Genuss ohne Reue: Keine Macht dem Wein-Kater

Im Wein liegt die Wahrheit, deshalb ist er mit Bedacht zu genießen. Wählen Sie Ihren Lieblingswein nicht nach der Kopfschmerz-Wahrscheinlichkeit aus. Denn mit den folgenden sechs Tipps haben üble Nebenwirkungen keine Chance.

Cover Weinkater
Genießen Sie Ihren Wein ohne Angst vor dem Wein-Kater Foto: Deagreez/iStock/Thinkstock

Der Wein ist nicht an allem schuld! Es gibt mehr als 160 Arten von Kopfschmerz: Dazu gehören Migräne, Spannungskopfschmerz, Clusterkopf- oder Donnerschlagkopfschmerzen. Wer einen dieser Brummschädel schon genießen durfte, kann bestätigen, dass ein Wein-Kater nicht das Schlimmste auf Erden ist. Trotzdem gibt es neben den klassischen Katermitteln die eine oder andere kleine Wunderwaffe, die speziell gegen die Nachwirkungen des Weingenusses hilfreich sind. Mit diesen sechs Tipps können Sie dem Wein-Kater den Garaus machen:

1. Wasser

So simpel und doch so wirksam: Viel trinken! Aber nicht Wein, sondern stilles, natriumreiches sowie magnesiumhaltiges Wasser. Der Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit. Gönnen Sie sich deshalb idealerweise pro Stunde ein Glas von dem antialkoholischen Getränk zu Ihrem auserwählten Wein. Vermeiden Sie am Morgen danach, mit Kaffee in den Tag zu starten. Er wirkt stark entwässernd. Um den Mineralienhaushalt wieder aufzufüllen, eignen sich Fruchtsäfte und eine Gemüsebrühe hervorragend.

2. Honig

Dieses Wein-Kater-Mittel kannten Sie bestimmt nicht: Honig. Am Morgen danach genossen, unterstützt die enthaltene Fruktose den Körper dabei, den Alkohol abzubauen. Wer es nicht so süß mag, kann alternativ auch auf Tomatensaft, Salzstangen, Rollmöpse und Essiggurken zurückgreifen.

3. Eiweiß

Die Aminosäuren im Eiweiß helfen der Leber, den Weingenuss nicht allzu übel zu nehmen. Lassen Sie aber die Finger von hart gekochten Eiern, da sie schwer verdaulich sind. Auch Zucker ist nicht zu empfehlen - er ist schlecht für die Leber.

4. Antihistaminicum

Wenn alle Stricke reißen, können Sie noch zu Antihistaminica greifen, um die Symptome zu lindern. Diese Medikamente sollten jedoch nur nach ärztlicher Absprache und im Notfall eingenommen werden.

5. Der richtige Snack

Zu einem guten Glas Wein passen herzhafte Snacks hervorragend und unterstützen Ihren Körper bereits im Vorfeld, um die Nachwirkungen möglichst gering zu halten. Um den Wein-Kater wieder los zu werden, benötigt der Körper vor allem Fette, Salze und Mineralstoffe. Gönnen Sie sich deshalb zu ihrem guten Tropfen ruhig ein paar herzhafte Snacks wie Erdnüsse, Oliven oder Salzgebäck.

6. Sauerstoff

Achten Sie auf ausreichend Luftfeuchtigkeit in ihren Räumen. Die ideale Raumtemperatur liegt zwischen 19 und 22 Grad. Falls ein Spaziergang an der frischen Luft, um den Kreislauf in Schwung zu bringen, nicht in Frage kommt, hilft alternativ kräftiges Stoßlüften.

Nicht mixen

Es wird von Experten empfohlen, keinesfalls verschiedene Alkoholarten miteinander zu mischen. Wer einmal mit Wein begonnen hat, sollte auch bei diesem bleiben, wenn er keine Lust hat, am nächsten Tag einen Wein-Kater zu bekommen. Ein weiteres altbekanntes Mittel, um die Wirkung von Alkohol etwas zu verzögern, ist es, im Vorfeld fettig zu essen.

Warum so üble Folgen?

Ein weit verbreitetes Gerücht besagt, dass die im Wein enthaltenen Tanninen die Ursache für den Kopfschmerz sind. In Wahrheit liegt es aber an den biogenen Aminen und dem Alkohol.

Haupttäter Amine

Biogene Amine sind in vielen Lebensmitteln wie Tomaten, Bier, Sauerkraut und Hartkäse enthalten. Die häufigste Unverträglichkeit, die von Aminen ausgeht, bezieht sich auf das bekannte Histamin. Es wird im Normalfall durch körpereigene Enzyme abgebaut. Einige Menschen reagieren aber allergisch auf Histamin und das kann sich durch Kopfschmerzen bemerkbar machen. Im Wein stellt der Stoff lediglich ein Nebenprodukt dar, das entsteht, wenn die Säure biologisch abgebaut wird. Meist erscheint der gute Tropfen dann "bekömmlicher", obwohl er das eigentlich gar nicht ist. Besonders, wenn der Körper mehr Histamin zugeführt bekommt, als er abbauen kann (8 Milligramm sind hier schon ausreichend), kommt es zu einer allergischen Reaktion. Kopfschmerzen, und in manchen Fällen sogar Hautrötungen und Juckreiz sind die Folge. Man könnte natürlich nur noch zu Weinen greifen, die garantiert histaminfrei sind. Der Haken daran ist nur, dass diesen Rebensaft niemand trinken würde, weil sie einfach keinen guten Geschmack mehr bieten. Die einzige Lösung ist es also, weniger und maßvoller von den guten Weinen zu trinken.

Alkohol

Zellgifte sind ungesund und können die Ursache für Kopfschmerzen sein. Alkohol ist ein solches Gift und dehydriert den Körper. In zu hohem Maße genossen wirkt sich Alkohol auch auf grundlegende körperliche Abläufe aus. Er beeinflusst zum Beispiel die Regelung der Körpertemperatur und die Atmung. Der Großteil des aufgenommenen Zellgiftes wird in der Leber abgebaut.