Seitensprung verziehen? Das kann nicht sein!

Fremdgehen ist weitverbreitet und trotzdem ein Thema. Vor allem die Frage nach dem "Danach" sorgt bei vielen Paaren für schlaflose Nächste. Mit den Konsequenzen von Seitensprüngen haben sich unlängst norwegische Forscher auseinandergesetzt.

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Hat sie ihm wirklich verziehen? Foto: Inna Lesyk/pexels.com

Die Beweggründe für Untreue sind unterschiedlich – nicht nur in Bezug auf die Geschlechter, sondern auch auf die jeweilige Person und dessen Beziehungsqualität. Ist es dann einmal passiert und Partner nach der Beichte wieder relativ "normal", stellt sich trotzdem keine innere Ruhe ein. Warum, erklären neue Forschungsergebnisse der Norwegian University of Science and Technology.

Konsequenz: Überkompensation

Vergeben und vergessen! Oder? Verziehen zu werden ist offenbar nicht ganz so einfach, denn selbst wenn der Übergangene einem das Fremdgehen nachsieht und den Schuldigen begnadigt, tun sich die „Täter“ dennoch schwer, es ihnen zu glauben. Sie misstrauen ihren Partnern. Das führt in der Regel zu einer Überkompensation an Aufmerksamkeit, Geschenken oder anderen Dingen, die der betrogene Lebensgefährte schätzen würde.

Evolutionärer Mechanismus

Für die Studie wurden beide Partner in 92 heterosexuellen Beziehungen zu ihrer Wahrnehmung und Reaktion in Bezug auf emotionale und sexuelle Untreue befragt. Die Forscher sind der Auffassung, dass das Unterschätzen des Verzeihens ein evolutionärer Mechanismus ist, zumal die Beziehung in Gefahr sein könnte. Der Preis wäre demnach zu hoch zu glauben, es sei einem vergeben, obwohl dem vielleicht nicht so wäre und man würde nicht genug für die Liebe tun. Durch das Überkompensieren ist man somit auf der „sichereren“ Seite.

Rache und Kummer?

Doch was ist mit Betrogenen selbst? Die meisten Menschen, die untreu waren, gehen davon aus, dass der Partner sie leiden sehen will und nach Rache lüstet. Den Studienergebnissen zufolge ist dem aber nur selten so - vielmehr distanzieren sich die Übergangenen und verschließen sich. Nur in seltenen Fällen gehen sie selbst fremd.

Emotionale Untreue gibt es (nicht)

Und wie sieht es aus mit emotionaler Untreue? Während körperliche Untreue für beide Geschlechter (in der Theorie) inakzeptabel ist, scheiden sich die Meinungen in Bezug auf emotionalen „Betrug“. Lernt der Partner jemanden beim Ausgehen kennen, flirtet und trifft er sich öfter mit dieser Person ohne aber Sex mit ihr zu haben, haben Frauen viel mehr daran zu knabbern als Männer. Betrug ist für Männer lediglich mit körperlichem Sex verbunden. Er ist sich keinerlei Schuld bewusst und würde auch nicht versuchen, etwas gut zu machen. Daher würden sie eine solche Form der Untreue schließlich auch viel einfacher verzeihen als Frauen.