Schonende Alternative zur Darmkrebsvorsorge

Sie wollten eigentlich zur Darmkrebsvorsorge, aber schieben diese vor sich her? Schluss damit, es gibt eine schonende Alternative!

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Darmkrebsvorsorge wird immer schonender Foto: Nastco/iStock/Thinkstock

Jährlich erkranken in Österreich etwa 4500 Menschen an Darmkrebs. Damit gehört Darmkrebs zu den häufigsten Krebsarten. Das müsste nicht so sein, entsteht doch Darmkrebs typischer Weise über Jahre aus gutartigen Vorstufen, den sogenannten Darmpolypen, die rechtzeitig erkannt und entfernt werden können. Zur Entdeckung dieser noch gutartigen Krebsvorstufen kann neben der herkömmlichen Darmspiegelung auch die schonende virtuelle Koloskopie mittels MR- Tomographie oder CT-Technik eingesetzt werden.

Bei der virtuellen Koloskopie wird der Darm von außen her gescannt und dann dreidimensional bildlich dargestellt. Kleine Polypen, die als mögliche Vorstufen eines Darmkrebs bedeutsam sind, können bereits ab einer Größe von 5mm gut erkannt werden.

Diagnostik ohne Endoskop

Das Einführen eines Endoskops, wie bei der herkömmlichen Darmspiegelung, ist für die Diagnostik nicht mehr notwendig, wohl aber die vorbereitende Darmreinigung durch Einnahme von Abführmitteln.

Jedoch ist auch diese bei Verwendung moderner Abführmittel deutlich angenehmer geworden: Früher war es notwendig am Tag vor der Untersuchung 4 Liter einer „wenig schmackhaften“ Flüssigkeit zu trinken. Bei Einsatz moderner Abführmittel genügen heute bei der virtuellen Koloskopie 2x 250ml einer Flüssigkeit, die etwa nach Mineralstoffbrause schmeckt. Für die zusätzlich notwendige Flüssigkeitszufuhr kann dann Wasser oder Tee verwendet werden.

Neben einer besseren Akzeptanz seitens der Patienten – von vielen wird die herkömmliche Darmspiegelung trotz deutlicher Verbesserungen in den letzten Jahren noch immer als sehr unangenehm empfunden – hat der Verzicht auf das Endoskop vor allem dann Bedeutung, wenn die herkömmliche Darmspiegelung nur unvollständig möglich ist, z. B. aufgrund von Engstellen, Knickbildungen oder bei besonders langem Dickdarm.

Auch bei vorhandener Blutungsneigung, bei entzündlicher Darmerkrankung oder bei Herz- Kreislauferkrankungen kann die schonende virtuelle Koloskopie eine wertvolle Alternative zur herkömmlichen Darmspiegelung sein.

Liefert die virtuelle Koloskopie ein unauffälliges Ergebnis, hat man seine Darmvorsorge für die nächsten 5 Jahre schonend erledigt. Wird ein verdächtiger Polyp entdeckt, so kann dieser zeitnahe endoskopisch entfernt werden.

MR-Koloskopie schonend und ohne Strahlenbelastung

Die virtuelle Koloskopie kann grundsätzlich mittels CT (Computertomographie) oder mittels MR (Magnetresonanztomographie) durchgeführt werden. Der große Vorteil der MR-Technik liegt darin, dass sie ohne Strahlenbelastung auskommt. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn die Untersuchung als Vorsorge in regelmäßigen Abständen von 3 bis 5 Jahren wiederholt wird. Der Nachteil der MRT-Untersuchung liegt in etwas höheren Kosten. So kostet eine virtuelle MR-Koloskopie je nach Institut bei ca. € 290,-. Im Gegensatz zur herkömmlichen Koloskopie erfolgt bei der virtuellen Koloskopie noch keine Kostenübernahme seitens der gesetzlichen Krankenkassen.

Grundsätzlich sei angemerkt, dass durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, sei es mit herkömmlicher Darmspiegelung oder durch die MR-Koloskopie das Risiko an Darmkrebs zu erkranken massiv gesenkt werden kann.