Sport oder Ernährung: Was ist wichtiger?

Kann man genüsslich Schweinsbraten und Schokokuchen schlemmen, wenn man dafür nur genügend trainiert? Oder hilft all das Schwitzen nicht, wenn man nicht hin und wieder zur Selleriestange greift?

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Sport tut gut – aber eine gesunde Ernährung ist wichtiger Foto: LittleBee80/iStock/Thinkstock

Sport oder Naschen: Was wiegt am Ende mehr? Es kommt ganz auf das persönliche Ziel drauf an. Ist Abnehmen das große Ziel, sind Sportmuffel und Salatliebhaber besser dran, wer einen Knackpo und Sixpack möchte, kommt um das Fitnessstudio nicht herum, darf dafür aber auch mal in einen proteinreichen Burger beißen. 

70 / 30 beim Abnehmen

Wer einige unliebsame Kilos loswerden möchte, sich aber kaum für Sport begeistern kann, wird sich freuen, dass das Verhältnis von Ernährung zu Sport beim Abnehmen 70 zu 30 beträgt. Heißt im Klartext: 70 % des Erfolges macht eine gesunde, ausgewogene und kalorienreduzierte Ernährung aus, 30 % trägt eine moderate sportliche Betätigung bei. Eine Diät ohne Sport kann also durchaus funktionieren – allerdings beschleunigt die tägliche Joggingrunde den Erfolg doch sehr.

Auch wer sein Gewicht halten möchte, muss sich nicht schweißtreibend quälen: Wer auf eine gesunde Ernährung achtet, mehr Bewegung in den Alltag integriert und auch mal Treppe statt Aufzug nimmt, kann auf ein exzessives Sportprogramm verzichten. Es reicht völlig, wenn man sich zwei bis dreimal die Woche Zeit für seinen Lieblingssport nimmt. Das kommt dann nicht nur einer strafferen Figur zugute, sondern steigert auch die Laune und reduziert Stress.

Muskeln wachsen nur mit Schweiß

Wer abnimmt, verliert Fett – baut aber nicht automatisch Muskeln auf. Wohldefinierte Muskeln schenken jedoch ein strafferes Erscheinungsbild, verbessern die Haltung und helfen gegen Cellulite. Und Muskeln haben noch einen großen Vorteil: Sie verbrennen 24 Stunden am Tag mehr Kalorien als Fett. Der Waschbrettbauch verbrennt also auch beim gemütlichen Fernsehen mehr Energie als der Waschbärbauch. Damit der Körper aber Muskeln aufbaut, braucht er einen Reiz. Und den kann er nur durch Training kommen. Ein kompletter Sportverweigerer wird nie eine straffe, muskulöse Silhouette erlangen.

Muskeln brauchen Energie

Liegt der Fokus nicht auf einer Gewichtsreduktion, sondern auf Muskelwachstum, muss man der Muskulatur auch genügend Energie und Nährstoffe zur Verfügung stellen, damit sie wachsen kann. Hier ist also wiederum die richtige Ernährung ausschlaggebend für den Erfolg und man muss dem Körper sogar einen schmackhaften Kalorienüberschuss gönnen. Das ist jetzt aber kein Freifahrtschein für wilde Fressorgien. Wer einen gesunden, starken Körper möchte, muss sich auch gesund und nährstoffreich ernähren. Besonders Eiweiß ist in Phasen des Muskelwachstums wichtig. Allerdings ist fraglich, ob Hobbysportler wirklich einen Kalorienüberschuss erzielen sollten, oder ob man das nicht allgemein lieber den Bodybuildern überlässt … 

Sport wird überschätzt

Egal ob man nun abnehmen oder Muskeln aufbauen möchte, in beiden Fällen wird die Auswirkung von Sport überschätzt. Ohne die richtige Ernährung werden die Kilos nicht schmelzen, genauso wie die Muskeln nicht wachsen werden. Ganz auf Sport zu verzichten ist aber auch nicht optimal, da Bewegung wichtig für unser Herz-Kreislauf-System und unsere Stimmungslage ist. Nur sollte man nicht dem Irrtum erliegen, dass man sich nach einer schweißtreibenden Joggingrunde ohne Reue eine Pizza, gefolgt von einem Stück Kuchen, einverleiben kann, weil "Man hat ja trainiert." Und was Sportbegeisterte auch bedenken sollten: Sport regt zwar den Stoffwechsel an, aber auch das Hungergefühl steigt. So kann es schnell passieren, dass der Gang ins Fitnesscenter zum Nullsummenspiel wird.