Kindliche Entwicklung: Jetzt werden wir groß

Beginnt mit dem Schuleintritt der "Ernst des Lebens"? Ansichtssache! Ganz sicher starte das Abenteuer Kindererziehung jetzt in eine neue aufregende Phase.

Bub Schüler Bücher
Aus Klein wird Groß: Mit jedem Jahr etwas mehr Eigenständigkeit Foto: BrianAJackson/iStock/Thinkstock

"Ganz egal, ob's regnet, donnert oder schneit, wir werden immer größer und auch gscheit!" Das lustige Kinderlied bringt es auf den Punkt: Im Volksschulalter machen Kinder eine enorme Entwicklung durch. Zwischen dem schüchternen Taferlklassler, der sich ängstlich an seine Schultüte klammert, und dem vorpubertären Möchtegern-Halbstarken liegen vier bewegte Jahre. Wir sagen Ihnen, was jetzt in Ihrem Kind vorgeht. 

Spannende Sachen lernen

Um Lesen, Schreiben und Rechnen überhaupt erlernen zu können, braucht das Kind sprachliche Fähigkeiten. Ebenso wie die Feinmotorik (Stift und Schere halten!) wird der Wortschatz ständig ergänzt und verbessert. Zusammenhänge werden immer interessanter. Im Museum, im Zoo, in Büchern stößt das Schulkind auf spannende Dinge, zieht Rückschlüsse daraus und zimmert sich ein recht realistisches Weltbild zurecht. Die Konzentrationsfähigkeit nimmt zu, das Gedächtnis ist beachtlich. Das Kind kann schon Ereignisse abwarten und sich darauf freuen. Wichtig: einmal gemachte Versprechen einhalten!

Die körperliche Entwicklung 

An Körpergröße legt ein Volksschulkind pro Jahr vier bis sechs Zentimeter zu, die Proportionen entwickeln sich weg vom Kleinkind, hin zum Erwachsenen. Die Milchzähne fallen aus und werden durch die ersten bleibenden Zähne ersetzt. Tolle Erfolge erzielen Volksschüler im motorischen Bereich. Rad fahren, Schwimmen, Inlineskaten, Fußball spielen: So schnell lernt der Körper nie wieder. 

Die kindliche Gefühlswelt

Viele Eltern sagen rückblickend: "Die Volksschulzeit war besonders schön!" Häufig sind diese vier Jahre ein stabiler, sicherer Lebensabschnitt für das Kind. Es kann eigene Gefühle besser regulieren, lernt, die Emotionen anderer einzuschätzen und entwickelt Eigenwahrnehmung und Selbstverständnis. Der Nachwuchs beginnt sich langsam von den Eltern zu lösen - aber auch, sich immer stärker zu vergleichen. Bestätigung statt Herumnörgeln, sollte im Elternhaus jetzt die Devise lauten. 

Der Einfluss der anderen 

Freundschaften mit Klassenkameraden und Nachbarskindern spielen eine immer größere Rolle. Lassen Sie Ihr Kind selbstständig Termine ausmachen - und mischen Sie sich nicht in die Auswahl der Freunde ein. Damit legen Sie einen Grundstein für das Vertrauensverhältnis zwischen sich und Ihrem Kind. 

Verantwortung übernehmen 

Kleine Aufgaben im Haushalt (Tisch decken, Geschirrspüler ausräumen) kann man einem Volksschuldkind ohne Weiteres übertragen. In der Schule wird es ja auch "eingeteilt". Manchmal mühsam: Der Nachwuchs beginnt, seine Eltern kritischer zu betrachten. Ein guter Anlass, sein eigenes Verhalten gegebenenfalls zu überdenken - und mit dem Kind zu wachsen.