu Schulangst, erhöhtem Leistungsdruck und starker Prüfungsangst führen.

Schulprobleme gemeinsam lösen

Bei schulischem Leistungsabfall werden Eltern im Regelfall von den Lehrern informiert und sollten jedenfalls deren Sprechstunden in Anspruch nehmen. In den meisten Fällen werden dadurch bereits erste Unsicherheiten und Ängste der Eltern gelöst, denn Lehrer können mit Lerntipps oder Empfehlungen für Nachhilfelehrer und Förderunterricht unterstützend zur Seite stehen. Auch Auffälligkeiten der Kinder, wie Konzentrationsschwierigkeiten oder eventuelle Verhaltensbesonderheiten während dem Unterricht und den Pausen können von den Lehrern sehr gut wahrgenommen und an die Eltern weitergeleitet werden. Wenn das Problem des Leistungsabfalls kein schulisches, sondern ein psychologisches ist, stehen außerdem Schulpsychologen bereit, die erste Hilfestellungen bieten. Wenn nötig, können gezielte psychologische Tests auch Aufschluss über die Ursache des Leistungsabfalls geben. Wichtig ist, dass zwischen dem Kind, den Eltern und den Lehrern ein ständiger offener Austausch über schulische Leistungen und die emotionale Lage des Kindes besteht.

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Unter Schulstress brauchen Kinder viel Trost Foto: LSOphoto/iStock/Thinkstock

Die richtige Reaktion bei schlechten Noten

  • Enttäuschung verbergen und zurückhalten. Eltern können davon ausgehen, dass das Kind noch trauriger über den Misserfolg ist.
  • Nicht wütend reagieren. Da schlechte Schulleistungen das Selbstbild der Kinder verändern, kann eine verärgerte Reaktion der Eltern dazu führen, dass Kinder Schuldgefühle entwickeln und auch ihr Selbstwertgefühl leidet darunter. In weiterer Folge können Kinder die Hoffnung auf einen positiven Erfolg in der Schule verlieren.
  • Vorwürfe und Konsequenzen bringen nichts! Wenn Kindern aufgrund von schlechten Noten das Hobby oder die Zeit mit Freunden gestrichen wird, hat das in den meisten Fällen nur kontraproduktive Auswirkungen. Gerade bei schulischen Problemen brauchen Kinder Erfolgserlebnisse außerhalb der Schule. Ein Sieg mit der Fußballmannschaft oder dem Volleyball-Team stärkt das Selbstbewusstsein und die Motivation ungemein.
  • Eltern sollten versuchen keinen Druck aufzubauen und Ultimaten tunlichst vermeiden.
  • Fokusieren Sie sich auf die Zukunft. Das Problem gemeinsam anzugehen, motiviert Kinder und Eltern. Hilfreich ist dabei das Erstellen eines Plans, bei dem realistische Ziele für die nächsten vier Wochen mit fixen Lernzeiten und auch Lernbereiche festgelegt werden. Auf diese Weise rückt das Ziel in griefbare Nähe.
  • Eltern sollten die Eigeninitiative der Kinder fördern und sie in alle schulischen Entscheidungen einbeziehen.
  • Lob tut gut und stärkt das Selbstbewusstsein. Belohnungen sind allerdings nicht nötig.

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