Prostatakrebs: Schonende Therapie durch IRE

Die radikale operative Entfernung der Prostata könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Eine neue deutlich schonendere Behandlung namens irreversible Elektroporation – kurz IRE - macht es möglich.

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Prostatakrebs schonend überwinden - durch IRE Foto: Ryan McVay/DigitalVision/Thinkstock

Die neue vielversprechende Therapie ist auch unter dem Namen Nanoknife Behandlung bekannt. Ein Verfahren, bei dem auf schonende Art und Weise z.B. Prostatakrebs mit Hilfe von elektrischen Spannungsfeldern behandelt wird. Gegenüber der herkömmlichen radikalen operativen Prostataentfernung hat die irreversible Elektroporation (IRE) einen wesentlichen Vorteil: Es gibt deutlich weniger Nebenwirkungen – etwa Inkontinenz und Impotenz.

So verläuft die Behandlung

Damit die Behandlung den gewünschten Erfolg bringt, werden die elektrischen Sonden exakt und geometrisch korrekt im Bereich des Prostatakarzinoms platziert. Dafür wurde der gesamte Tumor im Vorfeld mittels einer speziellen MRT-Untersuchung – der sogenannten multiparametrischen MRT-Untersuchung mit einer Endorectalspule – lokalisiert. Bei der IRE-Methode werden durch elektrische Pulse Löcher in den Membranen der Tumorzellen erzeugt, wodurch diese zu Grunde gehen. Man spricht auch von induzierter Apoptose. Für den Patienten entscheidend ist, dass die Tumorzellen gezielt behandelt werden, ohne dass das umgebende Gewebe wie Gefäße, Nerven, Blasenschließmuskel und Darm in Mitleidenschaft gezogen werden. Das ist auch der Grund, warum es bei der IRE-Behandlung im Vergleich zur herkömmlichen chirurgischen Prostataektomie weniger Komplikationen gibt.

Abrechnung

Als relativ junge Behandlung wird die IRE-Therapie vorerst nur als private Leistung angeboten. In welchem Ausmaß eine Kostenrückerstattung seitens der gesetzlichen Versicherungen und seitens einer Zusatzversicherung übernommen wird, ist im Einzelfall zu klären.