#metoo nach Weinstein-Affäre: Alyssa Milano tritt Lawine los!

Nur wenige Tage nach ihrem Aufruf an Opfer sexueller Belästigung, sich der #metoo-Bewegung anzuschließen, geht das Netz über. Alyssa Milano: "Wir hören erst auf, wenn das endet!"

Alyssa Milano
Alyssa Milano rief die #metoo Kampagne ins Leben Foto: Prensa Internacional / Zuma / picturedesk.com

Stolz twittert Alyssa Milano: "Bereits 1,7 Millionen Menschen aus 85 Ländern haben sich #metoo angeschlossen." Welches weltweite Echo die Schauspielerin mit ihrer am 15. Oktober 2017 gestarteten Initiative auslösen würde, hätte die Amerikanerin mit italienischen Wurzeln wohl selbst am wenigsten vermutet. Und sie hat offenbar den Nerv vieler getroffen, ist die Affäre um Hollywood-Chef Harvey Weinstein noch lange nicht erschöpft.

Milano kämpft, und Millionen kämpfen mit

Denn nach dem Bekanntwerden des Skandals ist das Thema sexuelle Belästigung in aller Munde. Dem Filmproduzenten wird vorgeworfen, im Laufe seiner Karriere zahlreiche Frauen, darunter auch viele heute weltbekannte Schauspielerinnen, sexuell belästigt zu haben. Hollywood kommt seitdem nicht mehr zur Ruhe. Anlass für Alyssa Milano (bekannt aus der Serie "Charmed") auf Twitter alle Frauen, die selbst schon Opfer sexueller Belästigung wurden, dazu aufzurufen, sich mittels dem Hashtag #metoo in den sozialen Medien zu wehren.

Die Reaktionen sind überwältigend und schockierend zugleich. Bisher gibt es etwa 12 Millionen Reaktionen, Posts und Kommentare auf Facebook sowie rund zwei Millionen Tweets auf Twitter zu Milanos Hashtag #metoo. Frauen aus aller Welt berichten in den sozialen Netzwerken über ihre tragischen Erfahrungen. 

#metoo: Stars äußern sich 

Auch viele Prominente haben den Hashtag #metoo bereits verwendet, darunter beispielsweise Schauspielerin Anna Paquin ("Das Piano", "True Blood"), Debra Messing ("Will & Grace") und Evan Rachel Wood ("Dreizehn").

America Ferrera, eine amerikanische Schauspielerin, macht dazu ihre persönliche Geschichte publik - wie so viele andere in diesen Tagen:

"Als ich das erste Mal sexuell belästigt wurde, war ich neun Jahre alt. Ich habe es niemandem erzählt und mit der Schande gelebt, in der Meinung, dass ich - ein Mädchen von neun Jahren - irgendwie verantwortlich für die Handlungen eines erwachsenen Mannes war. Noch Jahre lang begegnete ich ihm regelmäßig. Gewöhnlich lächelte er mich an und winkte mir zu, und ich eilte nur rasch an ihm vorbei - das Blut gefror in meinen Adern, dazu die Last der Schuld für etwas, was nur er und ich wussten; dass er erwartete, dass ich zurücklächeln und -winken würde. Ladies, lasst uns das Schweigen brechen!"

EU alarmiert

Die Weinstein-Affäre hat mittlerweile eine weltweit geführte Debatte über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ausgelöst und das EU-Parlament erreicht, in dem offen über eine breit angelegte Untersuchung diskutiert wird. Alyssa Milano sieht sich bestätigt und will weiterkämpfen. Ihr Appell an ihre täglich größer werdende Anhängerschaft: "Wir hören erst auf, wenn diese Zustände ein Ende haben!"

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