Diana: Von der Presse geliebt, vom Palast verstoßen

Am 31. August jährt sich der Todestag der "Prinzessin der Herzen" zum 20. Mal. Eine neue Dokumentation gibt Einblicke in das Andenken ihrer Söhne. Überschattet wird die heurige Trauerfeier zum Todestag von intimen Videoaufnahmen der Fürstin von Wales, die erstmals im britischen Fernsehen ausgestrahlt wurden.

Prinzessin Diana
Unvergessen: Prinzessin Diana Foto: Globe Photos/Zuma/picturedesk.com
Prinzessin Diana Prinz Charles Hochzeit
Ein Bild, das 1981 um die Welt ging: Prinzessin Diana und Prinz Charles Foto: Pa/EPA/picturedesk.com
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Prinzessin Diana und Prinz Charles kurz nach ihrer Hochzeit 1981 Foto: John Scott/Camera Press/picturedesk.com
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Prinzessin Diana wenige Tage nach der Entbindung von Prinz William im Jahr 1982 Foto: PA/picturedesk.com
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In ihrer Rolle als Mutter ging Diana voll auf Foto: Lionel Cherruault/Camera Press/picturedesk.com
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Nach drei Jahren soll zwischen Diana und Charles bereits Funkstille geherrscht haben Foto: Lionel Cherruault/Camera Press/picturedesk.com
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Diana und Charles bei einem Treffen mit der spanischen Königsfamilie Foto: AFP/picturedesk.com
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Ihren Kindern wollte Diana eine unbeschwerte Kindheit ermöglichen Foto: Dave Caulkin/AP/picturedesk.com
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Nicht ohne ihre Kinder: Diana mit Harry und William Foto: Glenn Harvey/Camera Press/picturedesk.com
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Ausgelassen sah man Diana nur mit mit ihren Söhnen Foto: Duncan Raban/PA/picturedesk.com
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Innige Liebe: Diana im Kreis ihrer Lieben Foto: Glenn Harvey/Camera Press/picturedesk.com
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Fluch und Segen: Auch im Urlaub hatten Diana und ihre Kinder keine Ruhe vor den Fotografen Foto: Glenn Harvey/Camera Press/picturedesk.com

Paris am 31. August 1997, kurz nach Mitternacht. Diana Frances Mountbatten-Windsor, ihr Lebensgefährte Dodi Al-Fayed sowie ihr Bodyguard Trevor Rees-Jones verlassen das Hotel Ritz. Von Paparazzi verfolgt, flüchten sie gemeinsam mit Chauffeur Henri Paul durch den Hinterausgang. Was zu dem Zeitpunkt keiner der Mitfahrer weiß: Paul steht unter Alkoholeinfluss und hat Antidepressiva zu sich genommen. So kommt es, dass er in einem Pariser Tunnel die Kontrolle über das viel zu schnelle Auto verliert und gegen einen Pfeiler rast. Alle Insassen bis auf Rees-Jones sterben. Spätere Blutanalysen zeigen bei Paul einen Promillegehalt von 1,8.

Verschwörungstheorien widerlegt

Brisant: Der Fahrer war auch gleichzeiti ­Sicherheitschef im Ritz-Hotel, das Mohamed ­Al-Fayed gehört, Dodis Vater. Dieser ist es auch, der später nicht an einen "Unfall" glauben will, sondern verschiedenen Verschwörungstheorien anhängt. Doch sie bleiben Spekulationen: Alle wurden in den Jahren 2004 bis 2008 in einer groß angelegten Ermittlungsaktion namens "Operation Paget" von der französischen sowie der britischen Polizei widerlegt. Das Ergebnis ist ganz klar: Die Hauptschuld trug der betrunkene Chauffeur.

Mutter und Ehefrau

So tragisch Dianas Tod, so war auch ihr Leben von Dramen geprägt. Der einzige Anker in ihrer zerrütteten Ehe: ihre beiden Söhne William und Henry. In der neuen Dokumentation "Diana, unsere Mutter: Ihr Leben und Vermächtnis" sprechen die Brüder erstmals über ihre Mutter und den Tag des Unfalls. Die beiden waren 15 und 12 Jahre alt und ­verbrachten ihre Ferien auf Schloss Balmoral in Schottland, während sich ihre Mutter in Frankreich aufhielt. ­Er habe seiner Mutter am Telefon gesagt, dass es ihnen gut gehe, so William. "Harry und ich hatten es total eilig, uns zu verabschieden – so nach dem Motto: bis bald ...".

Diana - "ein Kind durch und durch"

Hauptsächlich sprechen die Prinzen in der Doku aber über ihre schönen Erinnerungen an ­Diana. William hat viele Fotos seiner Mutter im Haus und erzählt auch seinen Kindern George und Charlotte von ihrer verstorbenen Großmutter. William: "Unsere Mutter war ein Kind durch und durch. Wenn mich jemand darum bittet, ein Beispiel dafür zu geben, höre ich vor allem eins: ihr Lachen."

Britischer Humor

Einer ihrer Ratschläge: "Du kannst so frech sein wie du willst, lass dich nur nicht erwischen." Diana war nicht nur für ihre herzliche Art bekannt, sondern auch für ihren Humor. So überraschte sie den (pubertierenden) William mit einer Riege von Supermodels, die sie nach Hause eingeladen hatte. "Ich lief rot an und brachte kein Wort heraus", erinnert sich William. "Ich glaube, ich bin die Treppe hinaufgestolpert." In Aufnahmen mit ihrem Sprechtrainer Peter Settelen zeigt sie sich von ihrer schlagfertigen Seite. Auf die Frage, warum die Prinzessin sich so für humanitäre Organisationen engagiere, antwortete Diana unter ­Gelächter: "Weil ich sonst nichts anderes zu tun habe!" Nach der Scheidung von Prinz Charles musste Diana ihr Personal verringern und unterstützte statt den einhundert nur noch sechs Organisationen. Die Konzentration auf eine Arbeit, die sie begeisterte und für die sie ­gelobt wurde, tat ihr gut.

Nichts zu lachen

Doch Depressionen und Bulimie hatten ihre Spuren hinterlassen, die sie in Therapien aufarbeitete. Worin sich Diana und die königliche Familie in ­Interviews und öffentlichen Stellungnahmen stets uneins waren: Waren das die Folgen oder die Ursachen für ihre Eheprobleme? In der 1992 in den USA ausgestrahlten und seitdem auf YouTube verfügbaren Dokumentation "Diana: In ihren eigenen Worten" schildert die Prinzessin ihre Differenzen mit Prinz Charles. Sie erzählt von ihrem für sie "komischen" und spärlichen Sexleben, das bereits nach drei Ehejahren komplett eingeschlafen war. Charles Beziehung zu Camilla Bowles Parker, seine Eifersucht auf Dianas mediale Erfolge und die Ablehnung durch die Queen machten der jungen Ehefrau zu schaffen. Die meist fotografierte Frau der Welt wurde von der Presse in den Himmel gelobt und in ihrem eigenen Haus für dumm und nutzlos gehalten. So jedenfalls sah es Diana.

Nur ein Opfer?

1994, nach dem Eingeständnis der Affäre mit Camilla durch Prinz Charles, nutzt Diana das BBC-Interview, um sich als Opfer zu präsentieren. Dass sie selbst auch schon zwei außereheliche Beziehungen – mit ihrem Leibwächter Barry Mannakee und dem Herzchirurgen Hasnat Khan – hinter sich hatte, erwähnte sie natürlich mit keinem Wort. Diese Art der Selbstinszenierung nahm ihr die Presse ziemlich übel. Bis zu ihrem Unfall nur zwei Jahre später, denn danach stieg die "Prinzessin der ­Herzen" fast in den Status ­einer Heiligen auf.

Verschwörungstheorien

  • Ex-Agent Richard Tomlinson behauptet, dass der Unfall durch Einsatz einer Art "Lichtkanone" (zum Blenden) durch Spezialeinheiten von SAS und MI6 ausgelöst wurde.
  • Diana soll von Al-Fayed schwanger gewesen sein. Eine Ehe mit einem Moslem, gar ein ­gemeinsames Kind, sei für die Royals inakzeptabel gewesen. Die Lösung: Mord!
  • Die Elvis-Variante: Diana wollte ihren Tod inszenieren, um ein Leben in Anonymität führen zu können. Der Plan ging entweder schief und sie starb wirklich oder sie lebt mit neuer Identität weiter.
  • Angeblich wurde Dianas Auto von einem weißen Fiat gerammt, den ein Paparazzi gefahren habe. Der Wagen wurde nie gefunden, der Reporter soll Selbstmord begangen haben.
  • Warum brauchte der Krankenwagen mit der schwerverletzten Diana vom Unfallort ins Krankenhaus, einer Strecke von fünf Kilometern, volle eineinhalb Stunden? Absichtlich, um ihr Überleben zu verhindern? Nein: Tatsächlich musste der Wagen auf Anweisung des Arztes so langsam fahren, da Diana während der Fahrt immer wieder behandelt wurde.
  • Diana hat das Königshaus oft als die „lizards“ (Eidechsen) bezeichnet. Zu Recht, sagen Verschwörungstheoretiker: Im Königshaus leben keine Menschen, sondern reptilienartige Humanoiden. Diana habe damit gedroht, dieses Geheimnis zu offenbaren und sei ­deswegen in die Schusslinie geraten.
  • Osama bin Laden soll Dianas Tod in Auftrag gegeben haben, weil sie für die Rechte der Frauen kämpfte. Beweise dafür hätten US-Militärs in den zerstörten Al-Kaida-Hauptquartieren in Afghanistan gefunden.