Alles Gute und viel Glück: Silvesterbräuche weltweit

Huuiiii, um Mitternacht knallen die Sektkorken, das Feuerwerk fliegt einem um die Ohren und man umarmt seine Liebsten – so kann das neue Jahr ja nur grandios werden! Doch gehören Feuerwerk und Sekt auch in anderen Ländern zu Silvester?

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Ein Glas Sekt gehört zu Silvester dazu Foto: gpointstudio/iStock/Thinkstock

Damit das neue Jahr gut beginnt, muss man natürlich einige Dinge beachten: Die Farbe der Unterwäsche will gut ausgesucht sein an diesem Tag, genauso wie das typische Silvesteressen und die richtige Getränkewahl. Dabei hat jedes Land so seine Eigenheiten.

Deutschsprachiger Raum

Österreicher und Deutsche trinken zu Silvester gerne Sekt, essen Fondue oder Raclette und lassen um Mitternacht ein Feuerwerk steigen. Wer wissen will, was das neue Jahr so bringt, der kann beim Bleigießen einen Blick in die Zukunft wagen.

Die Österreicher lassen es sich nicht nehmen, das neue Jahr mit einem Walzer einzuläuten und so hebt die Nation Punkt Mitternacht das Tanzbein. Den Neujahrstag kann man übrigens besonders gut mit einem ausgiebigen (Kater)Frühstück, begleitet vom Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, genießen.

Italien

Sekt und Feuerwerk gibt es hier auch, dazu kommt aber auch noch ein Hauch Erotik: Rote Unterwäsche ist an Silvester Pflicht! Nur so erfährt man im neuen Jahr Glück. Wichtig ist aber, dass man sich die Unterwäsche nicht selbst gekauft hat, sondern es muss ein Geschenk sein. Gegessen wird traditionellerweise Cotechino (eine Wurst aus Schweinefleisch) oder Zampone (ein gefüllter Schweinefuß) mit Linsen. Die Linsen symbolisieren dabei Geldmünzen – also bitte möglichst viele davon essen. 

Spanien

Die Italiener lieben Linsen, die Spanier dafür Weintrauben. Zwölf Stück davon sollte man zu Mitternacht bereithalten: Bei jedem Glockenschlag verzehrt man dann eine Traube – ist man gleichzeitig mit der Kirchturmuhr fertig, gehen die Wünsche in Erfüllung. 

Schottland

Die Schotten lieben ihren Whisky – auch zu Silvester. Das traditionelle Getränk an diesem Tag ist "Hot Pint", eine Mischung aus Bier, Whisky und Eiern. Ist das neue Jahr hereingebrochen, sollte möglichst schnell ein guter Freund die Türschwelle überschreiten, denn das bringt Glück fürs ganze Jahr. 

England

Feuerwerk und das gemeinsame Singen von "Auld Lang Syne" gehören zu Silvester dazu. An Neujahr verschenkt man dann an Freunde und Familie kleine Fleischpastetchen, da diese Glück bringen sollen. 

Frankreich

In Frankreich dreht sich an Silvester alles ums Essen, weniger ums ausgelassene Feiern. Auf den Tisch kommt zwar Champagner, die Hauptrollen spielen aber Gänstestopfleber und Austern. Im neuen Jahr gibt es einen speziellen Kuchen aus Blätterteig, der am 6. Jänner verspeist wird. Wer darin die kleine versteckte Figur findet, hat besonders viel Glück in diesem Jahr.

Brasilien

Die Brasilianer werden zu Silvester blass: Weiß ist die dominierende Farbe und steht für Reinheit. Gelbe Kerzen symbolisieren finanziellen Wohlstand, rote die feurige Liebe. Hülsenfrüchte sind auch in Brasilien ein beliebtes Silvestergericht, allerdings keine Linsen, sondern hier werden Bohnen gegessen. 

Japan

Einen Adrenalinkick der besonderen Art erfährt man in Japan. Mochi, klebrige Reisklößchen, sind die traditionelle Speise an diesem Tag und sollen ein langes Leben bescheren. Nur leider sind die kleinen Dinger dermaßen klebrig, dass sie schon einigen Japanern im Hals stecken geblieben sind – manche verloren so sogar ihr Leben. Da ist es vielleicht besser auf diesen Brauch zu verzichten und sein Haus lieber mit Blüten zu schmücken, um so böse Geister zu vertreiben. 

Griechenland

Die Franzosen verstecken was im Kuchen, die Griechen im Basiliusbrot. Wer die Scheibe mit der Münze bekommt, darf sich über besonders viel Glück freuen. Außerdem sind die Griechen wahre Zocker an Silvester, Glücksspiele sind weit verbreitet. 

Tschechien

Nicht das Blei, sondern der Apfel sagt die Zukunft voraus. Dafür wird er nicht geschält, sondern halbiert. Erkennt man im Kerngehäuse ein Kreuz, droht Unheil. Sieht man Sterne, bringt das neue Jahr Glück. 

USA

Auch in den USA gibt es Feuerwerk und Party. Gegessen wird ebenfalls ein Linsengericht – anscheinend sind wohl alle auf finanziellen Wohlstand bedacht. Seine Wünsche für das neue Jahr kann man auch auf einem Stück Papier notieren und am Time Square an eine Wand heften – pünktlich zu Jahresbeginn werden diese dann wild durch die Lüfte gewirbelt und gehen hoffentlich in Erfüllung. 

China

Hier wird vor Silvester geputzt was das Zeug hält, böse Geister haben so keine Chance. Vor Mitternacht sollte man dann ordentlich lüften, nur so kann das Glück hereinkommen. Wer auf der Suche nach dem richtigen Mann ist, wirft am besten eine Mandarine ins Meer – der richtige Mann kommt so bestimmt. Die lauten Umzüge mit den bekannten chinesischen Drachen beruhen auf der Legende von einem Untier, das sein Unwesen trieb, mit Krach und der Farbe Rot aber vertrieben werden konnte. Deswegen gelten in rotes Papier eingeschlagene Geschenke als Glücksbringer. 

Vietnam

In Vietnam kauft man zu Silvester einen Karpfen (lebend!) und lässt ihn anschließend frei. Verwunderlich? Die Vietnamesen glauben, dass Gott in ihren Häusern wohnt. Damit dieser aber in den Himmel stiegen kann, um dort über die guten Taten der Hausbewohner zu berichten, benötigt er einen Karpfen. Deswegen spielt dieser Fisch an diesem Tag eine so große Rolle, damit Gott besänftigt ist.