So wissen Sie, ob Ihr Kind ohne Windel auskommt

Der selbstständige Gang auf die Toilette und das Leben ohne Windel ist ein großer Entwicklungsschritt für Kinder. Wann die Sprösslinge soweit sind und wie Eltern ihre Kinder am besten dabei unterstützen, lesen Sie hier.

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Ab wann kommen Kinder ohne Windel aus? Foto: Saklakova/iStock/Thinkstock

Prinzipiell lernen Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren den Harn- und Darmdrang zu kontrollieren. In dieser Entwicklungsphase werden die Nervenbahnen des Gehirns und der Ausscheidungsorgane miteinander verknüpft und die Kinder können den Druck von Harnblase und Darm richtig deuten und in weiterer Folge auf die Toilette oder das Töpfchen gehen. Kinder begreifen bereits, dass die Spannung in der Blase und die Auflösung dieses unangenehmen Gefühls zu einer vollen Windel führt.

Wann ist das Kind bereit?

  • Sobald Kinder den Eltern mitteilen, dass die Windel voll ist, sind sie bereit auf die Windel zu verzichten. Zeitgleich empfinden die Sprösslinge das Gefühl der Nässe und der dicken Windel meist als unangenehm und genießen es "unten ohne" herumzulaufen. Daher eignen sich gerade die warmen Sommermonate dazu, den Kindern die Windel abzugewöhnen .
  • Wenn Kinder selbstständig mitteilen, dass sie aufs Töpfchen müssen oder nervös zu zappeln beginnen und vermehrt auf die Windel greifen, ist dies ebenfalls ein Zeichen, dass das Kind lernt, den Harndrang zu kontrollieren.
  • Sollte die Windel außerdem über zwei bis drei Stunden trocken bleiben und das Kind auch in der Nacht keinen Stuhlgang mehr haben, kommt das Kind ohne Windel aus.
  • Ein weiteres Zeichen ist, dass Kinder sich vermehrt für den eigenen Körper und auch Exkremente interessieren. Wenn sie bemerken, dass die Wörter "Pipi" und "Kaka" spielerisch verwendet werden, setzt sich das Kind unbewusst mit der Thematik auseinander.
  • Wenn Kinder das Spielen unterbrechen und ein "stilles Örtchen" aufsuchen, sind sie ebenfalls bereit fürs Töpfchen.
  • Die Sprösslinge sollten außerdem bereits in der Lage sein die Hose alleine rauf- und runterzuziehen.

Was Eltern tun können

Sobald Eltern merken, dass das Kindchen bereit ist auf die Windel zu verzichten, sollten sie dem Sprössling erklären, wie der selbstständige Gang auf die Toilette zu bewältigen ist. Am besten das Kind sitzt ein paar Mal Probe, damit ein vertrauter Umgang mit dem Töpfchen entstehen kann. Außerdem sollten die Kinder sofort lernen selbstständig zu spülen und die Hände zu waschen, sobald sie fertig sind. Während Eltern ihrem Kind Töpfchen und Toilette vertraut machen, sollten sie sie auch verbal aufklären und Wörter wie "Pipi" und "Kaka" verwenden. So lernen die Kinder was sie tun und beginnen aktiv die Zusammenhänge zu verstehen. Außerdem sollten Eltern dem Kind mitteilen, wenn sie selbst die Toilette aufsuchen und aus diesem Grund den Raum verlassen. Denn Kinder beobachten ihre Eltern und ahmen ihr Verhalten nach. Sehr wichtig ist auch, dass Eltern nicht die Geduld verlieren und bei wiederholtem in-die-Hose-machen nicht schimpfen. Das setzt das Kind nur unnötig unter Druck und Eltern können das Kind in diesem Lernprozess nur unterstützen, dessen Entwicklung aber nicht beeinflussen. Manchmal üben auch andere Eltern indirekt Druck aus, indem sie erzählen, wie lange deren Kind schon trocken ist. Davon sollte sich aber niemand beeindrucken lassen, denn jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Wenn Ihr Kind im Volksschulalter immernoch öfter einnässen sollte, ist ein Arztbesuch zu empfehlen.

In der Nacht

Nachts benötigen Kinder meist noch länger eine Windel als untertags, da sie nicht immer aufwachen, wenn die Blase voll ist. Wenn Kinder dann aber soweit sind und auch nachts auf die Windel verzichten können, sollten Eltern das Töpfchen direkt neben dem Bettchen aufstellen und die Kinder auch wissen lassen, dass sie jederzeit nach ihnen rufen können.

Töpfchen-Training

Das sogenannte "Töpfchen-Training" hat seine Vor- und Nachteile. Prinzipiell geht es darum, dass Kinder gerade am Anfang der windelfreien Zeit daran erinnert werden, aufs Töpfchen zu gehen. Außerdem werden die Sprösslinge auch präventiv auf die Toilette gesetzt. Dann warten sowohl Eltern als auch Kinder erst einmal ab, ob es klappt oder nicht. Wenn das Kind ins Töpfchen macht, wird es gelobt, da so positive Emotionen mit der neuen Routine in Verbindung gebracht werden sollen. Der Nachteil am "Töpfchen-Training" ist allerdings, dass das Kind nicht lernt die Blase oder den Darm zu kontrollieren. Die Verantwortung wird von der Windel auf die Eltern übertragen und daher kann dieses Training lediglich als unterstützende Maßnahme gesehen werden. Die Kinder lernen allein durch das "Töpfchen-Training" nicht selbstständig auf die Toilette zu gehen.

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Töpfchen-Training Foto: Maya23K/iStock/Thinkstock

Loben: Ja oder Nein?

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Die einen vertreten die Meinung, dass es gut ist, wenn das Kind nach dem "erfolgreichen" Toilettengang gelobt wird, weil dieser mit positivem Empfinden verbunden wird. Andere sagen wiederum, dass es sich dabei um einen natürlichen Vorgang handelt, für den es kein Lob braucht. Kinder können jedenfalls immer gelobt werden, wenn sie selbstständig sagen, dass sie aufs Töpfchen müssen.

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Loben, wenn Kinder sagen, dass sie auf die Toilette müssen Foto: Ryan McVay/Valueline/Thinkstock

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