Fehlt was? Diese Symptome verraten einen Vitaminmangel

Müde, gereizt, schwach oder ständig krank? Dafür verantwortlich könnte ein Mangel an Vitaminen sein. Die spezifischen Symptome können einem schon viel darüber verraten, an was es dem Körper fehlen könnte.

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Karotten sind wichtig für gute Augen und eine schöne Haut Foto: erikreis/iStock/Thinkstock

13 Vitamine gibt es und nur wer ausreichend mit jedem einzelnen davon versorgt ist, fühlt sich gesund, vital und leistungsfähig. Eine gesunde Ernährung ist dabei das Um und Auf: Frisch und bunt sollte man speisen und am besten viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte verzehren. Wer so auf sich achtet, hat sehr selten an einem Vitaminmangel zu leiden. Es gibt aber einige Risikogruppen, die öfters von einem Mangel betroffen sind. Dazu gehören ältere Menschen, Säuglinge, Jugendliche im Wachstumsschub, Schwangere, Raucher oder chronisch Kranke. Auch Personen, die sich sehr einseitig ernähren oder eine strikte vegane Diät halten, sollten ihre Vitaminwerte regelmäßig beim Arzt checken lassen. Ein Vitamin kann man sich allerdings nicht schmecken lassen: Vitamin D wird im Körper durch Sonnenlicht gebildet, weswegen in langen, trüben Wintern häufig ein Mangel an diesem Vitamin auftritt.

Ein Vitaminmangel entsteht nicht von heute auf morgen. Ist es aber zu einer Unterversorgung gekommen, sollte man das ja nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern gewissenhaft behandeln, ansonsten kann Lebensgefahr drohen! 

Hat der Körper zu wenig Vitamine, kann das die verschiedensten Bereiche betreffen und zeigt sich anfangs meist in diffusen Symptomen:  Man ist unkonzentriert, niedergeschlagen, hat unreine Haut oder man ist ständig müde. Liegt ein schwerer Mangel eines ganz bestimmten Vitamins vor, sind die Symptome dann sehr viel eindeutiger. 

Vitamin A – Retinol

Vitamin A oder auch Retinol steckt in Fleisch, das Beta-Carotin, die Vorstufe von Vitamin A, findet man besonders in orangefarbenem oder rotem Obst und Gemüse. Der Körper kann das Beta-Carotin dann in Vitamin A umwandeln. Vitamin A ist wichtig für das Sehen und das gut aussehen – sowohl Augen als auch Haut benötigen ausreichend davon. Da dies ein fettlösliches Vitamin ist, sollte man immer etwas Öl auf seinen Karottensalat geben, nur so kann der Körper die wertvollen Inhaltsstoffe auch aufnehmen. 

Vitamin A-Mangel

Zu wenig Vitamin A manifestiert sich besonders in Sehstörungen und Nachtblindheit, das Sehen bei Dämmerung fällt zunehmend schwerer. Die Haut erscheint trocken, fahl und schuppig, die Nägel werden brüchig und auch verstärkter Haarausfall kann eintreten. Die Anfälligkeit für Infekte steigt, da auch die Schleimhäute austrocknen. Aus diesem Grund ist bei Vitamin A-Mangel auch häufig der Geschmacks- und Geruchssinn beeinträchtigt. Männer, die an einem Mangel leiden, produzieren keine Spermien mehr, bei Kindern kann eine Wachstumsverzögerung eintreten, aber auch ein Zuviel an Knochen ist möglich: Verfügt der Körper über zu wenig Vitamin A, werden die Knochen verdickt – das kann eine Nervenschädigung bewirken und so unter anderem auch zu Blindheit führen.

Vitamin B1 – Thiamin

Wer auf einen zackigen Stoffwechsel Wert legt, sollte dafür sorgen, dass sein Körper über genügend Vitamin B1 verfügt. Das auch Thiamin genannte Vitamin ist wichtig für den Kohlehydratstoffwechsel und kommt vor allem in Vollkornprodukten oder Schweinefleisch vor. Ein übermäßiger Genuss von Kaffee oder Tee kann zu einem Vitamin B1-Mangel führen, auch Alkoholiker benötigen besonders viel Vitamin B1. 

Vitamin B1-Mangel

Müdigkeit, depressive Verstimmungen, erhöhte Unruhe, ein gestörter Energiestoffwechsel und Muskelschwund sind die typischen Symptome.

Vitamin B2 – Riboflavin

Riboflavin oder Vitamin B2 ist ebenso wichtig für den Stoffwechsel, gesunde Augen und starke Nerven. Besonders ist es in Hefe oder Milchprodukten enthalten, in Pflanzen steckt das meiste Vitamin B2 im Keimling.

Vitamin B2-Mangel

Ein Mangel an Vitamin B2 ist nicht leicht zu erkennen: Sehschwäche, Hautentzündungen, verstärkter Tränenfluss, Lethargie, eine schlechte Fettverbrennung oder ein Eisenmangel können Anzeichen sein. Besonders der chronische Missbrauch von Alkohol kann zu einem Vitamin B2-Mangel führen.

Vitamin B6 – Pyridoxin

Wichtig für ein gesundes Immunsystem, die Blutbildung, den Stoffwechsel und ein starkes Nervenkostüm. B6 ist wichtig für die Eiweißverwertung, je mehr Eiweiß man also mit der Nahrung zu sich nimmt, desto mehr B6 benötigt man. Praktischerweise kommt das Vitamin auch gleich in Fleisch oder Fisch selbst vor, aber auch grünes Gemüse und Vollkornprodukte sind empfehlenswert.

Vitamin B6-Mangel

Kein Hunger und Durchfall? Das muss nicht unbedingt eine Magenverstimmung sein, sondern auch ein Vitamin B6-Mangel ist denkbar. Auch Ausschläge, besonders im Bereich der Nase und der Augen, Entzündungen an den Lippen und Mundwinkeln und eine erhöhte Nervosität und Reizbarkeit sind typisch.

Vitamin B12 – Cobalamin

Veganer aufgepasst: Vitamin B12 kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Wer davon keine verzehrt, muss also zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Das Vitamin ist wichtig für die Nervenzellen und die Produktion von roten Blutkörperchen.

Vitamin B12-Mangel

Schwere Nervenschäden wie Lähmungen und Taubheit, Müdigkeit und depressive Verstimmungen sind Anzeichen, aber auch Demenz wird durch einen Vitamin B12-Mangel verschlimmert. Muskelschwäche und geschädigte Schleimhäute von Mund und Zunge sowie Verdauungsprobleme und Appetitlosigkeit sind ebenfalls Warnsignale. 

Vitamin C – Ascorbinsäure

Tiere können Vitamin C selbst herstellen, der Mensch muss es aus der Nahrung beziehen. Das Vitamin ist wichtig für ein gesundes Immunsystem und verbessert auch die Eisenaufnahme. Raucher haben einen erhöhten Vitamin C-Bedarf. Besonders viel davon findet man in Papayas, Johannisbeeren oder Paprika.

Vitamin C-Mangel

Eine erhöhe Anfälligkeit für Infekte, Müdigkeit, Zahnfleischbluten oder eine schlechte Wundheilung können Anzeichen für einen Mangel an Ascorbinsäure sein. Auch schlechter Atem und starker Zahnbelag sowie Gliederschmerzen sind typisch. 

Vitamin D – Calciferol

Wer genügend Vitamin D abbekommen will, sollte sich viel an der frischen Luft bewegen, durch Sonnenlicht kann der Körper dieses Vitamin selbst bilden. Was aber tun in langen, grauen Wintern? Da greift man am besten zu einem Ergänzungsmitteln, allerdings sollte man vorher seine Werte beim Arzt abchecken lassen. Vitamin D ist wichtig für gesunde Knochen und bei Säuglingen kann das Vitamin die Bildung einer Rachitis verhindern.

Vitamin D-Mangel

Müdigkeit, Schmerzen in den Muskeln und ein erhöhter Blutdruck können erste Anzeichen sein. Liegt ein massiver Mangel vor, wird die Bildung von Osteoporose verstärkt. Auch das Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, kann durch einen Vitamin D-Mangel erhöht werden.

Vitamin E – Tocopherol

Vitamin E hält jung und schön, indem es dafür sorgt, dass unsere Zellen vor aggressiven Sauerstoffverbindungen geschützt sind. So schützt sich der Körper auch vor einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt. Besonders in pflanzlichen Ölen kommt viel Vitamin E vor.

Vitamin E-Mangel

Bei einem Mangel leidet die Konzentrationsfähigkeit und auch die Muskeln büßen an Kraft ein. Das Risiko für Typ-2-Diabetes ist erhöht und auch die Schilddrüsenfunktion ist aus dem Gleichgewicht gebracht. Auch eine Netzhautschädigung kann bei einem starken Mangel eintreten. 

Vitamin K

Die Blutgerinnung und der Knochenstoffwechsel werden durch Vitamin K gesteuert. Wer mehr davon in seinen Speiseplan integrieren möchte, sollte auf grünes Gemüse setzen.

Vitamin K-Mangel

Eine gestörte Wundheilung und Störungen bei der Blutgerinnung sind Anzeichen. Die Neigung, blaue Flecken zu bekommen, ist erhöht und auch das Risiko für eine Hirnblutung steigt an. Allerdings kommt ein Mangel an Vitamin K sehr selten vor.

Niacin

Dieses Vitamin kommt in der Nahrung als Nikotinamid oder Nikotinsäure vor – mit dem ungesunden Nikotin aus Zigaretten hat das wenig zu tun. Niacin ist beim Abbau von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen beteiligt, besonders wird auch der Cholesterin-Stoffwechsel beeinflusst: Niacin kann das ungesunde LDL-Cholesterin im Körper senken und das gute HDL-Cholesterin erhöhen. Besonders in tierischen Produkten kommt das Vitamin vor und endlich einmal ist Kaffee nicht der Bösewicht, sondern enthält selbst Niacin.

Niacinmangel

Schuppige Haut oder Durchfall sind typisch für Niacin-Mangel. Auch Schlaflosigkeit und erhöhte Vergesslichkeit können eintreten sowie ein Taubheitsgefühl in den Händen und Füßen. Besonders häufig kommt ein Mangel an Niacin in Afrika oder im fernen Osten vor. Grund dafür ist eine einseitige Ernährung mit Mais und Hirse. 

Biotin

Wer schöne Haut und Haare möchte, sollte auf Biotin setzen. Dieses B-Vitamin kommt in Leber, Sojaprodukten oder Eigelb vor. Rohes Eiweiß enthält allerdings Avidin, das die Aufnahme von Biotin verhindert. Erhitzt man das Ei aber gut durch, ist das Problem gelöst!

Biotinmangel

Brüchige Nägel, glanzlose Haare oder verstärkter Haarausfall und juckende Hautausschläge sind typische Anzeichen für einen Biotinmangel. Ebenso gerät die Verdauung aus dem Gleichgewicht und die gute Stimmung leidet. 

Panthotensäure

Vitamin B5 ist wichtig für den Stoffwechsel, Haut und Haare. Das Vitamin kommt in fast allen Lebensmitteln vor, besonders Fisch und Leber enthalten aber große Mengen davon.

Panthotensäure-Mangel

Ein Kribbeln in den Extremitäten und ein Gefühl, als würden die Fußsohlen brennen deuten auf einen Mangel an Vitamin B5 hin. Auch brüchige Haare und trockene Haut sind typisch, genauso wie ein blasser Teint, Müdigkeit, Schlaflosigkeit und Bauchschmerzen.

Folsäure

Folsäure ist besonders Schwangeren ein Begriff, da es wichtig für eine gesunde Entwicklung des Kindes ist. Auch Früh- oder Fehlgeburten können durch die ausreichende Zufuhr von Folsäure verhindert werden. Beim Erwachsenen beeinflusst Folsäure die Zellneubildung. Besonders in Leber und grünem Gemüse kommen große Mengen vor.

Folsäure-Mangel

Das Risiko für Entwicklungsstörungen beim Kind ist erhöht, auch Fehlgeburten treten verstärkt auf. Das Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken steigt an, die Ausdauer nimmt ab und man wird zunehmend vergesslich.