Kino-Helden Sebastian Bezzel und Simon Schwarz im Weekend-Talk

Mit "Grießnockerlaffäre" läuft bereits der vierte Teil der Bestsellerverfilmung von Rita Falk in den heimischen Kinos. Weekend-Redakteurin Tamara Hörmann traf die Protagonisten Sebastian Bezzel und Simon Schwarz zum Interview.

Sebastian Bezzel Simon Schwarz Grießnockerlaffäre Rita Falk
Simon Schwarz und Sebastian Bezzel als kongeniales Duo Foto: Walter Pernkopf/picturedesk.com

Weekend: Können Sie sich noch an Ihre erste Begegnung erinnern?

Schwarz: Ja! Das ist 12 Jahre her und war am Flughafen in Berlin. Wir haben uns vorgestellt: "Ah schön, du, Servus", dann ging ein Mann vorbei.

Bezzel: Stimmt! Der hatte ein kariertes Sakko an, ein wieder anders kariertes Hemd und eine gestreifte Hose. Ich hab gesagt: Der ist nicht farbenblind, sondern musterblind.

Schwarz: Dann hab ich gelacht - und seitdem hat sich nichts verändert. Außer dass die Homo-Ehe in Deutschland inzwischen freigegeben ist und wir heiraten könnten. Obwohl: Mehrfachehe ist ja auch nicht erlaubt.

Bezzel: Stimmt, da wär dann noch etwas mit meiner Frau zu klären.

Weekend: Im Film steht plötzlich die Jugendliebe der Oma vor der Tür. Wie würden Sie reagieren, wenn das passiert?

Schwarz: Ich weiß gar nicht, wer meine Jugendliebe war. Ich fand die Königin aus "Die unendliche Geschichte" ganz toll. Die hab ich immer am Cinema-Heft geküsst. Aber wahrscheinlich würde ich sie gar nicht erkennen. Oder aber ich wäre total geschockt und würde sagen: Scheiße, sind wir alt geworden (lacht)! Das ist wahrscheinlich der ehrlichste Gedanke.

Weekend: Wären Sie stolz oder beängstigt, wenn Ihre Kinder Mordfälle lösen müssten?

Schwarz: Ich fände das super! Die können alles werden, was sie wollen, solange sie der Gesellschaft nicht groß schaden.

Bezzel: Na ja, wenn mein Sohn sagt "Ich werde jetzt Base-Jumper", würde ich schon sagen: Bist du wahnsinnig, du Sautölpel? Dann hätt ich so richtig Angst. Aber wenn er zur Polizei ginge, wäre meine Antwort: Ist ein Risikojob, aber du wirst wissen, was du tust. Wenn alle Eltern zu ihren Kindern sagen würden, geh nicht zur Polizei, würd's ja wirklich gefährlich werden.

Weekend: Was raten Sie Jungschauspielern, die durchstarten möchten?

Schwarz: Ich würde niemandem raten, Schauspieler zu werden. Es ist überlaufen und auch nicht wahnsinnig lustig.

Bezzel: Mir fällt auf, dass es bei jüngeren Kollegen oft nur noch um die Vermarktung geht: die Likes, das Drumherum. Sie erzählen nie von dem Kern des Jobs - sich in die Rollen ernsthaft hineinzuversetzen. Denen geht es nur noch ums Image. Den Beruf zu machen bedeutet, dass man ihn ernst nimmt.

Weekend: Was müsste sich Ihrer Meinung nach in der österreichischen Filmbranche ändern?

Schwarz: Im Kulturbudget wird Film und Fernsehen bei der Verteilung als Unterhaltung gesehen und nicht als Kultur. Ich verstehe nicht, warum ein Theaterstück mehr Kultur ist als ein Kinofilm. Das wird nie jemand anfechten, weil man sich gegenseitig nicht ans Bein pinkeln will. Aber da bin eher der Arsch, eher der Rudi Birkenberger und würde gerne mit dem Kopf durch die Wand gehen.

Sebastian Bezzel

Der 46-jährige Schauspieler, geboren 1971 in Garmisch-Partenkirchen, studierte an der "Bayerischen Theaterakademie August Everding" und wurde unter anderem als Tatort-Kommissar Kai Perlmann bekannt. Mit seiner Frau, Schauspielerin Johanna Christine Gehlen, ist er seit 2009 verheiratet. Er lebt mit ihr und den gemeinsamen zwei Kindern in Hamburg.

Simon Schwarz

1971 in Wien geboren nahm Simon Schwarz später Schauspielunterricht in Zürich und Berlin und gab sein Fernsehdebüt 1996 in der ZDF-Serie "Spiel des Lebens". Im Vorjahr wagte sich der mittlerweile in Berlin lebende Schauspieler ("Vorstadtweiber", "Trautmann") in neues Terrain und gab sein Produzenten-Debüt mit "Zerschlag mein Herz".