10 Verhaltensweisen, die zum Beziehungsaus führen

Frisch verliebt scheint alles so einfach und man könnte platzen vor Glück – so könnte es für immer bleiben. Tut es aber oft nicht. Es gibt bestimmte Verhaltensweisen in einer Beziehung, die einen alarmieren sollten …

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Beziehungen sind ein Geschenk, das man jeden Tag von Neuem würdigen muss Foto: weerapatkiatdumrong/iStock/Thinkstock

Je länger eine Beziehung anhält, desto größer werden das Vertrauen und die Verbundenheit, die man empfindet. Eine stabile Beziehung schenkt Kraft und das Gefühl von Geborgenheit. So kann man sich wirklich sicher fühlen und sich fallen lassen. Aber nicht immer entwickeln sich die Dinge wunschgemäß. Es kann passieren, dass sich einer in der Beziehung unglücklich, einsam oder unverstanden fühlt. Vor allem einige typische Verhaltensweisen, die sich im Laufe der Zeit einschleichen können, geben einen deutlichen Hinweis darauf, dass in der Beziehung etwas grundlegend nicht mehr in Ordnung ist.

1. Fehlende Zeit und Desinteresse

Eine Beziehung lebt von gemeinsam verbrachter Zeit. Ist der Partner jedoch ständig beruflich oder anderweitig eingespannt, wird diese zur Mangelware. Der eine wird meist vertröstet und anderen Interessen wird der Vorzug gegeben. Auch wenn dies vielleicht gar nicht bewusst und mit böser Absicht geschieht, führt dieser schleichende Prozess dazu, dass man sich auseinanderlebt. Irgendwann ist es demjenigen, der ständig sitzengelassen wird, schlichtweg egal, dass der eine nie Zeit hat. Das führt schlussendlich zu Desinteresse, und auch wenn man sich dann sieht, hat man sich im Grunde nicht mehr wirklich etwas zu sagen. Fehlt es in einer Beziehung an gemeinsam verbrachter Zeit, ist das Fundament der Liebe in Gefahr! Wer sich nicht sieht, kommuniziert auch nicht mehr, sei es positiv wie negativ. Manchmal bemerkt man diese Entfremdung erst sehr spät – vielleicht zu spät. Damit es erst gar nicht so weit kommt, braucht es die Bereitschaft von beiden Seiten, dem anderen konsequent einen Teil seiner Zeit zu schenken – egal, wie voll der Terminkalender ist.

2. Unterschiedliche Vorstellungen vom Leben

Dieser Fall tritt besonders häufig ein, wenn man sich in jungen Jahren kennengelernt hat. Trifft man den Mann seiner Träume im 1. Semester an der Uni und alles scheint toll, kann das beim Eintritt ins Arbeitsleben schon wieder ganz anders aussehen. Wie möchte man leben, welchen Stellenwert nehmen Karriere oder die Familienplanung ein? Häufig zerbrechen langjährige Beziehung dann, wenn bei beiden große Veränderungen anstehen und man sich auf keinen gemeinsamen Nenner einigen kann.

3. Nicht verzeihen können

Streit gehört dazu: Wenigstens herrscht so ein Austausch in der Beziehung, komplettes Desinteresse wäre viel schlimmer. Wenn man aber nicht verzeihen kann, dem anderen bei jeder erneuten Diskussion alte Geschichten auftischt und ihn mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen überhäuft, dann belastet man damit die Beziehung und vor allem auch sich selbst. Eine konstruktive Lösung des offensichtlich vorhandenen Problems ist so unmöglich, da es nur noch darum geht, wer den Streit "gewinnt". In einer Beziehung sollte es aber nicht darum gehen, den anderen zu übertreffen oder zu besiegen, sondern man sollte sich als Team wahrnehmen, das gemeinsam an einem Strang zieht.

4. Nur du und ich

Es gibt Paare, die zwar viel Zeit miteinander verbringen, sich dabei aber immer in irgendwelche Aktivitäten flüchten: Man geht schick essen, trifft sich mit Freunden, probiert gemeinsam eine neue Sportart aus – all dies ist toll, solange man auch einfach einmal nur zu zweit zu Hause sitzen kann, ohne irgendetwas zu machen. Bei einer Beziehung, die nur noch von gemeinsamen Aktivitäten lebt, sollte man sich die Frage stellen, ob man denn eventuell nur nicht alleine sein will oder ob wirklich genau diesen einen Partner an seiner Seite möchte.

5. Das liebe Geld

Geld ist einer der häufigsten Streitpunkte in einer Beziehung. Wer verdient mehr, wer gibt mehr aus, wer hat das letzte Mal gezahlt, wer schuldet wem wieviel … all das sind Themen, die eine Beziehung belasten können. Dabei ist das Geld aber auch oft nur Sinnbild für etwas anderes. Wer sich zu wenig beachtet und geschätzt fühlt, kann einfach das Thema Finanzen ansprechen – schon ist einem Aufmerksamkeit gewiss. Hinter Streitigkeiten rund ums Geld verbergen sich also sehr oft tiefgründigere Probleme, die ernst genommen werden müssen.

6. Fehlendes Vertrauen

Vertrauen ist ein kostbares Gut: Es entwickelt sich langsam, kann in Sekunden zerstört werden und ist anschließend noch viel schwieriger wieder aufzubauen. Aber was gibt einem eine Beziehung, in der man dem Partner nicht mehr vertrauen kann? Anstelle von Geborgenheit dominiert das Misstrauen. Wie soll man sich wohlfühlen, wenn man nicht mehr daran glaubt, dass die Worte des anderen aufrichtig gemeint sind. Und wie kann man unterscheiden, was wirklich der Wahrheit entspricht und was nicht? Um das Vertrauen zu zerstören, braucht es gar keinen Seitensprung, auch viele andere Verhaltensweisen können dazu führen. Leere Versprechungen, ein schlimmer Streit oder Lügen, all das lässt das Vertrauen bröckeln. Verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen ist ein sehr langwieriger und schwieriger Prozess. Ab einem bestimmten Punkt helfen aber nicht einmal mehr Geduld und Zeit, sondern das kostbare Gut ist für immer verloren und damit auch die Liebe.

7. Starre Rollenverteilung

Der Aussage, dass man sich die Arbeit im Haushalt teilt, stimmt zwar meist jeder Mann begeistert zu, ob dies dann aber wirklich den Tatsachen entspricht, ist fraglich … Eine Studie konnte zeigen, dass Frauen doppelt so stark von ihren Ehemännern wie von den Kindern gestresst werden. Das liegt vor allem daran, dass die Rollenverteilung eben doch nicht so ausgeglichen ist, und sich Männer viel zu sehr auf Frauen verlassen. Diese haben dann das Gefühl, alles managen und organisieren zu müssen – und die Männer nehmen dies entspannt an.

8. Willst du …?

Nein, über das Heiraten sprechen wir hier nicht! Es geht – mal wieder – um die richtige Kommunikation in der Partnerschaft. Seine eigenen Wünsche zu äußern ist wichtig, denn nur so kann der Partner auch darauf eingehen – mit einem Hellseher werden wohl die wenigsten von uns eine Beziehung führen. Dabei sollte man aber einmal auf die Formulierung achten. Äußerst man seine Wünsche aktiv und sagt "Ich will dies und das und jenes", dann ist das ein gutes Zeichen. Benutzt man hingegen verstärkt Sätze wie "Ich will nicht, dass …", stellt sich die Frage: Ja was will man denn eigentlich? Will man diese Beziehung überhaupt noch? Oder erfährt man darin sowieso meist nur noch negative Gefühle, die man ablehnt und eben genau nicht will? Seien Sie bei der Beantwortung dieser Frage ehrlich zu sich selbst.

9. Einer bestimmt

Und zwar alles. Der andere kann froh sein, wenn er mitkommen darf. Dies ist absolut kein erstrebenswerter Zustand! Wenn in der Liebe nur einer sagt, wo's langgeht, geht der eine dabei unweigerlich unter und verliert sich selbst. Irgendwann weiß man dann gar nicht mehr, was man selbst eigentlich möchte. Damit es nicht so weit kommt, ist es höchste Zeit die Notbremse zu ziehen, sich auf seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu besinnen und diese klar zu artikulieren.

10. Siehst du mich?

Der letzte Punkt hat auch wieder etwas mit dem ersten zu tun. Doch hier geht es nicht darum, dass man sich physisch nur selten trifft oder kaum einmal etwas gemeinsam unternimmt, sondern darum, dass man sich zwar sieht – und gleichzeitig blind ist. Blind dafür, dass der andere nicht selbstverständlich ist und immer da sein wird. Blind dafür, dass man einen Menschen zwar lieben, aber dennoch verletzen kann. Blind dafür, zu erkennen, wie besonders und einmalig der Partner ist und dass es eine Freude sein sollte, so jemanden in seinem Leben haben zu dürfen. Macht man sich bewusst, dass eine Beziehung ein Geschenk ist, das man jeden Tag von Neuem würdigen muss, würden viele der vorher angeführten Punkte wohl gar nicht erst eintreten …