Peter Weck steht für Tatort-Krimi "Paradies" wieder vor der Kamera

Seit einer Woche ist der 1.800-Seelen-Ort Mautern in der Obersteiermark "Tatort": Die epo-Film dreht hier im Auftrag des ORF die Schlüsselszenen für die Folge "Paradies" rund um ein - fiktives - Seniorenheim. Die Bevölkerung ließ sich vom Krimi-Fieber infizieren.

"Tatort "Paradies"
Silberschneider, Weck, Neuhauser, Krassnitzer, Roll, Samarovski. Foto: ORF/Hubert Mican

Am Hauptplatz zur Mittagszeit posieren vor einer Gruppe Jugendlicher die Schauspieler Adele Neuhauser (Bibi Fellner) und Harald Krassnitzer (Moritz Eisner). "Die Schüler besuchen die Neue Mittelschule in Mautern und haben in Deutsch ein Krimi-Projekt laufen", erklärt die Lehrerin. Auch der Bürgermeister, Andreas Kühberger, ist dabei und beobachtet die Szenerie: "Über ein leer stehendes Haus am Hauptplatz freut sich normal niemand, für uns ist es ein Lottosechser, weil dort drinnen spielt die Geschichte."

"Tatort "Paradies"
Harald Krassnitzer, Adele Neuhauser, Peter Weck Foto: ORF/Hubert Mican

Senioren aus Mautern spielen mit

"Das unbewohnte Haus am Hauptplatz dient im Tatort 'Paradies' als Seniorenheim", verrät Produzent Dieter Pochlatko. Gerade bleibt ein Reisebus vor dem Seniorenheim stehen. Er ist mit Komparsen gefüllt, alles Pensionisten: "Die fahren nun über die ungarische Grenze, um sich bei einem Apotheker mit Schmerzmitteln zu versorgen, die mit Drogen gefüllt sind." Die Senioren sind allesamt aus Mautern und freuen sich, im Tatort mitspielen zu dürfen: "Sie sind alle voll bei der Sache", so Adele Neuhauser. "Müssen wir eine Szene öfters drehen, machen sie das ohne zu murren."

Der Ort Mautern hat auch ein wenig mit den "Tatort"-Schauspielern zu tun. Michael Ostrowski spielt einen drogensüchtigen Pfleger und kommt ursprünglich aus dem knapp 50 km entfernten Rottenmann: "Mein Großonkel war hier Pfarrer, also war ich als Kind öfters in Mautern. Erst gestern habe ich die Pfarrhelferin Hermine Schwarz besucht." Harald Krassnitzer kennt den Drehort von der ehemaligen Gastarbeiterroute her, als es die Pyhrnautobahn (A9) noch nicht gab: "Ich lernte Speditionskaufmann in Mitterdorf im Mürztal und komme aus Salzburg. Da lag es auf dem Weg."

Comeback von Peter Weck

Ein bisschen spielen die Senioren auch für den gebürtigen Mautner Johannes Silberschneider, der auch in diesem Tatort eine kleine Rolle hat: "Die Senioren haben den Hannes sehr gerne, sind stolz auf ihn und machen das auch für ihn", erklärt Neuhauser. Sie nutzte eine Drehpause für eine Wanderung auf dem Rittersteig nach Kammern, wo sie auch über das Thema Altwerden nachdachte. Erstmals nach eineinhalbjähriger Schaffenspause nach einem Schicksalsschlag ist Peter Weck vor der Kamera. Wie er sagte, habe ihn das Drehbuch überzeugt. Nach dem Dreh will er ein Wochenende in der Südsteiermark verbringen.

"Tatort "Paradies"
Foto: ORF/Hubert Mican

Weitere Schauplätze der 1,6 Mio. Euro teuren und mit Unterstützung von Cinestyria Filmcommission and Fonds gedrehten Episode sind bzw. waren bereits Bad Waltersdorf, der Flughafen Graz-Thalerhof und Locations in Wien und Ungarn. Die Ausstrahlung ist für 2015 geplant.

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