Welches Kindergartenkonzept passt zu meinem Kind?

Die Wahl des richtigen und passenden Kindergartens für die Sprösslinge ist keine leichte. Zum Welttag des Kindergartens am 21. April stellen wir Ihnen die gängigsten Kindergartenkonzepte im Überblick vor.

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Verschiedene Kindergartenkonzepte fördern Individualität Foto: DGLimages/iStock/Thinkstock

1. Situationsansatz

Beim situativen Konzept sollen alltägliche Lebensbedingungen der Kinder in den Kindergartenalltag integriert und die sozialen Fähigkeiten der Kinder gefördert werden. Individuelle Erfahrungen, das bereits angeeignete Wissen und der kulturelle Hintergrund der Kleinen soll praktisch umgesetzt werden. Wenn beispielsweise der Apfelbaum im Garten Früchte trägt, sollen sich die Kinder eigenständig überlegen was mit den Äpfeln gemacht werden kann. Wollen sie die Äpfel gleich essen, oder sind es so viele, dass Apfelkuchen gemacht werden kann? Haben die Äpfel eventuell Würmer und sind deshalb ungenießbar und was geschieht wenn sie trotzdem gegessen werden? Wichtig ist im Situationsansatz eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt. Konflikte mit anderen Kindern werden von den Pädagogen zwar beobachtet, sollten von den streitenden Kindern aber selbst gelöst werden. Einen strukturierten Wochen- und Tagesplan gibt es nicht, da die Unternehmungen situativ an die Interessen der Kinder angepasst werden.

2. Montessori-Ansatz

Maria Montessori gilt als Begründerin der Montessori-Lehre. Deren Grundsatz ist, dass Kinder eigenständig und bewusst entscheiden womit und wie lange sie sich mit einem bestimmten Sachverhalt beschäftigen möchten. Durch die übertragene Verantwortung sollen Kinder lernen, selbstbewusste Entscheidungen zu treffen und selbstständiges Handeln wird dadurch ebenfalls gefördert. Die ausgebildeten Montessori-Pädagogen stehen den Kindern unterstützend zur Seite und fördern deren Entwicklung durch eigens dafür entworfene Spiele und Materialien. Montessori-Kindergärten verfolgen das erklärte Ziel auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes einzugehen und ihm die Freiheit und Selbstständigkeit einzuräumen um eigene Entscheidungen zu treffen.

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Selbstständige Entscheidungen treffen im Montessori-Kindergarten Foto: oksix/iStock/Thinkstock

3. Reggio-Kindergarten

In Kindergärten, die mit dem Reggio-Konzept arbeiten, wird Kindern ebenfalls die Freiheit eingeräumt selbst zu bestimmen was sie spielen und lernen möchten. Dies wird in Form von Projekten und Experimenten umgesetzt. Kooperation und Gemeinschaft sind ebenfalls zwei wichtige Aspekte, auf die in Reggio-Kindergärten besonders Wert gelegt wird. Außerdem sollen sich die Kinder bewusst mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. Zu diesem Zweck haben diese Kindergärten einen speziellen räumlichen Aufbau nach dem Vorbild italienischer Städte. In der Mitte befindet sich ein zentraler Platz, auf dem die Kinder immer wieder zusammenkommen (Piazza) und um diesen herum liegen die anderen Räume wie die Werkstatt, der Turn- und Bewegungsraum, Denk- und Entspannungsecken und Räumlichkeiten für kreative Tätigkeiten wie Malen.

4. Waldorfkindergarten

Waldorfkindergärten- und Schulen werden nach dem Konzept von Rudolf Steiner geführt. Zentrales Thema ist die Nachahmung. Kinder sollen Vorbildern (Kindergarten-Pädagogen) bei Arbeiten, wie Kochen, Schnitzen oder Reparaturen beobachten und durch das Nachahmen gewisse Fertigkeiten erlernen oder spielerisch umsetzen. Sowohl die individuelle als auch die ganzheitliche Entwicklung von Körper und Geist soll durch den fantasievollen Umgang mit Naturmaterialien und dem spielerischen Einsetzen von Alltagssituationen gefördert werden.

5. Freinet-Ansatz

Im Kindergartenkonzept nach Célstin Freinet soll ebenfalls eigenständiges Verhalten gefördert werden um die individuellen Stärken kennenzulernen. Die Pädagogen geben keinen Tagesablauf vor, dieser wird von den Kindern bestimmt. Zu Beginn malen oder schreiben die Kinder mithilfe des Kindergartenpersonals auf, was sie gerne machen würden. In der Gruppe präsentieren sie ihre Vorschläge und einigen sich im Anschluss auf einen gemeinsamen Tagesablauf. Die Pädagogen unterstützen die Kinder bei der Entscheidungsfindung. Auch die einzelnen Einheiten wie Malen oder Basteln werden weitgehend von Kindern geleitet, denn die Grundlage des Konzepts ist, den Kindern in ihrer Entschiedungsfindung zu vertrauen.

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Kinder sollen selbstständige Entscheidungen treffen können Foto: mikanaka/iStock/Thinstock

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