Meisterwerk aufgetaucht: Verschollener Kunstschatz in Kinderfilm entdeckt

Mit seiner Tochter wollte Gergely Barki nur einen gemütlichen Abend auf dem Sofa verbringen und Filme schauen. Doch als er in einer Szene von "Stuart Little" den Hintergrund genauer betrachtet, kann er seine Entdeckung zuerst kaum glauben.

Stuart Little Kunstschatz
Der Hintergrund spielt hier eine größere Rolle, als man denkt Foto: NG Collection / Interfoto / picturedesk.com

Millionen Menschen haben den Kinderfilm gesehen, doch nur einer hat ganz genau hingeschaut. Als der Kunsthistoriker Gergely Barki sich für einen Filmabend mit seiner Tochter Lola für "Stuart Little" entscheidet, ahnt er noch nicht was gleich passiert. Denn kurze Zeit später entdeckt er in einer Szene einen lang verschollenen Kunstschatz.

Zur Requisite des Films gehört ein Gemälde, das seit Ende der 20er Jahre wie vom Erdboden verschluckt war: Die "Schlafende Frau mit Schwarzer Vase" von Róbert Béreny. "Ich traute meinen Augen kaum, als ich Berénys verschwundenes Meisterwerk an der Wand hinter Hugh Laurie entdeckt habe", so Barki gegenüber "The Guardian". Er selbst hat das Bild nur erkannt, weil er in der Ungarischen Nationalgalerie arbeitet und dieses von einem Schwarz-Weiß-Foto aus einer Ausstellung von 1928 in Erinnerung hatte.

In diesem Trailer ist es bei Minute 2:10 zu sehen:

Bühnenausstatterin hatte es mitgebracht

Doch wie kam das verschwundene Kunstwerk ausgerechnet in einen Kinderfilm? Béreny war ein ungarischer Maler und lebte ab 1920 in Berlin. Der Kunsthistoriker fängt nach seiner unglaublichen Entdeckung zu recherchieren an und fragt bei den beiden Produktionsfirmen Sony und Columbia nach. Alle Bemühungen verlaufen im Sande bis er nach zwei Jahren eine Nachricht von einer ehemaligen Bühnenausstatterin des Films erhält. Sie erzählte Barki, dass das Bild an ihrer Wand gehangen hat und sie vor dem Filmdreh beschloss, dass es perfekt in Stuart Littles Wohnzimmer passt. Gefunden hatte sie es in einem kalifornischen Antiquariat und für einen Schnäppchenpreis mitgenommen.

Später verkaufte sie das Bild an einen privaten Sammler in Budapest, wo der Kunstschatz nun versteigert wird. Der Startpreis liegt bei umgerechnet 110.000 Euro.

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