Weinstein, Trump & Co: Wie handeln die Ehefrauen?

"Wenn du ein Star bist, lassen sie es mit sich machen", so lauteten Trumps Worte für "Access Hollywood"-Gastgeber Billy Bush, die auf Band mitgeschnitten wurden. Die weltweite Empörung versteht er nicht und verkündet öffentlich: "Bill Clinton hat am Golfplatz viel schlimmeres gesagt".

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Chapman, Trump und Seigner Foto: Sonia Moskowitz/Zuma/VILLARD/Action Press/Sipa/Starpix/picturedesk.com

 Wer viel Einfluss hat und sich etwas zu Schulden kommen lässt, muss aber nicht obligatorisch viel einbüßen – das zeigen alleine der US-Wahlkampf des vergangenen Jahres. Vor der Wahl kamen Mitschnitte ans Tageslicht, auf denen er hören ist, wie er mit sexuellen Übergriffen gegen Frauen prahlt. Konsequenzen? Nicht die Spur! Er wurde absurderweise Präsident. Derzeit steht der Filmmogul Harvey Weinstein unter Beschuss, denn mehrere Frauen erheben schwere Vorwürfe gegen ihn. Was die Welt genauso interessiert wie Folgen solcher Anschuldigungen ist, was eigentlich mit den Ehefrauen, die hinter diesen Männern stehen, passiert und wie sie handeln? Wer geht, wer bleibt, wer schweigt? Drei unterschiedliche Beispiele.

Georgina Chapman

„Ich habe entschieden, meinen Ehemann zu verlassen“, verkündet die 41-jährige Modedesignerin gegenüber "People", die seit zehn Jahren mit Harvey Weinstein verheiratet ist. Sie sagt, sie fühle mit allen Frauen, die unermessliches Leid erlitten haben. Hatte sie jemals etwas geahnt? Niemand kennt einen Mann schließlich so gut wie seine bessere Hälfte, oder? Was hinter verschlossenen Türen passiert, kann niemand wissen, doch Chapmans Freunde erzählen gegenüber „People“, sie sei tiefbetrübt und traurig, dass ihr Mann die Ursache dieser Misere sein soll. „Sie war total in ihn verliebt als sie sich kennenlernten und die Beziehung war sehr authentisch“, so die Quelle. Chapmans oberste Priorität sei ihren eigenen Angaben zufolge, sich um ihre kleinen Kinder zu kümmern und sich zurückzuziehen. Ihr Herz ist gebrochen.

Melania Trump

Nachdem sein bekannter „Locker Room Talk“ öffentlich wurde, wurde die First Lady immer kälter, dennoch verteidigte sie ihren Mann. Die zahlreichen gemeinsamen Auftritte von Donald Trump und seiner Frau Melania waren aber zumindest für Trump-Gegner eindeutig: Sie leidet unter dieser Ehe! Journalisten und Bürger meinten, ihre Verachtung für ihren Ehemann regelrecht riechen zu können. Sie klatscht regelmäßig seine Hand weg, sobald er ihre nehmen will und vermeidet auch sonst jeglichen Blick- und Körperkontakt mit ihrem Mann. Die Moderatorin Mika Brzezinski verkündete in ihrer Sendung „Morning Joe“, dass Melania nur wegen ihres Sohnes Barron alles mitmache, es jedoch nicht mehr lange aushalten würde. Unglücklich sei sie. Melania entgegnete daraufhin, sie fände es traurig, wenn Menschen über sie und ihre Familie urteilen, vor allem, wenn sie sie nicht kennen. Verneint hat sie die Annahmen seitens Brzezinski aber nicht... Ob und wie lange die First Lady noch mitmacht, wird sich zeigen.

Emmanuelle Seigner

Die Vorwurfs-Serie gegen Regisseur Roman Polanski will seit Jahrzehnten nicht abreißen. Eine deutsche Frau hat unlängst der Schweizer Polizei mitgeteilt, Polanski hätte sich 1972 an ihr vergriffen, als sie 15 Jahre alt war. Auch die US-Amerikanerin Samantha Greimer, die allerdings um die Einstellung des Prozesses gegen Polanski gebeten hat, soll 1977 ähnliche Erfahrungen mit Polanski gemacht haben. Damals war sie 13 Jahre alt. Richter Scott Gordon aus L.A. hat ihre Bitte jedoch abgelehnt. Schwere Vorwürfe, die für seine Frau Emmanuelle Seigner bestimmt nicht leicht zu verdauen sind. Doch was geschehen ist, ist geschehen. „Es war eine verrückte Zeit. Die Einstellung zu Drogen war nicht die gleiche, genauso wie die Einstellung zu sexueller Freiheit und Toleranz“, erzählt sie der französischen „Elle“. „Meine persönliche Wahrheit ist, dass Roman ein wunderbarer Ehemann und Mann ist. Er ist ein makelloser Mann und ich kann ihm nichts vorwerfen“. Seigner wurde kritisiert, die Missbrauchsvorwürfe gegen ihren Mann zu trivialisieren. Die Schauspielerin hat es jedoch immer gemieden, ihn wegen seiner Vergangenheit zu verurteilen und wird immer an seiner Seite bleiben.