Warum sich Stars nicht GANZ Feministinnen nennen

Stars werden immer wieder gefragt, ob sie sich als Feministinnen bezeichnen würden. Diese Frage wird nur selten mit einem klaren, definitiven „Ja“ beantwortet. Der Grund: Die Bezeichnung „Feminismus“ hat eine starke verwirrende Semantik.

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Lady Gaga, Emma Watson und Katy Perry Foto: MARK RALSTON/AFP|Birdie Thompson/Zuma/Hubert Boesl/dpa /picturedesk.com

Am 8. März feiern wir den Weltfrauentag, was uns zu folgender Thematik führt: Stars und ihre (Nicht-)Identifikation als Feministinnen. In den meisten Fällen fühlen sich die Promis zwar als emanzipiert, beschreiben sich dennoch nicht als Feministinnen. Dieser Ausdruck sei den meisten weiblichen Stars zufolge, die als absolute Powerfrauen bekannt sind, ein „zu starker“ Ausdruck, der Männer demoralisiert. Superfrauen wie Lady Gaga empfinden, dass die Bezeichnung noch immer eine negative Konnotation hat, die mit einem gewissen Männerhass verbunden ist, jedoch nicht so wahrgenommen werden dürfe. Daher auch die Ablehnung gegen diese Bezeichnung.

Verwirrendes Konzept?

Powerfrau Katy Perry war lange Zeit ebenfalls verwirrt, was das Konzept des eigentlichen Feminismus beinhaltet. So erklärt sie 2012 gegenüber dem „Billboard Magazine“, sie sei keine Feministin, glaube jedoch an die Stärke der Frauen. Zwei Jahre später: „Ich hatte nie wirklich verstanden, was das Wort bedeutet, aber jetzt, wo ich es weiß, bedeutet es einfach, dass ich mich selbst als Frau, aber auch Männer liebe“. Sieht aus, als wäre Feminismus eine reine Auslegungssache.

Für Beyoncé ganz klar

Für Queen B ist das Konzept simpel. Die „Independent Woman“ diskutiert in dieser Hinsicht nicht lange: „Ich bin mir nicht sicher, ob die Menschen verstehen, was Feminismus bedeutet, aber es ist ganz einfach: Jemand, der an die Gleichberechtigung von Männern und Frauen glaubt“, so die Sängerin gegenüber „Elle“. Sie würde sich wünschen, dass jedoch auch Männer inkludiert und nicht ausgeschlossen würden.

Brüste bleiben Tabu!

Doch auch bekennende Feministinnen haben es als solche nicht immer einfach. So hat sich Emma Watson unlängst (halb) oben ohne in der „Vanity Fair“ ablichten lassen und sofort Kritik dafür geerntet. Feministinnen dürften sich demnach nicht so freizügig zeigen, so die wütenden Kommentare im Netz. Watson wehrt sich aber gegen den Shitstorm und erklärt, dass sie wirklich nicht wisse, was Feminismus mit ihren Brüsten zu tun hätte... Nach wie vor eine schwierige Debatte, die für viele schwer zu kategorisieren scheint.

Uninteressantes Konzept?

Vielleicht der Grund, warum die starke Lana del Rey Frauenrechtlertum schlichtweg uninteressant findet und sich mit diesem Thema nicht auseinandersetzen möchte. Wer sich heute aber nicht als Feministin outet, wird schnell von der Gesellschaft oder den Medien zerrissen. Die Bezeichnung liefert, wie wir sehen, automatisch einen Grund zur Diskriminierung jener, die an eine Gleichberechtigung (oder gar –stellung) glaube, genauso wie jener, die es nicht tun. Was jedoch beide Gruppen gemein haben, ist Humanismus, auf den der eigentliche Fokus liegen sollte.

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