Nordisch by Nature: Lernen von Schweden und Co.

Nach Hygge, dem gemütlichen Lebensstil der Dänen, wird nun auch der schwedische Lifestyle "Lagom" weltweit gefeiert. Warum werden derzeit alle Trends in Skandinavien gesetzt? Wir haben uns angesehen, was wir uns von den nordischen Metropolen abschauen können.

Schweden
Schwedische Lebensart findet auch hierzulande immer mehr Anhänger Foto: Rawpixel/iStock/Thinkstock

1. Schweden

Lässiger Look: So bunt wie die Häuser in Stockholm sind, so zurückhaltend die Mode! Aber von Langeweile trotzdem keine Spur: Die modebewussten Schwedinnen setzen auf hochwertige Basics in Schwarz, Weiß, Grau oder anderen gedeckten Farben und tragen dazu weiße Sneaker oder Stiefeletten mit höchstens 5 Zentimeter Absatz. Denn: Kleidung muss nicht nur gut aussehen, sondern auch bequem sein. Coole Accessoires wie Hauben und Sonnenbrillen runden den lässigen Look ab.

Essen mit Freunden: Auf die Qualität kommt es an, nicht auf die Menge! Deshalb haben die Schweden nicht allzu viele Kontakte, dafür aber sehr enge. Mit ihrem kleinen, aber feinen Freundeskreis treffen sie sich regelmäßig zu "Mitbringer-Partys" oder Picknicks: Jeder nimmt eine Kleinigkeit zum Essen mit, dann wird gemeinsam gekocht und aufgetischt. Dabei geht es vorrangig um den gemeinsamen Moment: Der Weg (Zubereitung) ist genauso wichtig wie das Ziel (Essen).

Schluss mit Drama: Übersetzt man "Lagom" ins Deutsche, heißt es so viel wie "genau im richtigen Maß". Und das ist der Leitspruch für alle Lebensbereiche: Es geht darum, sein Glück im Mittelweg zu finden, Übertreibung sowie Exzesse aus dem Leben zu verbannen und das Drama zu streichen. Auch himmelhochjauchzende Ausbrüche von Freude gelten als wenig erstrebenswert: Stattdessen besinnt man sich auf Bescheidenheit, Zurückhaltung und Gelassenheit. Der Legende nach geht dieses Prinzip sogar bis auf die Wikinger zurück: Sie reichten einen großen Krug Met in die Runde, aus der jeder gleichberechtigt einen Schluck nehmen konnte. Und auch bei ihren berühmten "Kanelbullar" (Zimtschnecken) und Keksen gilt: Von jeder Sorte nur eines naschen, das dafür aber in vollen Zügen genießen.

2. Dänemark

Ausgeflippte Geütlichkeit: Was wir uns von den Dänen gerne abschauen: mehr Mut zur Farbe! Denn hier setzt man auf den großen, dennoch lässigen Auftritt. Die Crème de la Crème der Fashion-Szene kleidet sich weiblich und figurbetont, aber auch stets gemütlich. So trägt frau weite Blusen, locker sitzende Röcke und bunte Kleider. Das It-Piece der Saison: ein Trendteil mit Blümchenmuster.

Natürlich schön: Auch in Sachen Beauty haben die Dänen eine Vorreiterrolle eingenommen, und zwar vor allem im Bereich der ökologisch zertifizierten Pflegeprodukte. Ihre Devise: Warum chemische Wundermittel verwenden, wenn es doch in der Natur genügend kostbare Schätze gibt? Am bekanntesten ist wohl die Marke Urtekram, deren Hauptniederlassung sich im naturschönen Mariager in Dänemark befindet. Aber auch Meraki, Unique, Kjaer Weis oder Karmameju begeistern die Dänen mit zahlreichen Pflege- und Kosmetikprodukten unter dem Motto: Natur pur!

Düfte wahrnehmen: An der frisch gewaschenen Wäsche riechen, Blumen nach ihrem Duft auswählen, an einer Tasse Tee schnüffeln oder sich ein Zirbenkissen anschaffen - der dänische Lifestyle-Trend Hygge steht für Gemütlichkeit, Glück und Zufriedenheit. Das oberste Gebot: Dinge bewusst wahrnehmen, allerdings nicht nur mit den Augen. Denn Düfte beeinflussen unsere Stimmung mehr als uns manchmal lieb ist. Machen Sie es deshalb wie die Dänen: Zünden Sie sich eine Duftkerze an, riechen Sie an Ihren frisch gewaschenen Haaren, genießen Sie ein Schaumbad mit Lavendelduft oder beleben Sie Ihre Wohnung mit ätherischen Ölen. Klingt nach Larifari? Ist es nicht! Die Wissenschaft hat bewiesen, dass wir sogar unseren Partner mit der Nase auswählen.

3. Norwegen

Kuschelige Coolness: In Oslo steht der Street-Style unter dem Motto: Kuschelig muss es sein! Und zwar obendrüber: Flauschige Fell- und Kunstpelzjacken werden dabei zu femininen, bodenlangen Kleidern sowie auch zum ässigen, burschikosen Jeans-Look kombiniert. Dazu erwünscht: Flache Sneakers und eine Tasche, die dem Rest des Outfits widerspricht. Diese macht den norwegischen Look zu dem, was er ist: aufregend und individuell.