Grüner leben: 10 Alternativen zu Plastik

Plastiksackerl? Nein danke, lieber einen sauberen Ozean! Die Welt erstickt am Plastikmüll – höchste Zeit, sich nach genauso praktischen, aber nachhaltigen Alternativen umzusehen.

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Mittlerweile gibt es viele nachhaltige Alternativen zu Plastik Foto: XiXinXing/iStock/Thinkstock

300 Millionen Tonnen. So viel Plastik wird in einem Jahr weltweit produziert. 40 % davon werden für die Herstellung von Verpackungen eingesetzt. Und so kommt es, dass man im Supermarkt nach einem Gang durch die Gemüse- und Obstabteilung nicht nur Tomaten, Gurken und Erdbeeren mit nach Hause nimmt, sondern auch jede Menge Plastikmüll. Wer den Einkauf auch noch im Plastiksackerl befördert, verschlimmert das Problem noch: In Österreich werden jährlich rund eine Milliarde davon benutzt – für durchschnittlich gerade einmal zwölf Minuten. Danach landet das bunte Plastiksackerl meist im Müll. Das Problem dabei: Das zwölf Minuten lang benutzte Sackerl benötigt nun 20 Jahre, bis es sich zersetzt hat – eine Plastikflasche würde sogar 450 Jahre benötigen. Recycelt werden nur rund 30 % des Plastiks. Der Rest landet irgendwann im Meer, wo es sich am Meeresboden sammelt oder in riesigen Müllstrudeln im Wasser treibt. Zwischen Hawaii und Kalifornien schwimmt ein solcher Plastikstrudel, der viermal so groß wie Deutschland ist – und jährlich kommen mehr als zwölf Millionen Tonnen neuen Plastikmülls hinzu.

40 Tonnen in der Donau

Doch man muss gar nicht bis nach Hawaii blicken, um zu erfahren, welche Auswirkungen unser Plastikverbrauch auf die Umwelt hat. In der Donau landen jährlich rund 40 Tonnen Plastik, teils ist die Industrie dafür verantwortlich, teils aber auch eine achtlos weggeworfene Flasche Wasser.

Schadstoffe

Für die Erzeugung von Plastik wird Erdöl verwendet und so eine Plastikflasche steckt voller Weichmacher, die Allergien, Krebs, Unfruchtbarkeit oder Herzerkrankungen hervorrufen können. Indem wir die Weltmeere mit Plastik verschmutzen, schaden wir der Tierwelt und letztlich uns selbst. Denn über die Nahrungskette landet das Plastik wieder auf unseren Tellern – gedämpfter Lachs auf Mikroplastikgranulat. Klingt nicht sehr appetitlich? Dann ist es höchste Zeit umzudenken und umweltfreundliche Alternativen zu entdecken.

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Schon jetzt gibt es im Meer mehr Plastik als Plankton Foto: Nastco/iStock/Thinkstock

1. Wasserflasche aus Algen

Eine Wasserflasche aus Plastik bräuchte 450 Jahre, bis sie zerfällt. Eine Wasserflasche aus Algen beginnt sich zu zersetzen, sobald sie leer ist. Die Flasche, die ein isländischer Student erfunden hat, besteht aus Algenpulver und Wasser und wäre – bei großem Hunger – sogar essbar.

2. Holzzahnbürste

Es muss nicht immer ein quitschgelber Plastikgriff sein, eine Zahnbürste mit Holzgriff schenkt ein reines Gewissen und zaubert so ein noch strahlenderes Lächeln!

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Foto: locknloadlabrador/iStock/Thinkstock

3. Stofftasche

Immer mehr Supermarke bieten anstelle der konventionellen Plastiksackerln Einkaufstüten aus Maisstärke an, die kompostierbar sein sollen. Klingt erstmals sehr gut, leider enthalten aber auch diese Taschen kleine Mengen Erdöls und sollten nicht auf dem Kompost landen. Obwohl dies schon ein Schritt in die richtige Richtung ist, ist es am nachhaltigsten, wenn man mit der stets gleichen und bald gewiss heißgeliebten Stofftasche seine Einkäufe nach Hause trägt. Nebenbei spart man sich so bis zu 60 Euro im Jahr.

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Auch ein Einkaufsnetz ist eine nachhaltige Alternative Foto: RossHelen/iStock/Thinkstock

4. Märkte

Gemüse – auch Bioware – wird im Supermarkt oft nur abgepackt verkauft. Um das zu vermeiden, spaziert man mit seiner Stofftasche am besten auf den Wochenmarkt und versorgt sich dort mit frischem und regionalem Gemüse, das ganz ohne schädlichen Verpackungsmüll auskommt. 

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Foto: boggy22/iStock/Thinkstock

5. Seifenstück

Flüssigseife und Duschgel ist praktisch – und ist die Packung leer, kauft man einfach eine neue. Die Frage ist nur: Limette-Ingwer oder Honig-Milch Duft? Weder noch! Denn wer nachhaltig leben möchte, gibt dem guten alten Seifenstück wieder eine Chance. Das eignet sich nicht nur zum Händewaschen, sondern auch als Duschgelersatz und dank eigener Haarseifen kann auch die Haarpracht plastikfrei gepflegt werden.

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Foto: inspired_by_the_light/iStock/Thinkstock

6. Milch in der Flasche

Früher war es normal, dass Milch und Joghurt in Glasflaschen verkauft wurden. Besonders praktisch war es, wenn der Milchmann noch fuhr und man die leere Flasche abends nur vor seine Haustür stellen musste, um am Morgen eine neue vorzufinden. Auch heutzutage kann man in Biomärkten Milch und Joghurt in Glasbehältern kaufen und die leeren Flaschen wieder zurückbringen.

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Foto: SarapulSar38/iStock/Thinkstock

7.   Casein-Folie & Bienenwachstuch

Ein Stück Käse, eine Packung Wurst, ein Block Tofu – alles ist in Plastik eingeschweißt. Doch es geht auch anders: Aus dem Milcheiweiß Casein kann ebenfalls eine Folie hergestellt werden, die dazu auch noch strapazierfähiger und luftundurchlässiger als herkömmliches Plastik ist und zudem essbar wäre. Auch für zu Hause gibt es eine duftende Alternative zu Firschhaltefolie: Bienenwachstücher eignen sich genauso gut zum Einwickeln und Verpacken und sind wiederverwendbar. 

8. Holzkochlöffel

Da kauft man nur Bio-Lebensmittel vom Markt, um zu Hause dann mit einem Plastikkochlöffel in der Pfanne zu rühren. Mit der Zeit und durch die ständige große Hitze können kleine Plastikpartikel ins Essen wandern – nicht gerade sehr appetitlich.

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Foto: stickasa/iStock/Thinkstock

9. Wiederverwendbare Windel

6.000 Windeln benötigt ein Baby, bis es allein aufs Töpfchen gehen kann. Das ist eine unglaubliche Plastikmenge, weswegen es immer mehr Anbieter von wiederverwendbaren Windeln gibt. Die sind mittlerweile zu echten High-Tech-Produkten

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Foto: ivolodina/iStock/Thinkstock

10. Lunchbox aus Edelstahl

Wer sich täglich sein Essen selbst mit ins Büro nimmt oder seinen Kindern eine gesunde Jause in die Schule mitgeben will, der sollte anstelle eines Plastikgefäßes eine nachhaltige Lunchbox aus Edelstahl benutzen. Das ist nicht nur umweltfreundlicher und hygienischer, sondern auch gesünder, denn Plastik kann schädliche Weichmacher an das mühevoll selbst zubereitete Essen abgeben.   

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Foto: runin/iStock/Thinkstock