Neun Beispiele: Was Stars mit Fans verdienen

Stars verdienen Millionen mit Konzerten, Merchandise-Artikeln und Fashion-Labels. Wem die Superstars ihren Reichtum und Ruhm verdanken? Natürlich den treuen Fans, die das alles brav kaufen. Und dabei gar nicht bemerken, dass sie abgezockt werden.

Taylor Swift
Taylor Swift live erleben - ein teures Vergnügen Foto: Suzanne Cordeiro/AFP/picturedesk.com

1. Justin Bieber

Teenie-­Schwarm Justin Bieber (23) hat alles: eine riesige Fangemeinde, ein cooles Bad Boy-­Image und die Ex zurück in seinen Armen. Ja, mit Selena Gomez (25) soll wieder ordentlich gekuschelt wer­den. Der offizielle Grund: Biebs sei endlich klar geworden, wie viel ihm die brünette Schönheit bedeute. Bei den Fans hingegen schaut es anders aus. Hier ist man sich nicht so sicher, wie wichtig ihm die Teenies wirklich sind. Vor ein paar Jahren gab es einen medialen Aufschrei, weil Biebs-­Anhän­ger um die 1.000 Euro hinblättern mussten, um ihr Idol in Rio de Janeiro persönlich zu treffen. Nach zwei Stunden waren die Karten ausverkauft, das Meet & Greet hatten sich die KäuferInnen allerdings anders vorgestellt. Sie konnten weder mit ihrem Idol sprechen noch Geschenke überreichen. Für ein einziges Foto durften sie neben ihm stehen, eigene Kameras und Handys waren verboten. Ein geheim gedreh­tes Video zeigte die Fan-­Abfertigung im Netz: Securitys rissen die Fans an den Armen, zerrten sie regelrecht zum Ausgang. "Ich bin schockiert" und "Es ging viel zu schnell", so die Reak­tionen der enttäuschten Teenager.

2. Madonna

Keine Frage: Der Kauf eines Konzerttickets lohnt sich bei Madonna allemal. Immerhin verbiegt sich die 59­-Jährige, als wären ihre Knochen aus Gummi, und auch der Hüft­schwung kann sich noch immer sehen lassen. Dass sie aber auch für ein kurzes "Hallo" und ein Autogramm ein kleines Vermögen verlangt, ist weniger nachvollziehbar. Viel mehr bekamen die Fans nämlich nicht, als sie bei einem Auftritt der Pop­-Ikone im Hyde Park 1.195 britische Pfund (ca. 1.345 Euro) blechten, um ihr bei einem Meet & Greet ganz nah zu kommen. 2003 nahm sie dafür übrigens noch 395 Euro. Und das war schon für viele Fans unerschwinglich.

3. Taylor Swift

So nett, wie die Sängerin hier mit einem Fan auf der Straße für ein Foto posiert, ist sie zu ihren treuen "Followern" nicht immer. Denn als erste Sängerin überhaupt kam die 27-­Jährige heuer auf die Idee, selbst zu bestimmen, wer Tickets für ihre Konzerte bekommt. Bei der kommenden "Reputation"-­Tour in den USA sollen tatsächlich jene Fans bevorzugt werden, die bestimmte Aufgaben erfüllen. Das wäre zum Beispiel: sich auf dem ent­sprechenden Portal (tickets.taylor-swift.com) zu registrieren, seine private Handynummer anzugeben, den Newsletter zu abonnieren, das Album vorzubestellen oder Merchandise­-Ar­tikel zu kaufen. Auswahl hätte man bei Letzterem genug: So kann man sich einen Schlangenring für 60 Dollar (ca. 52 Euro), ein T-­Shirt für 50 Dollar oder einen Kapuzen-­Pullover um 75 Dollar anschaffen. Das ist allerdings noch nicht genug: Auch Instagram­-Pics mit Werbeinhalten müssen Hardcore­-Fans posten, um zu beweisen, wie groß ihre Liebe zu Taylor ist. Garantie für ein Ticket gibt es trotz des komplizierten Systems nicht: Es kann sein, dass man den ganzen Kram kauft und dennoch nicht aufs Konzert darf. Für alle, die sich nicht abschrecken lassen und trotzdem ihr Glück versuchen möchten: eine Video-­Anleitung zum Ticket­-Wahn­sinn findet man im Netz unter "Taylor Swift Tix".

4. Louis Tomlinson

Wer lässt sich denn bitte so etwas gefal­len?, war unsere Reaktion, als wir hörten, dass sich der ehemalige "One­ Direction“"-Sänger sogar für gemein­same Selfies von seinen Fans bezahlen lässt. Immerhin gehört das ja wohl zum Starsein dazu, könnte man meinen. Tomlin­son sieht das anders und macht daraus ein Geschäft: Für jedes gemeinsame Pic nimmt er rund 345 Euro, und scheinbar kann er sich's leisten. Nach der Band­-Auflösung schreibt er auch solo mit Hits wie "Just Like You" Erfolgsgeschichte, die Fans stehen hinter ihm. Das Selfie-­Geld investiert er offiziell in einen Fuß­ballverein. Aber: Der 25-­Jährige verdient selbst genug, da muss er nicht seine Fans blechen lassen.

5. Beyoncé

Auch bei dieser Popsängerin (36) hat es einen erheblichen Preisanstieg gegeben, bei dem man sich fragt: Ist der wirklich berechtigt? Und: Welcher Fan kann sich das denn überhaupt noch leisten? Während die damals noch bescheidene Beyoncé 2003 für ein Meet & Greet­-Ticket 395 Euro nahm, wur­den daraus mittlerweile stolze 1.505 Dollar (1.295 Euro). Im Vergleich mit Justin Bieber positiv: Immerhin bekommen die Fans hier wenigstens einen fixen Platz in der ersten Reihe und können sich beim Pre­Show­-Empfang kostenlosen Drinks und Speisen hingeben. Das Tüpfelchen auf dem "i": Sogar ein Merchandise­-Artikel ist inkludiert. Für wohlhabende Fans dann wohl doch alles eitel Wonne!

6. Helene Fischer

Obwohl Schlager-Queen Helene Fischer inner­halb ihrer "Helene Fischer Live 2017/2018"-Tournee knapp 70 Konzerte absolviert, für die man bis zu 149 Euro pro Ticket zahlt, sind diese Einnahmen der 33­-Jährigen offenbar noch nicht genug. Und was ist der einfachste Weg, um mit treuen Fans richtig Kohle zu scheffeln? Ganz klar: teure Merchan­dise-­Artikel! Da die Konzerte des Schlagerstars heiß begehrt sind, es aber nicht jeder zur Show schafft, ist der Shop auf Fischers Webseite ein Bombengeschäft: So kann man sich einen Kugelschreiber um satte 39,90 Euro kaufen, einen Kapuzenpulli um knappe 65 Euro oder ein T­-Shirt für Kids um knappe 30 Euro. Und wer auch damit noch nicht genug hat, schlürft seinen Kaffee aus einem Häferl um 18 Euro. Zum Vergleich: Um das Geld könnte man sich bereits eine Tasse von Gmundner Keramik kaufen.

7. Harry Styles

Sänger Harry Styles brachten zu teuer verkaufte Merchandise-­Artikel sogar bis vors Gericht. Allerdings ist er die große Ausnahme im Ring der gierigen Stars, denn er hatte die Fanartikel gar nicht selbst verkauft und auch gar nichts daran verdient. Ganz im Gegenteil: Der 23­-Jährige zeigte einige Betrüger an, die falsche und unautorisierte Fanartikel von ihm auf den Markt gebracht und somit seine Fans abgezockt hat­ten. Ein echter Betrugsfall also. Obwohl der Prozess noch im Gange ist und das Urteil noch nicht ausgesprochen, ist für die Fangemeinde schon jetzt klar: Harry Styles ist ein Held, der sich für seine Fans unaufhörlich einsetzt. Und natürlich auch dafür, dass nur er an seinen Merchandise-­Ar­tikeln kräftig verdient.

8. Michael Wendler

Vor ein paar Jah­ren, als Wendler noch nicht in den USA wohnte, wollten seine größten Fans Silvia und Nadine Simbeck auf Mallorca das "Wend­ler-­Café" eröffnen. Warum nicht, dachte sich Wendler und kas­sierte knappe 40.000 Euro allein für die Namensrechte. Als er aber hörte, dass die Hardcore-­Fans nicht nur ein Kaffeehaus in seinem Namen führen möchten – und damit quasi kostenlose Werbung für ihn machen –, sondern auch noch Merchandi­se-­Artikel verkaufen wollen, hörte der Spaß für den 45­-Jährigen auf. Wendler verlangte zusätzliche 100.000 Euro und überschätzte sich damit gewaltig. Denn diese enorme Summe war sogar den Simbecks zu viel – und statt ihr einstiges Idol weiter anzuhimmeln, entschieden sie sich, es stattdessen anzuzeigen. Vor Gericht bekamen sie recht, trotz Berufung musste Wendler das Geld zurückzahlen. Aber auch die ehemalige Leiterin des Wendler­-Fanclubs hatte es nicht leicht: Ihr schenkte der Sänger vor Tausenden Menschen ein Auto – um es Tage später mit dem Hinweis zurückzufordern, es sei nur geliehen.

9. Sylvester Stallone

Als Sylvester Stallone (71) vor ein paar Jahren die Comic Con besuchte, machte er dort ein kleines Vermögen, und zwar – ja, Sie haben richtig geraten! – mit dem Geld seiner Fans. So verlangte der Schauspieler für ein einfaches Autogramm sat­te 340 Euro, für ein gemeinsames Foto sogar knapp 387 Euro. Es gibt doch niemanden, der sich ein einfaches Selfie so viel kosten lässt? Oh doch: Auch andere Kollegen las­sen ihre Fans für Fotos und Autogramme tief in die Tasche greifen und lachen sich dabei noch ins Fäustchen. So ver­langt David Tennant ("Doctor Who") 138 Euro für ein Auto­gramm, David Duchovny ("Californication") im Vergleich "günstige" 82 Euro für ein Bild. Aber egal, wie schön das Foto wird: Die Erinnerung der Fans wird immer daran geknüpft sein, dass der Star sich nicht einmal einen Moment Zeit für seine Fans nimmt, ohne ans Geld zu denken. Und das ist nur eines: einfach mies!