Sprichwörter im Check: Schlägt Stress wirklich auf den Magen?

Es ist zum Haare raufen, aber manchmal steckt in Sprichwörtern viel Wahres. Körper und Geist bilden eine Einheit – ist man gestresst, kann das schon mal schwer im Magen liegen.

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Stress kann auf den Magen schlagen Foto: Wavebreakmedia/iStock/Thinkstock

Der Partner hat einen betrogen? So eine Nachricht muss man erst einmal verdauen! Dennoch wird man noch lange daran zu kauen haben und es wird einem wie ein Stein auf dem Magen liegen. In Sprichworten ist die Verbindung von Psyche und Körper erkennbar. Wir benutzen diese Wendungen im Alltag, ohne groß darüber nachzudenken. Doch wie viel Wahrheit steckt dahinter?

Die Zähne zusammenbeißen

Die Arbeit ist stressig, man hat alle Hände voll zu tun und möchte am liebsten einfach ins Bett und die Decke über die Ohren ziehen. Wie oft denkt man sich in einer solchen Situation dann einfach "Zähne zusammenbeißen und durch". Leider nimmt der Körper das gerne mal ein wenig zu wörtlich, was sich in nächtlichem Zähneknirschen äußert. Das stört nicht nur den Partner beim Schlaf, sondern ist auch äußerst ungesund für die Zähne und kann starke Kopfschmerzen verursachen. 

Das geht an die Nieren

Belastende Situationen, die kräftezehrend sind, gehen einem schon einmal an die Nieren. Woher dieses Sprichwort kommt? Wer Stress ausgesetzt ist, der sendet über das Zwischenhirn Signale an die Nebenniere. Dort wird sofort das Stresshormon Cortisol freigesetzt – schon funktioniert unser Körper auf Hochtouren, unser Herz pocht und die Durchblutung erhöht sich. Wir sind bereit für Kampf oder Flucht. 

Auf den Magen schlagen

Belastende Situationen können einem wirklich auf den Magen schlagen. Das liegt daran, dass der Parasympatikus-Nerv aktivierter ist und dadurch mehr Magensäure produziert wird. Das reizt die MAgenschleimhaut und führt zu Schmerzen und Übelkeit. Spätestens jetzt sollte man sich und seinem Körper eine Pause gönnen! Tut man das nicht, kann sich ganz schnell ein Magengeschwür entwickeln.  

Das muss ich erst einmal verdauen

Die liebe Verdauung kann bei Nervosität ganz schön aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Steht etwa eine wichtige Prüfung bevor oder leidet man unter starkem Lampenfieber, kann es sein, dass man plötzlich unter Durchfall leidet – sehr praktisch natürlich, genau in solchen Momenten ständig auf die Toilette rennen zu müssen. Auch das Reizdarmsyndrom, an dem immer mehr Menschen leiden, soll unter anderem psychische Ursachen haben. Nicht jeder Mensch reagiert übrigens gleich sensibel. Wirklich Abhilfe gibt es nicht, die einzige Möglichkeit ist, mit Entspannungsübungen resistenter gegen Stress zu werden und auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten. Wenn gar nichts mehr geht, hilft wohl nur noch ein Gang zum Arzt, um die Probleme mit Medikamenten in den Griff zu bekommen. 

Es ist zum Haare raufen

Nicht allen schlägt Stress auf den Magen, manchen fallen plötzlich auch vermehrt Haare aus. Das liegt daran, dass der Körper bei Stress bestimmte Stoffe aussendet und sich die Haarfollikel, die die Haarwurzel umhüllen, entzünden. So findet das Haar nicht mehr genügend Halt und fällt aus. Da hilft nur ausreichend Schlaf und – wenn möglich – weniger Stress.

Lass dir keine grauen Haare wachsen

Hat man das Glück noch genügend Haare auf dem Kopf zu haben, sollte man aufpassen, dass diese nicht plötzlich grau werden. Stress vermindert im Herstellung eines bestimmten Proteins, das dafür verantwortlich ist, Schäden im Körper wieder zu reparieren. Dies konnte in einer Studie eindeutig nachgewiesen werden. Durch den Mangel dieses Proteins werden leider die Haare nicht nur weniger, sondern auch schneller grau. 

Ich krieg so einen Hals

Um zu verstehen, woher diese Redensart kommt, muss man nur einmal den Hals eines wütenden Menschen beobachten: Man erkennt sofort, dass bei Anspannung und Wut die Adern stärker hervortreten. Sogar Goethe hatte schon ein Auge dafür und schrieb in einem seiner Gedichte "Da ward das Männlein so rot am Hals wie ein Krebs vor Zorn". 

Ich kann es nicht mehr hören

Ein Hörsturz ist ein komplexer Vorgang, der viele Ursachen haben kann. Neben Entzündungen und Durchblutungsstörungen könnte aber auch Stress daran beteiligt sein. Viele Patienten gaben an, vor einem Hörsturz sehr stressigen Situationen ausgesetzt gewesen zu sein. Wem dauernd alle in den Ohren liegen, das und jenes noch zu erledigen, der hat villeicht wirklich einfach zu viel und kann es sprichwörtlich "nicht mehr hören".