Was Eltern oft denken, aber nicht sagen dürfen!

Eltern lieben ihre Kinder bedingungslos und wissen jedes Bäuerchen als ein Zeichen überlegener Intelligenz zu deuten. Der endlose Stolz platzt meist aus den Äderchen an ihren Schläfen.

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"Wie süß, mein Kleiner!" Foto: Purestock/Thinkstock

Wenn die Keinen aber ein wenig größer und selbstständiger sind, legen Mama und Papa die rosarote Brille allmählich ab – so wie nach der partnerschaftlichen anfänglichen Verliebtheitsphase. Und dann werden einem gewisse, sagen wir mal „verbesserungswürdige Fähigkeiten“ ersichtlich, die dennoch als Geniestreich verschleiert werden müssen, damit sich die Persönlichkeit des Kindes positiv entfaltet und gesund gestärkt wird. Was die Eltern aber WIRKLICH denken, offenbaren wir hier.

1. Mini-Picasso

Mütter und Väter kennen das: Ihr Wonneproppen hat gerade ein Bild gezeichnet, dass die Eltern vorsichtig-freudig als „Papis Kabelsalat im Arbeitszimmer“ identifizieren. Zur Sicherheit ergänzen sie den Satz noch mit einem zaghaft fragenden Lachen, damit das Kind nicht gleich erahnt, dass der Tipp eher eine Frage als eine Feststellung ist. Natürlich ist es kein langweiliger Kabelsalat (was ist das auch für ein Zeichenmotiv für Kinder?), sondern ein grüner Elefant, der auf einem Hubschrauber sitzt. Die typische Eltern-Antwort: „Ja, das war natürlich ein Scherz. Mama und Papa haben den Elefanten sofort erkannt. Der kommt zu deinen anderen Meisterstücken am Kühlschrank, die einmal Millionen wert sein werden“. Das Kind ist übrigens schon zwölf! Über Kunst lässt sich natürlich streiten, aber in Wahrheit hoffen die Eltern, dass es bald ein neues Hobby finden wird. Die Kunstakademie wird's wohl nicht werden...

2. Next Superstar

Das Kind will nur eines: ein berühmter Star werden! Sie unterstützen diese entzückende Idee natürlich bedenkenlos und freuen sich auf die große Schulaufführung, in der ihr kleiner Held oder süße Prinzessin gesanglich auftritt. Bei dem Solo fragt sich Papa dann aber, ob er vielleicht einen großen Fehler gemacht hat und nicht doch andere Talente (zum Beispiel Elefanten-Malen?) unterstützen hätte sollen. Die Blicke der anderen Eltern untermauern sein Unbehagen... Aber wurde nicht auch Bob Dylan für seinen „außergewöhnlichen“ Gesang kritisiert? So war es. Also wird das Kind in den Himmel gelobt.

3. Erste Problem-chen

Die sorglose Kinderzeit ist vorbei. Der heranwachsende Teenie hat zum ersten Mal Probleme – sei es in der Schule, mit Freunden oder in der Liebe. Der Jugendliche tut seinem Kummer kund, Mama hört geduldig zu und lächelt ihn verständnisvoll an. „Alles wird wieder gut!“ – so ihr Abschlusssatz. Im Kopf klingt er jedoch ein klein wenig anders: „Wenn du nur wüsstest, dass DAS erst der Anfang ist...“

4. Wie peinlich?

Vielleicht kennen Sie die Situation: Sie sind mit ihrem Kind auf einem Gemeindefest/ Kirtag/ Schulevent und treffen dort auf die Ihnen unsympathische Traudi. So oft Sie sich schon über Sie zuhause bei Ihrem Mann echauffiert haben, so gut kennt sie mittlerweile auch Ihr Kind. Und da die süßen Engel eine reine Seele haben und gegen Lügen und Verschleierungen immun sind, geigen sie der Traudi auch noch offen IHRE Meinung. „Schatz, also bitte! Wie kannst du so etwas zur lieben Nachbarin sagen?“ Ihr Nachkommen schaut sie fragend und verständnislos an und sie antworten stolzerfüllt mit Ihrem Blick: „Besser hätt' ich's ihr nicht sagen können!“

5. Schreihals ist O.K

"Ach, der kleine Justin quängelt nur ein bisschen. Ist nicht so schlimm!", heißt es, wenn Freunde oder Verwandte zu Besuch sind und ihr Jüngster die Geräuschkulisse etwas aufpeppen will. In Wahrheit würden sie ihn sogar dem Postboten am liebsten für zwei Wochen mitgeben, weil Sie aussichtslos überfordert sind. Aber wer würde das schon laut aussprechen?