Online-Dating: Darauf stehen die Österreicher

Österreicher stehen auf Bananen und Bier – online zumindest. Denn eine internationale Analyse der Profilbilder von Online-Datern gibt Einblick in deren Vorlieben. Worauf muss man sich gefasst machen, wenn man online auf Partnerfang geht?

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Wie kann man mit seinem Profilbild punkten? Foto: Deagreez/iStock/Thinkstock

Der 24. Jul ist der "Virtual Love Day", an dem sich Paare, die sich online kennengelernt haben, offen zu ihrer "How i met you"-Geschichte bekennen sollen. Denn vorbei sind die Zeiten, als man den alles entscheidenden Klick mit der Maustaste auf genau dieses eine User-Profil sogar vor seinen besten Freunden geheim hielt und sich offiziell lieber ganz zufällig in der Weinabteilung des Supermarkts getroffen haben will. Online-Dating ist mittlerweile zu einer wichtigen Größe geworden, vorbei sind die Zeiten, als man top gestylt im Club auf Partnerschau gehen musste, nun kann man das ganze auch lässig von zu Hause aus in bequemer Jogginghose erledigen – ohne sich dafür schämen zu müssen, denn mehr als eine Million Österreicher nutzen Dating-Plattformen, die Branche verzeichnete in den letzten Jahren einen Jahresumsatz von knapp 20 Millionen. Es versteht sich natürlich von selbst, dass man sich auf seinem Profilbild nicht in gemütlicher, nach all den liebevoll gemeinsam verbrachten Jahren am Bund schon etwas ausgeleierten Hose, zeigt, sondern seine Qualitäten in den Vordergrund stellt. Ein gutes Profilbild entscheidet online über Erfolg oder Misserfolg. Nur ein einziges Foto zu posten wäre da freilich fahrlässig, die meisten User veröffentlichen deswegen an die fünf Bilder. Doch wie soll man sich auf diesen präsentieren, um möglichst gut anzukommen? Eine Studie analysierte mehr als 22 Millionen Profilbilder von internationalen Dating-Seiten und stellte fest: Ein Selfie nach dem anderen ist nicht zu empfehlen, mit Sport und Luxus liegt man in Österreich hingegen goldrichtig.

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Zu viele Selfies sollte man vermeiden Foto: SanneBerg/iStock/Thinkstock

Maskuline Männer gesucht – und online gefunden

Frauen aufgepasst: In Österreich sind 75 % der Online-Dater männlich und meist zwischen 25 und 34 Jahre alt. Da stehen die Chancen für Frauen gut, hier ihren Mister Right zu finden. Besonders, wenn man auf maskulin wirkende, muskulöse und bärtige Männer steht – so präsentieren sich die Herren der Schöpfung online jedenfalls gerne. Muskeln und Bart symbolisieren einen hohen Testosteronspiegel – für Frauen auf Partnersuche durchaus ein Argument. Allerdings übertreiben es die Österreicher mit gestählten Fitnessbildern auch nicht, nur 10 % der Profilbilder fallen in diese Kategorie. Was man allerdings auch als Mann ruhig öfter wagen könnte, wäre ein sympathisches Lächeln: Auf nicht einmal vier Prozent der österreichischen Profilbilder ist dies zu sehen. Dabei kommt genau ein Lächeln beim Gegenüber immer gut an – offline wie online.

Junge Fallschirmspringer vs. betagte Golfer

Junge Online-Dater zeigen sich gerne von ihrer wilden Seite, ihre Profilbilder zeigen sie häufig bei ausgelassenen Feiern, sportlichen Aktivitäten wie Fußball oder auch gerne mal bei Extremsportarten wie Fallschirmspringen (schließlich soll der ganze Angstschweiß ja auch für was gut gewesen sein). Männer zwischen 30 und 40 versuchen die Damenwelt mit ihrem Kunstverständnis zu beeindrucken, ab 50 setzen die Herren dann auf Statussymbole und präsentieren sich gerne beim Golfen oder stellen stolz ihre Luxuskarossen zur Schau.

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Verbirgt sich hinter dem nächsten Mausklick die große Liebe?  Foto: oatawa/iStock/Thinkstock

Cheese 

Auch Frauen versuchen mit vier bis fünf Profilbildern zu punkten. Mit 27 % zeigen dabei die meisten Frauen ihre lange, meist brünette Haarpracht – ein untrügliches Zeichen von Weiblichkeit. Kombiniert wird die volle Mähne gerne mit einer passenden Sonnenbrille, immerhin noch auf 16 % der Bilder zu sehen. Und im Unterschied zu Männern verzaubern Österreicherinnen auf immerhin zwölf Prozent der Bilder mit einem strahlenden Lächeln.

Stilvoll und sportlich bis ins hohe Alter

Junge Frauen geizen nicht mit Reizen und zeigen auf ihren Bildern gerne Dekolleté, besonders dann, wenn sie ein luxuriöses Abendkleid tragen. Ab 30 nehmen aber auch die Reisemotive zu, nicht mehr nur das eigene Äußere, sondern auch das, was man erlebt hat, möchte man nun zeigen. Ab Mitte 30 dann ein großes Thema bei Frauen: Kinder. Denn wer schon welche hat, ist natürlich auf der Suche nach einem kinderlieben Partner. Zehn Jahre später (die Kinder sind dann wohl schon erwachsen und außer Haus) zeigen sich Frauen besonders gerne mit einem Hund an ihrer Seite – ist ja auch ein verlässlicher Partner. Ob Frauen über 55 sich allerdings von gleichaltrigen golfenden Männern beeindrucken lassen, ist fraglich, immerhin zeigen sie sich nun am liebsten von ihrer fitten Seite und posten bevorzugt Bilder, die sie beim Fitnesstraining zeigen – Muskeln inklusive. Verglichen mit anderen Ländern steht keine Nation so sehr auf Sport-Fotos wie die Österreicher, Frauen stehen dabei im Allgemeinen auf Sportarten wie Yoga, Klettern oder Skifahren, Mannschaftssportarten wie Fußball und Co. sind eher den Männern vorbehalten.

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Reisebilder sind immer gerne gesehen Foto: g-stockstudio/iStock/Thinkstock

Prost Mahlzeit

Unabhängig vom Geschlecht posten Österreicher besonders gerne Bilder von Stränden und nicht etwa von Bergen, wie man meinen könnte. Auf den Bildern vom letzten Urlaub wirkt man ja auch so entspannt – und den Ex-Partner kann man ganz einfach wegretuschieren. Damit die Bikinifigur aber auch erhalten bleibt, setzen die Österreicher – online wenigstens ­– auf eine gesunde Ernährung. Denn fast die Hälfte der auf Fotos zu sehenden Nahrungsmittel sind Obst oder Gemüse, besonders Bananen scheinen es den Österreichern angetan zu haben! Wird jedoch offiziell und ohne Scham genascht, so sind die Männer ganz knapp die größeren Naschkatzen als Frauen. Beim Trinken wird allerdings klar: So ganz asketisch gesund leben auch die Online-Dater nicht. Denn das Getränk, das auf österreichischen Profilbildern am häufigsten zu sehen ist, ist Bier, gefolgt von: Schnaps! Am häufigsten findet man Bilder vom letzten Saufgelage übrigens nicht bei Österreichern, sondern bei den Nordiren und Schotten – Nationen, in denen auch am seltensten gesunde Nahrungsmittel gepostet werden. Das gibt durchaus Sinn, wer will seinen Kater schon mit einem bunten Salatteller besänftigen?

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Online präsentiert man sich lieber als Obstliebhaber denn als Fast Food-Junkie Foto: Ivanko_Brnjakovic/iStock/Thinkstock

Das perfekte Profilbild?

Wie soll man sich nun zeigen, um aus der Masse herauszustechen und wie wirkt man auf Fotos attraktiver? Da nur zwei Prozent der User rote Haare haben und nur 1,8 % der Nutzer DJ sind (und davon wiederum 94 % Männer), hätte man als rothaarige Frau an den Turntables natürlich Exotenstatus inne. Doch auch brünette Menschen ohne musikalisches Talent haben Chancen, wahrgenommen zu werden: Die Experten empfehlen vier bis fünf abwechslungsreiche Profilbilder, die einen mal beim Sport, mal beim gemütlichen Abhängen mit Freunden zeigen. Hat man ein ungewöhnliches Hobby, ist es höchste Zeit sich dazu zu bekennen – na und, dann steht man eben auf Modelleisenbahnen, Rod Stewart mietet für seine Züge sogar ein eigenes Hotelzimmer an! Je ungewöhnliches das Fotomotiv, desto einfacher der Gesprächseinstieg und genau darum geht es ja. Frauen müssen auch nicht auf Druck mit ihren weiblichen Reizen hausieren gehen, oft reicht schon ein Lächeln, um Männerherzen zum Schmelzen zu bringen. Allzu inszenierte Fotos sollte man lieber Kim Kardashian überlassen und auch die bei Usern so beliebte Sonnenbrille ist nicht unbedingt das beste Accessoire für ein überzeugendes Profilbild – schließlich will man ja einen Partner finden, der sich traut, einem tief in die Augen zu schauen.