Links- oder Rechtshänder? Jetzt wissen wir warum

Ob Kinder Links- oder Rechtshänder sind und was das über sie aussagt, beschäftigt Eltern spätestens mit dem Schuleintritt. Sind Linkshänder klüger? Eher Einzelgänger? Oder sind das nur Mythen? Hier lesen Sie mehr.

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Ist Ihr Kind Links- oder Rechtshändler? Foto: dolgachov/iStock/Thinkstock

30 Prozent der Menschen werden als Linkshänder geboren. Das bedeutet, dass die Gehirndominanz der linken Seite stärker ausgeprägt ist und das Bewegungszentrum in der linken Gehirnhälfte liegt. Wenn Eltern übersehen, dass ihre Kinder Linkshänder sind, kann das verheerende Folgen haben, die sich beim Schuleintritt relativ schnell zeigen. Konzentrationsschwäche, Legasthenie und generelle Hemmung vor dem Schreiben sind die Auswirkungen, wenn Kinder mit der "falschen" Hand schreiben. Doch was entscheidet, ob Kinder Links- oder Rechtshänder sind?

Ursache liegt in der Wirbelsäule

Die Ursache für eine linke oder rechte Gehirndominanz liegt in den Genen und ist bereits vor der Geburt im Körper der Babys verankert. Das zeigt eine neue Studie, die erst kürzlich im Journal „eLife“ veröffentlicht wurde. Den Ergebnissen zufolge, ist die Wirbelsäule das Zentrum, das über eine Ausprägung der linken oder rechten Gehirnhälfte entscheidet. Von dort aus werden elektrische Impulse an Hände, Arme, Beine und Füße gesendet und diese Impulse entscheiden, ob die linke oder rechte Gehirnhälfte stärker ausgeprägt ist und in weiterer Folge, mit welcher Hand die Kinder schreiben werden.

Ist Ihr Kind Links- oder Rechtshänder?

Bis zum ersten Lebensjahr benutzen Kinder beide Hände. Ab einem Alter von rund vierzehn Monaten stellen die Kleinkinder fest, dass Greifen, Essen oder Spielen mit einer Hand besser funktioniert, als mit der anderen. Bis zum Kindergartenalter hat sich meist eine klare Tendenz zu einer sogenannten Arbeitshand entwickelt. Eltern können diese Entwicklung beobachten, indem sie darauf achten, mit welcher Hand Kinder nach Gegenständen greifen, oder wie sie spielen. Bei diesen automatisierten Vorgängen ist eindeutig zu sehen, mit welcher Hand Ihr Kind bevorzugt arbeitet.

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Linkshänder haben linke Gehirndominanz Foto: FamVeld/iStock/Thinkstock

Umlernen hat fatale Folgen!

Kinder sollen sich frei entwickeln können und die früher weit verbreitete Meinung, dass die rechte Hand die "schöne Hand" sei, ist längst überholt. Daher sehen Experten Umschulungen der Schreibhand als sehr problematisch an. Konsequenzen können Gedächtnisschwierigkeiten, Probleme bei der Konzentration und auch eine verzögerte Entwicklung der Feinmotorik sein. Mit welcher Hand Kinder bevorzugt arbeiten, muss in der heutigen Zeit nicht mehr diskutiert werden, trotzdem sollten Eltern im Alltag darauf achten und eingehen. Ein Klassiker ist beispielsweise der Löffel, der weder links noch rechts vom Tellerrand platziert werden sollte, sondern mittig, so dass sich das Kind aussuchen kann, mit welcher Hand es essen möchte.