Wie jede Rolex-Uhr einzigartig wird

Meine ganz persönliche Rolex-Uhr: Wie Spezialisten jedes Modell zu einer ganz persönlichen, absolut einzigartigen Uhr machen.

Rolex Uhren
Heiß begehrt: Uhren von Rolex Foto: Michael Buholzer/AFP/picturedesk.com

Wenn die Zeiger der Rolex Submariner mit dem spieltischgrünen Zifferblatt die Zwölf passieren, streifen sie die Pik - eine Kartenfarbe, deren Ass im besten Fall für dräuende Veränderungen steht. Flankiert wird sie von der Herz (auf drei), und der Karo (auf neun). Ihr gegenüber lauert auf der Sechs die Treff. Unwillkürlich denken wir an eine Kartenrunde zur Geisterstunde, an ein Duell um zwölf Uhr mittags in einem rauchgeschwängerten Saloon.

Koststpieliges Vergnügen

Uhren wie diese erzählen persönliche Geschichten, unverständliche, simple und hochtrabende. Und sie kosten Geld. An sich ist jede Rolex ein kostspieliges Vergnügen. In dieser Form ist sie noch deutlich kostspieliger, dafür aber tatsächlich einzigartig. Das gilt auch für für Exemplare mit leuchtend grünem Zifferblatt oder rosa Diamanten. "Was unsere Kunden eint, ist ihr Wille zur Individualität", sagt Alexander Klingbeil. Er ist Geschäftsführer von Blaken (sprich "Bläkn"). Die Idee, besondere Uhren besonderen Wünschen anzupassen, entstand 2008. Tatsächlich gegründet wurde das Unternehmen 2011. Herr Klingbeil leitet seit rund 20 Monaten die Geschicke: "Wir wollen führend im Bereich Customization werden." Die Bescheidenheit, die in diesem Satz mitschwingt, ist lobenswert. So mancher Experte meint allerdings, dass Blaken diesem Ziel (weltweit, wohlgemerkt) bereits sehr nahe gekommen ist.

Perfektion und Qualität

Individualisiert wird in Menden, einer 50.000-Einwohner-Stadt im deutschen Nordrhein-Westfalen. Acht Spezialisten arbeiten hier an den Uhren (dazu kommt eine Reihe externer Mitarbeiter) - zu 95 Prozent sind es Rolex: "Das hängt mit deren Perfektion und Qualität zusammen." Und mit entsprechenden Begehrlichkeiten. Denn obwohl die Zeiten für die Uhrenindustrie schon rosiger waren, erlebt Rolex einen Boom. Auch deshalb, weil die verfügbaren Uhren zunehmend weniger werden. Das Uhrentuning wird bei Rolex durchaus kritisch gesehen. Deshalb gibt es auch keinen direkten Draht zu Blaken. Sondern funktioniert so: Der Kunde beauftragt die Firma mit dem Kauf der gewünschten Uhr. Danach wird sie in eine Blaken transformiert. Und erst einmal zerlegt. Ein Risiko? "Nein, bei uns arbeiten Uhrenmacher, die viele Jahre Rolex-Erfahrung haben. Jeder weiß genau, was er tut." Nach dem Blaken-Prozess wird die Uhr zusammengebaut, geprüft und mit globaler Fünfjahresgarantie ausgestattet.

Unterschiedliche Klientel

Wer kauft? "Das ist sehr unterschiedlich." Anwälte, Steuerberater, Menschen aus der Finanzbranche, aber auch Fashionistas und Fußballer. Ein hohes Einkommen ist hilfreich. Blaken kalkuliert mit Faktor 2.1. Das heißt: Kostet eine Rolex 10.000 Euro, müssen in der individualisierten Version 21.000 Euro bezahlt werden. Dafür werden alle Wünsche erfüllt. Eine Rose als Gravur auf der Rückseite, ein Totenkopf auf dem Zifferblatt, ein Familienwappen. Alles ist möglich. Wer ausprobieren will, wie "seine" Rolex aussehen könnte, kann das online versuchen.

Das Verfahren

Veredelt werden die Uhren mit dem sogenannten "Diamond Like Carbon"-Verfahren, kurz: DLC-Verfahren. Vereinfacht erklärt geht es dabei darum, Schichten diamantähnlicher Kohlenstoffe aufzutragen, "deren Glanz und Härte beim gegenwärtigen Stand von Wissenschaft und Technik kaum zu übertreffen sind", beschreibt Blaken den Prozess - insgesamt sind diese Schichten 40 Mal dünner als ein normales Blatt Papier. Das Ergebnis ist eine außerordentlich widerstandsfähige, perfekte Oberfläche. Insgesamt dauert es 16 Tage, bis alle Personalierungsverfahren abgeschlossen sind. Lieferzeit: sechs bis zwölf Wochen.