29. 05. 2018 Kärntner Landesarchiv, Klagenfurt

Frühgeschichtler P. Gleirscher präsentiert Buch

Hermagoras/Mohorjeva, Landesmuseum Kärnten und das Landesarchiv Kärnten laden zur Buchpräsentation: Frühgeschichtler Paul Gleirscher stellt am 29. Mai (19 Uhr) im Kärntner Landesarchiv sein neues Werk „Karantanien - Slawisches Fürstentum und bairische Grafschaft“ vor.

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Das so genannte Grab des hl. Modestus im Dom von Maria Saal, ein Pasticcio aus jüngster Zeit Foto: LMK

Geschichte spielt im Selbstverständnis vieler Menschen eine wichtige Rolle. Im Zentrum solcher Reflexionen stehen in Mitteleuropa die Zeit der Kelten und das Frühmittelalter. Zwischen dem Untergang des Weströmischen Reiches (476) und der Einrichtung des Herzogtums Kärnten (976) liegen 500 Jahre, bei denen es sich keineswegs um „dunkle Jahrhunderte“ handelt. Im Zuge tiefgreifender politischer und gesellschaftlicher Veränderungen entstand auf Grundlage der römischen Provinz Norikum ein neuer Staat, Karantanien, aus dem schließlich Kärnten als zweisprachiges Land hervorgehen sollte.

Neue Sichtweisen

Die Zusammenschau der historischen und archäologischen Quellen führt in vielem zu einer neuen Sichtweise. Dabei spannt sich der Bogen von der Herrschaft der Ostgoten, Franken und Byzantiner im 6. Jahrhundert über das slawische Fürstentum Karantanien im 7. und 8. Jahrhundert bis hin zur bairischen Grafschaft Karantanien im 8. und 9. Jahrhundert. Es wird versucht, unterschiedliche Aspekte des täglichen Lebens – vom Kochgeschirr über Werkzeug, Schmuck und Bewaffnung bis hin zum Grabbrauch – ebenso zu beleuchten wie Glaubensfragen mit ihren Spannungen für Staat und Gesellschaft.

Thesen & Mythen

Antworten auf relevante Fragen zur Frühgeschichte Kärntens fußen wiederholt auf überkommenen Einschätzungen der archäologischen und historischen Quellen, sind immer wieder auch bestimmten Forschungstraditionen verhaftet. Die Fakten, die hinter so manchen Thesen und Mythen stehen, erweisen sich jedenfalls als klarer, wie man mitunter meinen möchte. Das zeigt sich besonders deutlich in der Diskussion um Fürstenstein und Herzogstuhl oder auch an der Frage nach der territorialen Ausdehnung Karantaniens. Unter anderem zeichnet sich ab, dass das Zentrum des slawischen Fürstentums Karantanien nicht im Zollfeld oder in Karnburg lag, sondern um Moosburg zu suchen ist. Karnburg erweist sich hingegen als königliche, unter Arnulf von Kärnten errichtete Burg für die Verwaltung des Landes. Und nicht zuletzt erscheinen der Kärntner Fürstenstein und das dort praktizierte Ritual in neuem Licht, lassen sich wie die Karnburg nicht in vorkarolingische Zeit zurückführen.

Anmeldungen und Infos:
Christina Primik 
T +43 (0)463/56 515-20
E: zalozba@mohorjeva.at

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