Millionen-Idole: Das sind die Top-Verdiener im Sport

Seid umschlungen, Millionen? Von den 7.000.000 Euro, die Fußball-Idol David Alaba bei Bayern München pro Jahr verdient, können alle anderen Sportler aus Österreich nur träumen. Viel bleibt von der scheinbar glamourösen Karriere oft nicht übrig.

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Der 23-Jährige David Alaba ist bei Bayern München mit einem mit 7 Millionen Euro pro Jahr dotierten Vertrag ausgestattet. Foto: SM/EXPA/picturedesk.com
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Clemes Doppler: „Ohne die Aufmerksamkeit beim Turnier in Klagenfurt wär's fast unmöglich, Sponsoren aufzustellen!“ Foto: EXPA/APA/picturedesk.com

Zuletzt startete er mit Alex Horst bei der WM in Holland. Auch Oympia-Auftritte hat Beachvolleyballer Clemens Doppler schon hinter sich. Dennoch sagt er: „Ohne die Aufmerksamkeit beim Turnier in Klagenfurt wär's fast unmöglich, Sponsoren aufzustellen!“ So ist der am 28. Juli startende Event am Wörthersee das wichtigste Turnier des Jahres, denn ohne Sponsoren geht nichts. Nur von Preisgeldern leben? „Geht nicht“, weiß Doppler. Das gilt schon während der aktiven Zeit. Ein Schicksal, das er mit vielen Sportlern teilt, auch mit erfolgreichen. Selbst Olympia-Medaillen helfen finanziell wenig, wenn man sie nicht in der „richtigen“ Disziplin erringt. Ski-Star Anna Fenninger – deren Streben nach Eigenvermarktung ja ein großes Thema war – kassiert vor allem dank potenter Sponsoren über zwei Millionen Euro pro Jahr, ihr Kollege Marcel Hirscher wird sogar auf 3,5 Millionen geschätzt.

Sprungbrett Medaille

Ganz anders sieht es aber etwa bei Wolfram Waibel aus. Dabei hat der Sportschütze aus Vorarlberg 1996 gleich zwei Olympia-Medaillen erobert. Nach dem Ende der Laufbahn wurde Waibel Coach in der Schweiz, ist nun Trainer in Vorarlberg. „Ohne die Medaillen hätte ich diese Chance nicht bekommen“, sagt Waibel – eine Weltklasse-Karriere war das Sprungbrett für das Leben danach. Denn in seinem Sport gibt es weder hohe Preisgelder noch großes Interesse von Sponsoren. „Daher ist das Bundesheer für viele Sportler so wichtig“, erklärt Waibel. Zahlreiche Athleten aus Randsportarten sind als Sportsoldaten beim Heer angestellt. Waibel: „Bleiben die guten Ergebnisse aus, fällt dieser Bonus aber rasch weg.“ So lebt etwa das Kanu-Ehepaar Helmut und Violetta Oblinger in konstantem Zittern um die Fortsetzung der Karriere, die ohne das Heer praktisch unmöglich wäre, obwohl Violetta 2008 Olympia-Bronze holte. Auch Andreas Geritzer, der 2004 Silber im Segeln gewann, war beim Heer. „Wenn der Erfolg da ist, kann man auch danach im Segeln Funktionen ausüben und davon leben“, bestätigt Geritzer, der nun einen Segelklub in Neusiedl leitet. Große Erfolge sind also oft nicht der Höhepunkt, sondern eine Notwendigkeit, wenn man seiner Sportart beruflich verbunden bleiben will.

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Die Kanutin Violetta Oblinger ist wie viele andere auf die Unterstützung des Bundesheeres angewiesen. Foto: Sebastian Pucher/EXPA/picturedesk.com

Was kommt nach dem Sport?

Auf jeden Fall aber müssen sich auch erfolgreiche Stars überlegen, wie das Leben ohne Wettkämpfe weitergeht. „Es liegt an einem selbst, wie die Zukunft aussieht“, will sich etwa Judoka Sabrina Filzmoser gar nicht auf alte Seilschaften verlassen müssen, wenn sie sich vom aktiven Sport zurückzieht: „Mit dem Verdienst im Judo kann man nichts groß absichern. Ich habe meine Verletzungen zu einem Studium genützt. Mein ,Polster‘ heißt Bildung!“ Schließlich kann nicht jeder nach der Karriere reich heiraten, wie es Stephanie Graf gemacht hat. Die ehemalige 800-m-Weltklasse-Läuferin ehelichte einen millionenschweren Unternehmer und ist mit ihm nach Monte Carlo gezogen.

Viel Geld im Golf

Aber es gibt sie sehr wohl, die Sportarten, in denen es um richtig viel Geld geht. Im Golf scheffeln die Superstars der Szene – wie Tiger Woods oder Rory McIlroy – um die 50 Millionen Dollar jährlich. Die 4,5 Millionen, die sich der Wiener Markus Brier in seiner Karriere erspielt hat, nehmen sich dagegen bescheiden aus. Dennoch ist das eine Summe, von der fast alle anderen Österreicher nur träumen können. „4,5 Millionen klingt richtig viel. Aber man muss bedenken: Ich habe 1,5 Millionen davon für Flüge, Hotels, Caddies und so weiter gebraucht“, so Brier, „außerdem muss ich ja auch Steuern zahlen.“ Natürlich: Er muss sich keine finanziellen Sorgen machen. „Aber es kann keine Rede davon sein, dass ich ausgesorgt hätte“, erklärt Brier. Das hat auch sein Nachfolger als Österreichs Nummer eins, Bernd Wiesberger nicht. Brier: „Dazu müsste er noch zehn Jahre auf hohem Niveau spielen. Das wirklich große Geld gibt es erst, wenn man beständig unter den Top-20 der Welt ist!“ Ähnliches gilt für das Tennis, wo sich Thomas Muster keine Sorgen mehr machen muss. Für einen Spieler wie Dominic Thiem aber, Österreichs aktuelle Nummer eins, gilt Ähnliches wie für Wiesberger – zumal Thiem auch ähnliche Summen an Preisgeld einnimmt.

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Der beste heimische Tennisspieler, Dominic Thiem, verdient rund 1 Million pro Jahr an Preisgeld. Foto: Maja Hitij/EPA/picturedesk.com

Sonderrolle Motor- und Pferdesport

Auch in diesem Bereich wird viel Preisgeld ausgeschüttet. Dennoch nimmt der Pferde- und Motorsport eine Sonderrolle ein – schließlich ist schon ein erheblicher finanzieller Aufwand nötig, um überhaupt an Preisgeld denken zu können. Schon eine Saison im nationalen Kartsport in Deutschland, also der absoluten Einsteiger-Klasse für Rennfahrer, ist nicht unter 100.000 Euro zu machen. Für die Formel 3 als Vorstufe zur Königsklasse braucht man deutlich über eine halbe Million – pro Jahr, versteht sich. König Fußball. Der weltweit populärste Sport ist aber natürlich Fußball und viele Kinder und Teenager träumen von einer Karriere, wie sie David Alaba macht. Der 23-Jährige ist bei Bayern München mit einem mit 7 Millionen Euro pro Jahr dotierten Vertrag ausgestattet und damit die Nummer eins unter Österreichs Sportlern. Nationalteam-Stützen wie Junuzovic, Arnautovic, Harnik und Fuchs verdienen bei ihren Klubs bis zu 2,5 Millionen. „Man muss sich aber stets bewusst sein, dass man immer nur eine schwere Verletzung vom Aus entfernt ist“, warnt Markus Schopp. Der frühere ÖFB-Kapitän spielte in Italien und Deutschland und trainiert nun den Nachwuchs von Sturm Graz. Daher weiß er genau: „Jedes Jahr kommen Heerscharen an guten Burschen aus den zwölf Fußball-Akademien in Österreich. Nur ein Bruchteil kommt bei Profi-Klubs unter.“ Daher wird darauf geachtet, dass die schulische Ausbildung nicht zu kurz kommt.  Die wenigsten werden in ihrer Karriere also wirklich reich an Geld. Alle Sportler aber werden reich an Erfahrung. So sagt Sabrina Filzmoser: „Gerade die Art und Weise, wie man mit Niederlagen umgeht, kann einen für die Zeit nach der Karriere definitiv stärker machen!“

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