Vorsicht: Die 10 gefährlichsten Vulkane der Welt

Aktuell sitzen in Indonesien wegen eines Erdbebens 500 Wanderer auf einem aktiven Vulkan fest. Beängstigend, doch auch an diesen zehn Orten stellen aktive Vulkane eine brandgefährliche Bedrohung dar.

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Der Anak Krakatau ist auch heute noch gefährlich Foto: Byelikova_Oksana/iStock/Thinkstock

Vulkane faszinieren die Menschen seit jeher und obwohl von ihnen eine große Gefahr ausgeht, ist der Boden in der Nähe von Vulkanen meist überaus fruchtbar und so befinden sich viele Siedlungen und Großstädte in unmittelbarer Nähe zu einem Vulkan. Dabei sollte man die Gefahren eines Ausbruchs nicht unterschätzen und so eine Naturkatastrophe kann globale Auswirkungen haben. Besonders diese zehn aktiven Vulkane sollte man genauer im Auge behalten.

1. Krakatau

1883 brach der Krakatau zischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java aus. Der gewaltige Ausbruch kostete 35.000 Menschen das Leben, der Knall des Ausbruchs war sogar noch in Australien zu hören. Tsunamis mit bis zu 40 Meter hohen Wellen überfluteten die angrenzenden Küstenregionen. Aus den Trümmern des Krakatau entwickelte sich der Anak Krakatau, der zu den aktivsten Vulkanen der Erde zählt.

2. Vesuv

Der Vesuv ist wohl einer der berühmtesten Vulkane der Welt und gilt bei vielen Forschern auch als der gefährlichste. Zu seinen Füßen hat sich die blühende Stadt Neapel entwickelt, fast eine Million Menschen leben hier. Der immer noch aktive Vulkan erzeugt auch die als besonders gefährlich geltenden pyroklastischen Ströme, 79 n. Chr. wurde die Stadt Pompeji Opfer des Vulkans. Heute ist der Ort eine beliebte Touristenattraktion, doch man sollte nie vergessen, dass der Vesuv nach wie vor ein aktiver Vulkan ist, auch wenn er seit 1944 nicht mehr merklich aktiv war. Dennoch wird die Bevölkerung, die in der roten Zone, also sehr Nahe am Vulkan, wohnt, mittels Geldprämien dazu bewogen, umzuziehen, um die Zahl der Todesopfer bei einem Ausbruch möglichst gering zu halten. Doch die Menschen scheinen keine Angst zu haben und die Situation auch falsch einzuschätzen, denn in den letzten 20 Jahren wurden 50.000 Häuser illegal in der roten Zone erbaut.

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In Pompeji wurden die Menschen vom Ausbruch überrascht Foto: edella/iStock/Thinkstock

3. Mont Pelée

Auf Martinique fand der tödlichste Vulkanausbruch dieses Jahrhunderts statt. 1902 fanden mehr als 30.000 Menschen den Tod, besonders die pyroklastischen Ströme erwiesen sich als tödliche Gefahr. Innerhalb eines solchen Stroms aus Asche und Gestein herrschen Temperaturen von 800 Grad Celsius – und bei einer Geschwindigkeit von 700 Kilometern pro Stunde ist eine rechtzeitige Flucht ausgeschlossen. Überlebt haben nur drei Menschen, einer davon saß zur Zeit des Ausbruchs im Gefängnis und wurde von den dicken Mauern geschützt. Seit mehr als 100 Jahren ist der Vulkan nun ruhig, doch als erloschen kann er deswegen noch nicht gelten und wird deswegen ständig überwacht.

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Pyroklastische Ströme sind eine der größten Gefahren, die von Vulkanen ausgehen Foto: wead/iStock/Thinkstock

4. Nyiragongo

Dieser Vulkan befindet sich im Kongo und ist nicht nur überaus aktiv, sondern ist vor allem durch seine extrem dünnflüssige Lava gefährlich. Die Lava kommt aus extremer Tiefe und fließt aufgrund ihrer Beschaffenheit extrem schnell. Eine rechtzeitige Flucht wird so erschwert, 2002 strömte die Lava auf die Großstadt Goma zu, und zehntausende Menschen wurden obdachlos.

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Die Lava hier ist besonders dünnflüssig Foto: Janos/iStock/Thinkstock

5. Stromboli

Auf Stromboli, nördlich von Sizilien, findet man den gleichnamigen Vulkan, der daueraktiv ist. Der 926 Meter hohe Vulkan erscheint vielen als spannende Attraktion, doch so ganz ohne ist er nicht. Denn er ist viel mächtiger, als er auf den ersten Blick erscheint; dadurch, dass das Meer an dieser Stelle 2.000 Meter tief ist, erreicht der Vulkan somit eine Höhe von fast 3.000 Meter und kann auch gefährlich werden. Stürzen zu große Mengen Gesteins in das Meer, wird die angrenzende Bevölkerung von Flutwellen bedroht. Dennoch ist der Vulkan besonders nachts ein beliebtes Ausflugsziel, darf allerdings nur mit geschulten Guides bestiegen werden.

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Stromboli ist bei Touristen ein beliebtes Ausflugsziel Foto: AZ68/iStock/Thinkstock

6. Mount St. Helen

Auch wenn der Vulkan das letzte Mal 1980 ausbrach, kann er noch lange nicht als erloschen gelten! Der letzte Ausbruch ging als einer der gewaltigsten des letzten Jahrhunderts in die Geschichte ein, die Explosion entsprach rund 16 Hiroshima-Bomben. Dabei zerstörte der Vulkan nicht nur mehr als 600 Quadratmeter Wald, 300 Kilometer Straße und 30 Brücken, sondern sogar sich selbst: Vor dem Ausbruch war der Vulkan 2.969 Meter hoch, nachher waren es nur noch 2.549 Meter.

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Der Mount St. Helen verlor beim letzten Ausbruch an Größe Foto: Fluidfyre/iStock/Thinkstock

7. Popocatépetl

Wer weiß noch den Namen des isländischen Vulkans, der 2010 den Flugverkehr lahmlegte? Wohl niemand, und auch dieser aktive Vulkan in Zentralmexiko hat einen komplizierten Namen. Seine Nähe zu Mexiko-Stadt – die Metropole ist nur 60 Kilometer entfernt – macht diesen Vulkan besonders gefährlich. Lange dachte man, der Vulkan sie erloschen, doch 1994 gab der Berg nach 70 Jahren das erste Lebenszeichen von sich. Seitdem brach der Vulkan regelmäßig aus und gilt als einer der aktivsten der Welt. Und genauso  wie der isländische Vulkan (der übrigens Eyjafjallajökull heißt) führte auch der Popocatépetl 2013 zu einer Sperre des Flughafens.

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Auch der Flugverkehr in Mexiko wurde wegen eines Vulkans lahmgelegt Foto: RobertoVaca/iStock/Thinkstock

8. Unzen

Japan liegt, ebenso wie Indonesien, im pazifischen Feuerring, Erdbeben und Vulkanausbrüche sind da keine Seltenheit. Der gefährlichste Vulkan in Japan ist der Unzen: Die Lava ist hier so dickflüssig, dass sie schnell abkühlt und den Krater verstopft, bis der Druck irgendwann so hoch ist, dass es zu einer explosionsartigen Entladung kommt. 1792 brach ein Teil des Vulkans während einer Explosion ab und verursachte 20 Meter hohe Tsunamis. Nachdem lange Zeit Ruhe herrschte, ist der Vulkan seit den 1990er Jahren wieder aktiver.

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Aufgrund der vulkanischen Aktivität gibt es in Japan heiße Quellen Foto: hayakato/iStock/Thinkstock

9. Laki

Gut Ding will Weile – der Vulkan Laki auf Island auch. Denn dieser ist nicht für seine explosionsartigen Ausbrüche bekannt, sondern eher für seine beachtliche Ausdauer, denn ein Ausbruch kann sich auch über mehrere Monate ziehen, so wie 1783 geschehen. Innerhalb mehrerer Monate brachen 15 Kubikkilometer Lava aus, 600 Quadratkilometer Land wurden bedeckt und durch die austretende Asche gelang Schwefel in die Atmosphäre. Die Folge: Der Himmel wurde verdunkelt, die Vegetation verendete und das Vieh starb.

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Die Krater des Laki wirken heute idyllisch Foto: estivillml/iStock/Thinkstock

10. Yellowstone

In den USA findet man den Supervulkan, dessen Ausbruch die gesamte Erde in Mitleidenschaft ziehen könnte. Auf den ersten Blick erkennt man gar nicht, dass es sich hierbei um einen Vulkan handelt: Wo ist denn der Berg und der Krater? Doch dieser Supervulkan besteht aus Calderen, den Einbruchkratern und fällt so auf den ersten Blick gar nicht auf. Doch unter dem Yellowstone Nationalpark befindet sich eine riesige Magma-Kammer: 60 Kilometer lang und 35 Kilometer breit und bis zu zehn Kilometer mächtig. Bricht dieser Vulkan aus, hat die ganze Welt mit den Folgen zu kämpfen. Da der letzte Ausbruch des Yellowstone bereits vor 640.000 stattfand, gehen Forscher davon aus, dass ein baldiger Ausbruch durchaus wahrscheinlich sein könnte.   

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Im Yellowstone lauert der Supervulkan Foto: Ajith Kumar/iStock/Thinkstock

 

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