Nach Vater-Einspruch: Still-Verbot für Mutter?

Wie viel Stillen ist genug? Diese Frage bekommt neue Nahrung durch einen brisanten Fall in den USA. Im Zentrum: Eine Schauspielerin, die sich um ihr Recht, ihrem Kind so lange die Brust zu geben, wie es das will, betrogen fühlt.

Baby Mutter Stillen
Einer der bewegendsten Momente zwischen Mutter und Kind Foto: NataliaDeriabina/iStock/Thinkstock

Mit einer Exklusiv-Geschichte der ungewöhnlichen Art sorgt das amerikanische Society-Portal People für Aufsehen: Der hierzulande wenig bekannten Serien-Schauspielerin Nicole Curtis wurde richterlich untersagt, ihren Sohn Harper weiterhin (ausschließlich) zu stillen. Der Antrag dazu wurde vom Kindesvater selbst - dem Schauspieler Shane McGuire - eingebracht. Sein Verdacht: Curtis stille das Kind, um es von ihm fernzuhalten.

Mit drei Jahren gestillt

Brisanter Hintergrund: Der gemeinsame Sohn, um den der Rechtsstreit sich seit der Trennung des Paares dreht, ist drei Jahre alt. Während Curtis das alleinige Sorgerecht anstrengte, räumte das Familiengericht McGuire ein Besuchsrecht ein. Mittlerweile dürfte er sein Kind auch für ein Wochenende zu sich zu holen. Dies scheitert laut seiner Aussage daran, dass Harper nur Muttermilch über die Brust zu sich nehme. Eine Beziehung zu ihm - unabhängig von der Mutter - aufzubauen sei aus Sicht des Schauspielers dadurch nicht möglich.

Richter greift ein

Flasche als Alternative? Keine Option für Curtis, die gegenüber dem Magazin betont: "Er hat noch nie aus der Flasche getrunken, und dann muss er plötzlich, nur weil er bei seinem Vater ist." Über die jüngste Entscheidung des Richters zeigt sich die Schauspielerin daher immer noch schockiert: "Ich hätte nie gedacht, dass man per Gerichtsbescheid dazu gezwungen werden könnte, sein Kind weniger zu stillen bzw. abzustillen."

Wie viel Stillen ist genug?

Die Causa Curtis beschäftigt mittlerweile nicht nur die Gerichte, sondern hat der Debatte darüber, wie viel Stillen der Gesundheit eines Kindes zuträglich sei, neue Nahrung gegeben. Zahlreiche Mütter üben in Foren Kritik an der Haltung der Schauspielerin, die den Standpunkt vertritt, dass ein Kind über den Zeitpunkt des Abstillens selbst entscheiden sollte. Curtis fühlt sich missverstanden und in die Ecke gedrängt.

Was die WHO empiehlt

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine sechsmonatige Stillphase, um die optimale Versorgung und Entwicklung des Säuglings sicherzustellen. Studien, die Curtis und McGuire, die sich offenbar in dieser Frage nur schwer annähern können, wohl nicht mehr helfen.

Causa Curtis

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