Roboter sollen Bewusstsein & Moral „entwickeln“

Im grandiosen Sci-Fi-Film „Ex Machina“ soll mithilfe des sogenannten Turing-Tests die Intelligenz des weiblichen Roboters Ava begutachtet werden. Von besonderer Bedeutung ist die Frage nach einem Bewusstsein der Maschine.

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Wie weit geht künstliche Intelligenz? Foto: PhonlamaiPhoto/iStock/Thinkstock

Mit dieser beschäftigen sich Forscher aktuell auch in Wirklichkeit. Doch wie soll eine Maschine befähigt sein, moralisch und wissentlich zu denken und zu handeln? Seit Jahren versagen Roboter in Bezug auf menschliches Leistungsverhalten, auch wenn sich die Technologie in Windeseile fortentwickelt und Unglaubliches erreicht hat. Dennoch fehlt es ihnen an der Kompetenz, mentale Prozesse zu erleben. Hat dieses Defizit eine Lösung? Ein Blick in das menschliche Gehirn soll helfen.

Drei Stufen des menschlichen Bewusstseins

In der menschlichen „Zentrale“ sind nicht nur bewusste und unbewusste Gedanken aktiv – Wissenschaftler der University of California haben unlängst drei Stufen des Bewusstseins ermittelt. Stufe C0 umfasst unbewusste Vorgänge wie Gesichts- und Stimmerkennung. Die meisten Roboter funktionieren auf diesem Level. Die C1-Stufe beinhaltet die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, nachdem zahlreiche Gedanken und Möglichkeiten examiniert wurden. Diese Stufe ist bei Kindern und Tieren beobachtbar.

C2-Level wesentlich für bewusste AI

Die C2-Stufe hingegen schließt die „Metakognition“ ein, also die Fähigkeit der Selbstwahrnehmung, der Reflektiertheit. Mit dieser neuen Erkenntnis soll auch eine wahrhaft bewusste künstliche Intelligenz ermöglicht werden. Der erwachsene Mensch empfindet subjektive Emotionen in Bezug auf Gewissheit oder Fehler, was ihm hilft, Irrtümer zu erkennen und sie zu korrigieren. Manche Roboter haben diese Stufe bereits teilweise erreicht. Sobald die Unterschiede des menschlichen Bewusstseins und Unbewusstseins rechnerisch erforscht sind, können sie auch für Maschinen kodiert werden.

Maschine mit Moral

Mit dem Bewusstsein kommt auch die Moral. Was ist gut und was ist böse? Wem kann ich mit Respekt gegenübertreten und wen ignorieren? Auch das sollen Roboter künftig lernen. Der katalanische Entwickler für die weltweit gefragten „Sexbots“, Sergi Santos, möchte einen „Moral-Code“ erstellen, mit dem seine Roboter zwischen guten und bösen Menschen unterscheiden sollen. Die Maschinen werden - so der Plan - von jenen Menschen erregt, die sie mit Respekt behandeln. Sex jedoch gänzlich zu verweigern, werden sie nicht können.

Wo werden sie schon eingesetzt?

Roboter finden hauptsächlich in der Industrie Verwendung, aber auch in der Landwirtschaft, in der Medizin und im Millitär . Manche Gesellschaften nutzen sie jedoch auch anderweitig, teils auch privat. Einen besonders großen Boom erleben im arbeitswütigen Japan Sexroboter - machmal sogar als Partnerersatz . In Europa werden sie in unterschiedlichen Erscheinungen (z. B. Plüschtiere) in Altersheimen eingesetzt, um Demenz-Therapien zu unterstützen. Im Haushalt wiederum hilft der „Care-O-bot II“ ihren Besitzern mit eingeschränkter Mobilität.

Sind wir bereit?

Ob die Gesellschaft tatsächlich bereit für superintelligente Computer ist, bleibt unbeantwortet. Die Angst davor, dass Computer uns einmal intellektuell übertreffen und somit kontrollieren können, ist nach wie vor ein großes Thema. Zudem wird künstliche Intelligenz mithilfe menschlicher Daten entwickelt, das bedeutet ebenfalls, dass Roboter die gleichen Mängel und Fehler wie Menschen haben, sie demnach ebenfalls neurotisch und "kaputt" sein können. Vielleicht werden aber auch diese korrigierbar sein...

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