Festwochen der Alten Musik: Französische Altistin gewinnt Cesti-Wettbewerb

Die Altistin Anthea Pichanick wurde von der Jury zur Siegerin des 6. Internationalen Gesangswettbewerbes für Barockoper Pietro Antonio Cesti gekürt.

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Dienstagabend konnte die 29-jährige Altistin Anthea Pichanick den mit 4000 Euro dotierten Preis entgegennehmen. Foto: Andrea Hadringer

Insgesamt stellten sich in diesem Jahr beim Cesti-Wettbewerb im Rahmen der Innsbrucker Festwochen 67 Teilnehmer aus 26 Nationen einer internationalen Jury. Die 29-jährige Französin Anthea Pichanick überzeugte mit einer Arie Arie des Flammiro aus der Oper „Le nozze in sogno“ von Pietro Antonio Cesti und mit der Arie „Sorge l’irato nembo“ des Orlando aus der Oper „Orlando Furioso“ von Antonio Vivaldi. Beim Finalkonzert am Dienstagabend erhielt die Altistin den mit 4000 Euro dotierten 1. Preis. Pichanick wurde auch mit dem Sonderpreis für eine für einen Konzertauftritt im Rahmen des Alte-Musik-Festivals „Resonanzen“ im Wiener Konzerthaus ausgezeichnet. Die französische Sängerin ist Meisterschülerin von Montserrat Caballé.

Der 2. Preis ging an den 28-jährigen Countertenor Konstantin Derri aus der Ukraine, der im Finalkonzert nach einer Pflichtarie aus Cestis Oper die Arie „Venti, turbini, prestate“ des Rinaldo aus Händels gleichnamiger Oper zum Besten gab.

Platz drei ging an die 23-jährige italienische Sopranistin Alice Rossi, die nach einer Arie aus Cestis Oper „Le nozze in sogno“ ebenfalls mit einer Arie aus „Rinaldo“ zu hören war, „Molto voglio, molto spero“ der Armida.

Der Publikumspreis ging in diesem Jahr an die 28-jährige Italienerin Arianna Venditelli. Sie sang nach einer Arie aus der Cesti-Oper „Le nozze in sogno“ die Arie „Non potrà dirmi ingrata“ der Angelica aus Händels Oper „Orlando“. Der 27-jährige Bassbariton Matteo Loi wurde mit zwei Sonderpreisen ausgezeichnet: einem Engagement für eine Opernproduktion am Theater an der Wien und für ein Konzert des Festivals „Winter in Schwetzingen“.

„Die Entscheidung für die Jury war noch nie so schwierig wie heuer“, stellte Alessandro De Marchi, der künstlerische Leiter der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und Initiator des Wettbewerbs, nach dem spannenden Wettsingen fest, „denn das Niveau des Wettbewerbs war extrem hoch und die Kanditaten lagen mit ihren Leistungen ganz eng beisammen.“

De Marchi gab während der Preisverleihung auch bereits das Pflichtprogramm für den 7. Cesti-Wettbewerb im kommenden Sommer bekannt: die deutsch-italienisch-sprachige Barockoper „Octavia“ des Hamburger Opernkapellmeisters Reinhard Keiser, die dann 2017 als BAROCKOPER:JUNG aufgeführt werden wird.  

Benannt ist der Cesti-Wettbewerb nach dem italienischen Komponisten Pietro Antonio Cesti, der Mitte des 17. Jahrhunderts Innsbruck zu einem Zentrum der italienischen Oper nördlich der Alpen machte. Der Wettbewerb richtet sich an junge Sängerinnen und Sänger aus aller Welt mit einer besonderen Begabung und Ausbildung für das überaus vielfältige Barockopernfach.

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