Der große Weekend-Psychotest mit James Blunt!

James Blunt ist eine Marke, die für Liebe, Leid und tiefe Emotionen steht. Vor allem die gefühlsseligsten Balladen aus seiner Feder haben ihm zu seinem Welterfolg verholfen. Doch wer ist James Blunt eigentlich als Mensch?

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James Blunt im Interview Foto: Britta Pedersen / dpa / picturedesk.com

„Hey James, wir machen einen kleinen Psychotest mit dir“, so unsere kurze und schmerzlose Ankündigung. „O.K., legen wir los!“, erwidert er angstfrei. Ein noch größerer Ansporn, ihm ein wenig auf den Zahn zu fühlen und herauszufinden, wer James Blunt wirklich ist.

Weekend: James, du hast letztes Jahr getweetet: „Wenn ihr glaubt, 2016 war schlimm, dann wartet auf mein neues Album“. Würdest du dich als eine selbstironische Person bezeichnen, oder vielmehr als eine pessimistische?

James Blunt: Ich denke, die Menschen kennen mich durch „You’re Beautiful“, das sehr süß, romantisch und traurig ist. Aber wenn man darüber nachdenkt, geht es im Song um einen Typen, der high ist in der U-Bahn und die Ex-Freundin von einem anderen stalked, wenn dieser in seiner Nähe ist. Also würde ich mich eher als creepy („unheimlich“) bezeichnen. Man hätte mich wohl einsperren sollen.

Weekend: Wie gefällt dir nun dein Album und was gefällt dir am meisten daran?

James Blunt: Ich habe es nun schon so oft gehört und ich genieße es noch immer. Witzigerweise gab es einen Song namens „O.K.“, den ich überhaupt nicht ausstehen konnte und wieder verworfen hatte. Dann traf ich in Ibiza meinen Freund Robin Schulz, der ein wenig damit herumgespielt hat und dem Song ein wenig Magie verliehen hat. Und jetzt ist er ein massiver Hit in ganz Europa, Amerika und der ganzen Welt. Und auch wenn ich den Song auf der Bühne singe, ist die Reaktion darauf sehr cool!

Weekend: Dein Stil ist ein wenig anders geworden. Warum hattest du einen Drang nach Veränderung?

James Blunt: Ich habe vier Alben gemacht und ich liebe sie sehr, aber für das fünfte Album wollte ich nicht wieder das Gleiche machen und mich wiederholen. Ich wollte, dass es besonders wird. Die neuen Lieder sind romantisch, traurig, leidgetränkt, aber auch überraschend, energisch, frech, zuversichtlich. Die Menschen könnten glauben: „Das ist nicht James Blunt“ – das Album könnte sie überraschen. Es ist vielschichtiger.

Weekend: James Blunt ist nicht James Blunt ohne seine herzzerreißenden Songs. Würdest du dich als Romantiker bezeichnen oder lediglich als guten Businessman, weil sich Liebesballaden besser verkaufen?

James Blunt: Kummer verkauft sich, da hast du recht. Aber ich bin nicht romantisch, sondern wie schon gesagt, creepy. Ich schreibe über die Liebe, das Leben, den Tod, die Sucht und darüber, clean und nüchtern zu sein. Ich habe auch über die amerikanische Politik und den Krieg geschrieben – ich war auch selbst Soldat in Kosovo... Ich denke, die Lieder, die sich wirklich verkaufen sind jene über das Herz, über gescheiterte Romantik.

Weekend: Und dennoch wirst du in die Schublade des romantischen, emotionalen Sängers und Songwriters gesteckt. Wärst du lieber anders wahrgenommen?

James Blunt: Nein. Meine Musik hat sich in der ganzen Welt verkauft. Tausende von Menschen kommen zu den Konzerten.

Weekend: Wenn du eine Superkraft haben könntest, welche wäre es?

James Blunt: Hmm, ich weiß nicht – vielleicht die klischeehafte Unsichtbarkeit. Aber ich bin jetzt schon ziemlich gut darin, mich hinter Gebüschen zu verstecken. Ich habe das beim Millitär schon gemacht.

Weekend: Du hast deinen Durchbruch 2004 erreicht. Was hat sich in Bezug auf die Dinge, die besonders wichtig für dich sind, geändert?

James Blunt: Ich denke, Freunde und Familie bleiben immer das Wichtigste – gleichzeitig meine Leidenschaft und mein Hobby Musik.

Weekend: Was ist für dich das Beste und das Härteste an deinem Job?

James Blunt: Das Beste: Auf der Bühne zu stehen und zu singen, auf Tour zu gehen. Und wir lieben es, alte Lieder, die jeder kennt, aber auch neue, zu spielen. Wir wollen die Leute auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitnehmen, also komm’ doch mit!

Weekend: Ja, gern! Und was ist das Härteste an deinem Job?

James Blunt: Das Schlafen im Tourbus, was aber eigentlich gar nicht so schlimm ist, denn ich habe auch schon in einem Panzer geschlafen.

Weekend: Was hasst du und was liebst du an Menschen?

James Blunt: Ich mag es nicht, wenn Politiker den Leuten die Unterschiede zwischen uns erklären und ihnen sagen, Angst vor Menschen mit einer anderen Herkunft, Hautfarbe, Sexualität oder Religion zu haben. Bei meinen Konzerten habe ich gesehen, dass Menschen sich auf gleicher Weise mit Musik verbunden fühlen, egal welchen kulturellen Hintergrund sie haben. Was ich mag, ist Mitgefühl. Im Kosovo-Krieg habe ich viel Mitgefühl und Fürsorge beobachtet.

Weekend: Und was magst du und magst du nicht an dir selbst?

James Blunt: Was ich nicht an mir mag? Da gibt es zu viele Dinge, deswegen habe ich so viele Songs geschrieben. Ich habe viele Fehler gemacht und nicht immer aus ihnen gelernt. Und ich finde, ich habe unglaublich schöne Füße.

Weekend: Wer ist ein Lieblings-Promi und wen magst du gar nicht?

James Blunt: Ich weiß es nicht wirklich, ich fühle mich nicht sehr wohl in der „Celebrity“-Welt. Ich bin Musiker, das ist etwas anderes als ein „Celebrity“. (...) Das Leben ist einfach, nicht glamourös. (...) Ich bin aber mit Ed Sheeran auf Tour – er ist ein süßer Mann und phänomenaler Musiker, den ich liebe... Wen ich nicht mag... mir fällt leider niemand ein, sorry.

Weekend: Es gibt ja sieben Grundemotionen: Furcht, Freude, Wut, Traurigkeit, Ekel, Überraschung, Verachtung. Welche fühlst du am häufigsten?

James Blunt: Ich glaube, da wird etwas nicht berücksichtigt. Was du sagst, ist die Frauen-Perspektive. Männer sind einfacher mit Emotionen – für uns gibt es Hunger, Durst und das Bedürfnis zu schlafen.

Weekend: Was ist der Sinn des Lebens?

James Blunt: Spaß zu haben... mit Freunden.

Weekend: Und zuletzt die wichtigste aller Fragen: Was hältst du von Österreich?

James Blunt: Es ist ein wunderschönes Land. Ich war schon viele Male hier, nicht nur wegen meiner Konzerte. Ich war in Salzburg und Wien, ich bin im Hinterland Ski gefahren, die Berge heruntergefahren.. Also die Berge, der Schnee, das Skifahren, die alten Dörfer und Städte – es ist ein ganz spezielles Land.

Fazit: Das ist James Blunt wirklich!

Der Schmusesänger ist ein bescheidener und toleranter Creep, der manchmal, bis auf seine schönen Füße, gerne unsichtbar ist. Wie seine Balladen vermuten lassen, hat er ein großes Herz, ist jedoch kein Romantiker. Er ist bereit für Veränderungen, die sein Leben mit Spaß füllen. Wenn diese außerdem in Begleitung von Ed Sheeran passieren, kann nichts mehr schiefgehen. Was er meistens fühlt ist Hunger, Durst und Müdigkeit. Sein Lieblingsland ist unseren Vermutungen zufolge Österreich.

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